Wichtige Busverbindungen gerade für Ältere

Verstärkung gesucht: Plettenberger Bürgerbus benötigt neue Fahrer

Bürgerbusfahrer Christian Weil würde sich über weitere Kollegen freuen.
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Bürgerbusfahrer Christian Weil würde sich über ein paar weitere Kollegen freuen. Das Fahren und der Kontakt mit seinen Fahrgästen mache an der Arbeit am meisten Freude, sagt er.

Der Bürgerbusverein Plettenberg befördert auch in Coronazeiten seine meist älteren Fahrgäste. Viele von ihnen wären aufgeschmissen, wenn die ehrenamtlichen Fahrer sie nicht in die Stadt bringen würden. Dabei könnte der Verein noch Verstärkung gebrauchen.

Plettenberg – Die Pause zwischen zwei Fahrten verbringt Bürgerbusfahrer Christian Weil in seinem Fahrzeug auf dem Wieden. Der 67-Jährige ist seit gut zwei Jahren Bürgerbusfahrer, befindet sich wie die anderen ehrenamtlichen Fahrer des Vereins im Ruhestand. „Ich wollte nicht nur zuhause sitzen, sondern habe etwas Sinnvolles gesucht, was mich aber auch nicht überfordert.“ So kam er selbst zum Bürgerbus.

Freude am Fahren und am Kontakt

„Das Fahren macht mir Spaß und auch die Kontakte mit den Leuten“, sagt Weil. Bürgerbusfahren sei etwas für alle, die Spaß am Umgang mit anderen Menschen hätten. Auch der Zusammenhalt im Verein sei top, auch wenn das Vereinsleben wegen Corona derzeit auf Eis liegt.

„Das Fahren bringt auch Struktur in den Tag“, sagt Weil. „Man steht schon mal um halb sechs auf statt um 7 Uhr.“ Das gilt vor allem für die Fahrten zur Kita Himmelmert, die der Bürgerbus wochentäglich übernimmt.

Zwischenzeitlich fuhr der Bürgerbus wegen Corona gar nicht, ist aber inzwischen wieder unterwegs, wenn auch mit eingeschränktem Fahrplan. Der Bürgerbus fährt dienstags, donnerstags und freitags – Feiertage und Wochenenden ausgenommen. Ein Hygienekonzept mit Maskenpflicht für Fahrer und Fahrgäste und das regelmäßige Lüften und Desinfizieren des Busses gehören dazu. Zu seinen üblichen Strecken ist noch Ohle hinzugekommen. Da der dortige Brückenabriss für einige Bürger große Umwege beim Einkaufen bedeutet, fährt der Bürgerbus momentan auch im Auftrag der Stadt einmal in der Woche von Ohle zum Einkaufszentrum in Eiringhausen.

Das Einkaufen ist überhaupt der wichtigste Grund, wegen dem die Fahrgäste den Bürgerbus nutzen. „An Markttagen haben wir die meisten Fahrgäste“, sagt Christian Weil. „Man merkt aber, dass es in Coronazeiten weniger geworden sind.“ Einige würden nun von Nachbarn oder Kindern versorgt. Trotzdem wird der Bürgerbus weiter von Stammfahrgästen genutzt. „Es ist für viele die einzige Verbindung zum Markt oder zum Ärztezentrum“, weiß Weil.

Ohne den Bürgerbus wären sie aufgeschmissen: Fahrgästen wie Barbara Schröder (links) und Kläre Wölkerling ist das Angebot des Bürgerbusses sehr wichtig.

Das bestätigen auch die Fahrgäste selbst, die auf dem Wieden bereits darauf warten, dass der Bus sie zurück Richtung Höhenweg bringt „Als der Bus nicht gefahren ist, waren wir aufgeschmissen“, sagt Stammfahrgast Barbara Schröder, die seit mehr als 20 Jahren mit dem Bürgerbus fährt. Zwar seien es mit den Jahren immer weniger Fahrgäste geworden, die wie sie den Bus vom und zum Höhenweg nehmen, aber Schröder ist sehr froh, dass es den Bus weiterhin gibt, auch in Zeiten von Corona. „Das ist für uns sehr, sehr wichtig und wir sind dankbar, dass es freiwillige Fahrer und Fahrerinnen gibt, die diesen Dienst verrichten“, sagt Schröder. „Wir hoffen, dass wir den Bürgerbus noch lange haben.“

Sie nutzt den Bus vor allem, um zum Einkaufen oder an Markttagen in die Stadt und zurück zu kommen, erklärt Kläre Wölkerling, die seit etwa fünf Jahren Bürgerbus-Passagierin ist. „Ich komme zwar zu Fuß noch runter in die Stadt, aber nicht zurück“, sagt Wölkerling und schließt sich dem Lob ihrer Vorrednerin an. „Der Bürgerbus ist eine segensreiche Einrichtung“, findet sie.

Soviel Zuspruch freut auch Bürgerbusfahrer Weil: „Die Dankbarkeit der Fahrgäste gibt einem unmittelbar etwas zurück, das macht einem Freude.“

Zwei bis drei neue Fahrer gesucht 

Einige zusätzliche Kollegen wünscht er sich allerdings ebenso wie die Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Beate de Jong-Teipel: „Wir haben im Moment sieben aktive Fahrer, denn einer fehlt uns krankheitsbedingt.“ Normalerweise fährt ein Bürgerbusfahrer zwei- bis dreimal im Monat, geplant wird jeweils im Vormonat. Doch durch den Ausfall eines Fahrers sind es für jeden einzelnen mehr Touren. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Monate“, sagt de Jong-Teipel.

Auch in den Urlaubsmonaten fehlen immer wieder einzelne Fahrer. „Zehn Fahrer wäre eine ideale Zahl, dann könnten zeitgleich zwei im Urlaub sein und es wäre für die anderen noch ganz entspannt. Zwei bis drei neue Fahrer wären super.“ Voraussetzung für die Fahrtätigkeit ist ein gültiger Führerschein der Klasse B (früher 3). Die Kosten für den Erwerb des Personenbeförderungsscheins trägt der Verein.

Kontakt

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0 23 91 / 1 24 84 melden. Mehr Informationen zum Bürgerbus gibt es auch auf dessen Webseite.

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