Ein Kindergarten im Container?

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Auch die Kita Junior in Köbbinghausen wurde von den Rats-, Verwaltungs- und Elternvertretern besichtigt. Hier wären laut Thomas Junior nur kleine Umbaumaßnahmen nötig, um die Kinder aus Holthausen übergangsweise unterbringen zu können.

Plettenberg – Könnten die Kinder der Holthauser Kindergärten doch übergangsweise in Räumen im Ortsteil untergebracht werden? Davon wollten sich die Mitglieder des Plettenberger Rates und der Verwaltung nach vehementen Protesten betroffener Eltern selbst überzeugen. Dabei wurde klar: Auch für eine Nutzung der alternativen Standorte wären kleinere Umbaumaßnahmen nötig. Der weite Weg aus Holthausen zur bisher von der Stadt favorisierten Bonifatiuskirche würde aber entfallen.

Mitglieder der Elternräte selbst hatten in Leserbriefen die alternativen Standorte vorgeschlagen: Räume unter der Martin-Luther-Kirche in Holthausen oder in der Kindertagesstätte Junior in Köbbinghausen. Vertreter des Rates, der Verwaltung und der Elternräte besichtigten dazu zunächst die Martin-Luther-Kirche. 

Hier begrüßte Peter Winkemann zusammen mit einigen anderen Mitgliedern es Presbyteriums die Besucher und führte sie über die Außenanlagen und durch die Räume. Winkemann führte aus, dass eine Nutzung der Räume grundsätzlich möglich sei und die Evangelische Kirchengemeinde hier gerne helfend tätig würde. Allerdings müsse es weiterhin möglich sein, die Räume auch durch die Kirchengemeinde zu nutzen, um das Gemeindeleben nicht für ein Jahr ausfallen zu lassen. 

Der Leiter der Bauaufsicht, Till Hoffmann, erläuterte die wenigen, aber notwendigen Umbaumaßnahmen, damit die Räume für eine Nutzung als Kindertagesstätte in Frage kämen. Dabei wurde deutlich, dass einer der anvisierten Räume wegen eines niedrigen Deckenträgers nicht genutzt werden könnte und damit eine Lösung an diesem Standort nur mit einer zusätzlichen Containeranlage möglich wäre. 

Kurzfristig hatte noch Thomas Junior angeboten, Räume in seiner Kindertagesstätte in Köbbinghausen an die Stadt zu vermieten. Junior führte die Besucher ins Gebäude und zeigte ihnen, welche Räume zur Verfügung stünden. Mit einigen kleineren Umbauarbeiten wäre hier Platz für die U3-Gruppe, die ab August neu entsteht. Im Anschluss ging es weiter ins Oestertal. Nicht allen Ratsmitgliedern seien die Räume der Bonifatiuskirche bekannt gewesen, sodass sie sich informieren konnten, was in diesem Gebäude möglich wäre und was dafür noch baulich umgesetzt werden müsste.

 „Da entgegen der beiden vorherigen Standorte die Bonifatiuskirche nicht vor Kurzem saniert wurde und sich noch in dunklen sakralen Farbtönen präsentierte, war hier etwas Phantasie angesagt“, erklärt Bürgermeister Ulrich Schulte. Die Elternvertreter machten hier noch einmal ihren Widerstand gegen diese Lösung deutlich. Nachdem die Besichtigungstour zu Ende war, wurden zur Vorbereitung der Ratssitzung die Ergebnisse der Ortsbesichtigungen nichtöffentlich besprochen. Ursprünglich war geplant, die beiden Holthauser Kindergärten zum neuen Kindergartenjahr in der einstigen Vier-Täler-Schule unterzubringen. Da hier jedoch unter anderem Mängel beim Brandschutz entdeckt wurden, musste eine Übergangslösung her. Die Stadt hatte hierfür zunächst an die Bonifatiuskirche gedacht, war damit aber auf vehementen Widerstand der Eltern gestoßen. Bemängelt wurde von den Eltern unter anderem, dass das einstige Gotteshaus zu weit von Holthausen entfernt sei.

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