Kritik an Verkürzung der Öffnungszeiten im Rathaus

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Mittwochs bleibt das Plettenberger Rathaus ab 2019 für den Besuchsverkehr geschlossen.

Plettenberg - Nichts ist so gut, dass es nicht optimiert werden könnte. Unter dieser Maßgabe untersuchte Fachgebietsleiter Matthias Steinhoff mit einem Arbeitskreis die Öffnungszeiten im Rathaus.

Wie diese ab dem 2. Januar 2019 aussehen, stellte Steinhoff am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss vor. „Es gab bisher ein großes Sammelsurium an Öffnungszeiten in den verschiedenen Abteilungen. Ich musste selber auf der Homepage nachschauen, wenn mich jemand gefragt hat“, sagte Steinhoff und ergänzte: „Wenn es im Innenverhältnis nicht klappt, wie soll ich das dann nach außen vermitteln?“ Und deshalb habe man in einem kleinen Arbeitskreis Daten gesammelt und untersucht, welche Zeiten besonders gefragt sind. Ein Trugschluss sei beispielsweise eine starke Frequenz am langen Donnerstag.

 „Zwischen 17 und 18 Uhr waren durchschnittlich sechs Leute da“, so der Fachbereichsleiter. Meist seien die Anliegen bis 17.20 Uhr abgearbeitet worden. Nicht zuletzt deshalb werde deshalb ab 2019 die allgemeine Öffnungszeit donnerstags auf 17 Uhr verkürzt – nur das Einwohnermeldeamt sei weiterhin bis 18 Uhr erreichbar. Zudem starten die Öffnungszeiten von montags bis donnerstags eine halbe Stunde später – um 8.30 Uhr. An Dienstags-Markttagen könne man aber bis 13 Uhr (vorher 12 Uhr) im Rathaus vorbeischauen. Die größte Änderung wird in Zukunft mittwochs vorgenommen, denn anders als vorher können dann nur noch Rathausbesuche nach Terminvereinbarung vorgenommen werden. 

Die alten (oben) und zukünftigen Öffnungszeiten im Rathaus.

„Der Tag soll von den Mitarbeitern für notwendige Nacharbeiten genutzt werden“, erklärte Steinhoff. Insgesamt habe man eine Vereinheitlichung der Öffnungszeiten unter Abdeckung der Markttage und Berücksichtigung der Personalausstattung erreicht, so Steinhoff. Er verhehlte aber auch nicht, dass sich die gesamte Öffnungszeit des Rathauses von bisher 29 auf 23 Stunden pro Woche verringere. Gleichzeitig – quasi als Ausgleich – werde ab 1. Januar 2019 ein Online-Behördenportal zur Verfügung stehen, über das Dienstleistungen wie Meldebescheinigungen und Personenstandsurkunden abgewickelt sowie Terminvereinbarungen getroffen werden können. 

CDU-Ratsherr Adrian Viteritti sah die Neuregelung kritisch: „Ich bin kein Freund von reduzierten Öffnungszeiten.“ Zudem zweifelte er an, ob das Online-Behördenportal wirklich zu Jahresbeginn rundlaufe. Ausweitung der Antragsmöglichkeiten Auch FDP-Fraktionschef Carsten Hellwig übte Kritik: „Da kommt keine Freude auf.“ Wünschenswert sei eine Ausweitung der Antragsmöglichkeiten auf der digitalen Plattform. SPD-Fraktionschef Wolfgang Schrader mahnte zu Geduld: „Lasst es uns ein Jahr probieren und dann sehen wir weiter.“

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