Jubiläum des Plettenberger Turnvereins

Viel Lob für 150 Jahre Vereinsgeschichte 

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Vor und nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsfeier des Plettenberger Turnvereins konnten sich die Gäste im Foyer unter anderem über die Geschichte, Angebote und Kooperationspartner des Vereins informieren.

Plettenberg -  „Spiel, Spaß und Spannung“ – das ist das Motto des Plettenberger Turnvereins (PTV), der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Am Samstag wurde dieses Jubiläum in einem feierlichen Rahmen in der Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums begangen. Zahlreiche Vereinsmitglieder, Kooperationspartner des PTV, Vertreter aus Politik und Sport und interessierte Bürger waren zu der Feier erschienen.

Der erste Vorsitzende Winfrid Schulte führte das Publikum durch den offiziellen Teil des Nachmittags, der zwar länger dauerte als zuvor geplant, aber keinesfalls langatmig wurde. Und auch mit Lob an den Verein wurde nicht gespart.

Günther Nülle, Vorsitzender des Kreissportbundes, sagte, er sei „stolz darauf, dass der PTV zu unseren Mitgliedern gehört“. Seine Arbeit beschrieb er als „vorbildlich im Märkischen Kreis“. Landrat Thomas Gemke stellte besonders die Förderung des Breitensports heraus. Einerseits appellierte er: „Wir müssen uns wieder mehr bewegen“, andererseits pries er die Begeisterung, mit der im PTV Sport getrieben werde. Diese Begeisterung beschränkt sich laut Martina Reinhold, stellvertretende Bürgermeisterin, jedoch nicht allein auf den PTV, sondern bezieht die gesamte Stadt mit ein.

Immer wieder wurde auf den P-Weg verwiesen, bei dem sich er PTV nicht nur helfend am Streckenrand einbringt, sondern in diesem Jahr auch mit einem Läuferteam an den Start ging. „Sport ist grenzenlos“, hieß es in diesem Zusammenhang von Winfrid Schulte, denn der PTV setzt sich aktiv für die Integration von Flüchtlingen ein. So bestand besagtes Läuferteam auch aus Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft an der Ohler Straße und trug den Namen „Grenzenlos“. Ein großer Erfolg war das Fußballturnier Anfang des Jahres unter dem Motto „Vorurteile einfach wegkicken“, in Kooperation des PTV mit der AG Integration der Stadt Plettenberg.

Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag Dagmar Freitag fand es erstaunlich, was in einer kleinen Stadt wie Plettenberg alles für den Sport getan werde und hob hervor: „Lebenslanges Sporttreiben ist etwas, was man nur im Verein lernt.“ Die sozialen Kontakte, die dabei geknüpft werden, seien neben den sportlichen Aspekten nicht zu unterschätzen.

Den Schlusspunkt der Lobeshymnen setzte Reinhard Ulbrich, Präsidiumsmitglied des Landessportbundes NRW. „Sie sind dieser Stützpfeiler des gesellschaftlichen Lebens hier“, sagte er. Als „begeistert und beeindruckt“ zeigte sich Ulbrich von der „hervorragenden Zusammenarbeit“ zwischen PTV, Kommune und Kreis. Wie auch seine Vorredner war Ulbrich nicht mit leeren Händen erschienen. Von ihm gab es eine Urkunde und die Worte: „Sie bekommen 200 Euro. Leider habe ich keinen Scheck dabei, weil Sie die noch nicht beantragt haben.“ Die Lacher über die deutsche Bürokratie hatte er damit auf seiner Seite.

Neben Vereinsmitgliedern, Kooperationspartnern des PTV und Vertretern aus Politik und Sport waren auch interessierte Bürger zum 150. Geburtstag eingeladen.

Doch wurde am Samstag nicht nur über die Arbeit des PTV geredet, in vielen kurzen Filmsequenzen erhielten die Gäste einen Einblick in den sportlichen Alltag wie Turndrachen, Indoorcycling, Senioren- oder Flexikurse. Zur Bewegung gehört allerdings auch die Regeneration. Wie wichtig diese ist, veranschaulichte Noel Schulte in einem kurzen Referat. „Wer sich viel bewegt, der muss sich auch erholen“, erläuterte sie. „Ohne genug Zeit zum Erholen kann es zu einem Leistungsabfall kommen.“

Um dem natürlichen Leistungsabfall vorzubeugen und auch bis ins hohe Alter fit zu bleiben, ist der PTV eine Kooperation mit dem Pflegedienst Liebeskind eingegangen. Beim Projekt „G-Weg“ geht es vorrangig um die Sturzprophylaxe, die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit. Das Projekt ist noch recht frisch, soll aber zukünftig noch weiter ausgebaut werden.

Einen besonders wichtigen Punkt im PTV nimmt die Gewaltprävention ein. Liona, die starke Löwin, ist dabei die Leitfigur. „Gewalt hat im Sport und in der Gesellschaft nichts zu suchen“, hieß es von Winfrid Schulte. Der PTV bietet regelmäßig Selbstbehauptungskurse an und es besteht eine Kooperation mit den Familienzentren.

Während viel über die aktuellen Angebote und Leistungen des PTV geredet wurde, gab es aber auch einen kurzen Rückblick auf die Gründungszeit. Jürgen Beine, Dozent an der Universität Siegen, berichtete über die Zeit vor rund 150 Jahren. So wurde im PTV-Gründungsjahr beispielsweise die Schreibmaschine patentiert. Die drei Einigungskriege bildeten den Grundstein zur Gründung einer deutschen Nation in Folge dessen Kriegs- und Nationaldenkmäler wie Pilze aus dem Boden schossen. Eine „Bereicherung für das bürgerliche Leben“ stellten die Vereine dar, die sich ebenfalls zahlreich bildeten.

Der PTV wurde 1868 im Gasthof Weiß gegründet. Eine „Holzbaracke in Hausform“ bildete die erste Turnhalle, die auf dem Gelände des heutigen P-Centers stand. Der PTV ist mittlerweile in der Turnhalle der Zeppelinschule zuhause. Vor und vor allem nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung hatten die Besucher Gelegenheit, sich über den PTV, dessen Geschichte, Angebote und Kooperationspartner im Foyer des Gymnasiums zu informieren. Bei Würstchen, Salat und Kaltgetränken kam man schnell in Kontakt mit den Fachleuten.

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