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Vertrieb wird abgegeben: Enervie übernimmt Stadtwerke im MK

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Von: Georg Dickopf

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Hinter verschlossenen Türen wurde Anfang Mai im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung in Plettenberg über die Ausweitung der Pachtverträge der Stadtwerke Plettenberg mit der Enervie-Gruppe abgestimmt.

Plettenberg – Damit wurde der Weg bereitet für eine Aufgabe des Vertriebs von Strom, Gas und Wasser durch die Stadtwerke Plettenberg ab 2023.

Auf Anfrage unserer Zeitung betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann folgendes: „Ich kann grundsätzlich bestätigen, dass in der Ratssitzung am 3. Mai beschlossen wurde, dass ein langfristiger Pachtvertrag der Stadtwerke mit der Enervie-Gruppe angestrebt werden kann.“ Die Verhandlungen seien aber noch nicht spruchreif und auch alle Verträge seien nicht unterschrieben“, ließ Allmann unsere Zeitung wissen, fügte aber hinzu: „Das ist kein schlechter Deal für die Stadtwerke.“

Grundlage der Gespräche über die jährliche Pacht soll nach Informationen unserer Zeitung der Jahresabschluss der Stadtwerke aus dem Jahr 2020 sein.

3,2 Millionen Euro sind Grundlage

Beim Blick in die öffentlich vorliegende Bilanz zeigt sich in Plettenberg ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro und eine Abführung in Höhe von 2,3 Millionen Euro an die Aquamagis GmbH sowie von knapp 900 000 Euro an die Enervie-Gruppe als Minderheitsgesellschafter der Stadtwerke.

Bei dem auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag, der am 1. Januar 2023 in Kraft treten soll, sind nach Informationen unserer Zeitung Zahlungen in ganz ähnlicher Größenordnung geplant – als Kompensation für den zukünftig über Enervie laufenden Vertrieb von Gas, Strom und Wasser.

Bürgermeister Ulrich Schulte sowie der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Rothstein sollen das Vorhaben unterstützt haben.

Mitarbeiter wechseln zu Enervie-Gruppe

Nach der Umsetzung und dem Inkrafttreten des neuen Pachtvertrags sollen die bisherigen Vertriebsmitarbeiter der Stadtwerke zu Mitarbeitern der Enervie-Gruppe werden. Entlassungen sind nach den vorliegenden Informationen nicht geplant. Die Mitarbeiter sollen demnach am Standort der Stadtwerke in Ohle verbleiben, dann allerdings für die in Hagen ansässige Enervie-Gruppe arbeiten.

Ein Rumpfteam um den aktuellen Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann soll unter der Stadtwerke-Flagge ebenfalls am Standort verbleiben.

Vollzogen werden soll die Verpachtung des Strom-, Gas- und Wasservertriebs unter anderem mit Blick auf den sich rasant ändernden Energiemarkt, in dem es kleine Anbieter immer schwerer haben. Auch wenn der Verkauf des Stadtwerke-Wassers demnächst über die Enervie-Gruppe läuft, behalten die Stadtwerke ein Mitspracherecht. „Für die Kunden soll der Wechsel kein Nachteil sein“, ließ sich Allmann entlocken.

Von der Enervie-Gruppe gab es am Donnerstag kein Dementi, allerdings den Hinweis, dass man zeitnah ganz konkret zu dem Thema Stellung nehmen werde.

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