Sind die Mieter zu faul, um Sperrmüll anzumelden?

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Sperrmüll an der Lennestraße

Plettenberg – Bei einer kleinen Rundfahrt durch die Kersmecke sind uns vor einigen Wochen diverse Müllberge neben Mülltonnen aufgefallen: ein Kinderbett in Rennauto-Form, kaputte Wäscheständer, ein Kühlschrank auf der Wiese. Seit dem letzten Besuch hat sich etwas getan – leider sowohl positiv als auch negativ.

Vor den Mehrfamilienhäusern an der Breslauer und an der Berliner Straße hatte sich so Einiges an Sperrmüll und Unrat angesammelt. Auch an der Königsberger Straße stach besonders eine Reihe von gefüllten blauen Säcke ins Auge. Darin enthalten: alles – von Elektroschrott bis hin zu ausgedienten Kleidungsstücken. Die Säcke waren an einer Hecke aufgereiht, daneben lag eine defekte Kinderrutsche aus Plastik. Warum das alles? Sind die Anwohner zu faul, den Müll als Sperrmüll anzumelden oder zum Altkleider-Container zu bringen?

 Fragen über Fragen, die sich die Anwohner damals stellten. Ein erneuter Besuch in der Kersmecke zeigt nun: Die Müllberge, die damals auf Empörung gestoßen sind, sind größtenteils verschwunden. Der Sperrmüll an der Breslauer Straße ist größtenteils weg, die Kinderrutsche liegt zwar noch auf einer Wiese, aber auch die Anzahl der blauen Müllsäcke hat sich deutlich reduziert. Dem Plettenberger Ordnungsamt würden immer mal wieder Müllansammlungen im Bereich Kersmecke gemeldet, teilte Stefanie Schade auf Anfrage der Heimatzeitung damals mit.

 Der Stadt lag keine Meldung über Sperrmüll an diesen Stellen vor. Wenn niemand Müll anmeldet, wird dieser logischerweise auch nicht abgeholt. Mittlerweile sind einige der Berge verschwunden. Aufgrund unserer Nachfrage wurde sich vonseiten der Stadt schnell gekümmert. Dennoch entdeckte die Redaktion in dieser Woche bei einer erneuten Rundfahrt durch die Kersmecke neue Müllberge. Vor allem an der Berliner Straße fällt ein riesiger Sperrmüllhaufen auf, der laut Aussage einer Spaziergängerin schon seit Wochen dort liegt. Auch auf dem Grundstück des LEG-Komplexes (zwischen Berliner und Breslauer Straße), ist es vermüllt. Ein Autoreifen im Gebüsch, leere Alkoholflaschen und Plastikverpackungen.

Auch in der Kersmecke gibt es ein Sperrmüll-Problem.

 Eine Anfrage bei der Immobiliengesellschaft LEG, bringt folgende Antwort hervor: „Generell gehen wir sehr gewissenhaft und proaktiv mit dem Thema Müll um und unsere Hauswarte kontrollieren unsere Bestände regelmäßig, so auch im Falle unserer Wohnanlage Kersmecke in Plettenberg.“ Weiter heißt es in der LEG-Mitteilung: „Die unsachgemäße Entsorgung von Müll kommt leider immer wieder vor – so auch in diesem Fall. Hierüber ärgern wir uns genauso, wie unsere Mieter. Wir sensibilisieren generell alle unsere Mieter zum Thema Müll/Sperrmüll, durch intensive persönliche Gespräche, aufklärende Anschreiben etc. Doch ab einem gewissen Punkt muss auch die Eigenverantwortung einer Hausgemeinschaft zum Tragen kommen. Wir sehen unsere Mieter mit in der Verantwortung, hier im Rahmen einer intakten Hausgemeinschaft miteinander eine pragmatische Lösung zu finden“, so Mischa Lenz, Pressesprecher der LEG-Immobiliengruppe. Er ergänzt: „Die für uns tätige Fachfirma wird noch in dieser Woche den Kleinmüll aus der Anlage sammeln. Die Wohnanlage wird ganz generell in unserem Auftrag regelmäßig begangen und Kleinmüll entfernt. Für die Häuser an der Breslauer Straße ist laut Auskunft der Stadt Plettenberg für diese Woche Sperrgut angemeldet. Wir werden uns aber selbstverständlich im Sinne unserer Mieter um alle weiteren nötigen Schritte kümmern.“ 

Auch Ratsherr Siegfried Davideit ist sauer über die – wie er findet – zunehmende Vermüllung in der Stadt. Er regt sich über einen Sperrmüllberg an der Lennestraße 100 in Ohle auf. „Da liegt schon bestimmt fünf bis sechs Wochen alles einfach an der Straße und wird nicht abgeholt. Es kann nicht sein, dass der Wohnungsunrat über solch einen langen Zeitraum liegen bleibt. Wir schaffen hier Nachahmer und Gleichgültigkeit!“, macht er seinem Frust Luft. Stefanie Schade vom städtischen Ordnungsamt hat für uns nachgehört und bestätigte: „Der Sperrmüll an der Lennestraße wurde genau für den heutigen Tag angemeldet. Ich hoffe, dass sich der Fall damit erledigt hat“, erklärt die Mitarbeiterin. Dennoch befände sich der Sperrmüll auf dem Wohnhausgrundstück und nicht auf einer kommunalen Straße. Generell bedeutet das, dass die Stadt nicht zuständig ist, sondern an dieser Stelle wieder der Hauseigentümer zur Verantwortung gezogen werden müsse. Schade appelliert in diesem Zusammenhang noch einmal an alle Bürger, die ein Müll-Problem sehen, das Gespräch mit den jeweiligen Hauseigentümern zu suchen oder bei der Stadt direkt nachzuhaken, sollte es ein Problem geben, das längere Zeit nicht behoben wird.

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