Der Löwe aus Eiringhausen ist wieder da - allerdings in Einzelteilen

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Plettenberg - "Das war's", sagte ein frustrierter Siegfried Davideit, nachdem er mitansehen musste, dass die Feuerwehr seinen künstlichen Löwen nur noch in Einzelteilen aus der Lenne bergen konnte. Dort war die Figur nun nach dem Verschwinden vor anderthalb Monaten gefunden worden. 

Es war eine Nachricht, die kurz vor Karneval für großes Aufsehen sorgte: Aus dem Garten des Eiringhausers Siegfried Davideit, direkt an der B 236 gelegen, wurde eine lebensgroße Löwen-Figur gestohlen. Lange hatte die Polizei erfolglos nach den Dieben ermittelt. Am Dienstag erhielt der Besitzer den entscheidenden Zeugenhinweis: „Die Figur treibt am Lennewehr in Elhausen.“

Umgehend informierte Davideit die Polizei, die vor Ort bestätigen konnte: Die Teile, die aus dem Wasser herausragen stammen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich von dem vermissten Löwen. Doch wie herankommen? Die Polizei setzte auf die Hilfe der Feuerwehr. Die Freiwilligen der Löschgruppe Ohle stießen schließlich mit dem Motorboot bis zur besagten Stelle direkt vor dem Wehr vor. Doch sie konnten nur noch Einzelteile des Löwen bergen: das Heck und drei Tatzen. Vom Kopf und der vierten Pfote fehlt weiterhin jede Spur. Gut möglich, dass die Teile am Grund der Lenne liegen, was die Feuerwehr gestern nicht mehr überprüfen konnte.

Noch vor Ort stellte die Polizei Spuren fest, die darauf hindeuten, dass die Figur offenbar in mehrere Teile zersägt worden ist, ehe sie in der Lenne versenkt wurde. Für den Besitzer war es ein frustrierender Anblick. Schließlich hatte er sich die Figur sonderanfertigen lassen (wir berichteten). 1 Meter hoch, 1,70 Meter lang, 70 Zentimeter breit und 60 Kilogramm schwer – das waren die Maße und das Gewicht der Figur. Ganz in weiß wurde das Kunststoffmodell in Tschechien hergestellt und über die Schweiz nach Plettenberg geliefert, nachdem es an der deutsch-tschechischen Grenze Probleme mit dem Zoll gegeben hatte.

Als die Hersteller-Firma Klarer im Sommer des vergangenen Jahres die Bauteile für die Windrutsche des AquaMagis lieferte, hatte sie auch den Löwen für Siegfried Davideit im Gepäck. Bevor das Tier seinen Platz im Garten einnehmen konnte, ließ es der Besitzer noch von einer Fachfirma am Bannewerth lackieren und von einer ihm bekannten Designerin des Möbelriesen Ikea per Farbpistole besprühen (in der Fachsprache: „Airbrush“). Kaum war der Löwe im Garten mit Gewindestangen an einer Multiplexplatte verschraubt, zog er die Blicke der Passanten und Autofahrer auf sich. Mitten an der B 236 bewachte er den Musik- und Elektrohandel von Siegfried Davideit, erstrahlte jeden Abend sogar im Licht eines 100 Watt-Scheinwerfers – bis er in der Nacht vom 3. auf den 4. März spurlos verschwand. Mitsamt Multiplexplatte war der Löwe gestohlen worden.

Rasch führten erste Hinweise auf den Verdacht, dass sich die Figur irgendwo in der Papenkuhle befinden könnte. Aber die Beweise fehlten. Nun ist der Löwe im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufgetaucht. Seinen Platz im Garten wird er angesichts des desaströsen Zustands aber nicht mehr einnehmen können.

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