Veraltete Satzung erlaubt Geschäften zu öffnen/ Maiplatz-Sperrung angedacht?

Verkaufsoffener Sonntag sorgt für Irritationen

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Wer am Freitagabend in der Schlange vor einem Foodtruck am Maiplatz stand oder aber gegenüber die Lichtshow von „eSteffanie“ verfolgen wollte, musste manches Mal zur Seite gehen: Weder für den privaten Pkw-Verkehr, noch für den Busverkehr waren der Maiplatz und die Grünestraße, wie sonst bei größeren städtischen Veranstaltungen üblich, gesperrt worden.

Plettenberg - Ein hell erleuchteter Rossmann-Drogeriemarkt und Kunden, die mit Modepark-Röther-Tüten über den Maiplatz spazieren. Eigentlich kein ungewohntes Bild in der Plettenberger Innenstadt – für einen Sonntag allerdings schon, denn eigentlich darf in NRW Sonn- und Feiertags nicht einfach so geöffnet werden. Oder vielleicht doch?

Der vergangene Sonntag war wirklich ein besonderer Tag – denn die Plettenberger waren sehr erstaunt über die Öffnung einiger weniger Läden in der Innenstadt. Schnell wurde in den sozialen Netzwerken diskutiert: „Warum haben die Geschäfte sonntags auf?“, „Warum wusste niemand davon und warum machen nur einige Läden mit?“, waren dabei nur einige Fragen, mit denen sich die Nutzer auseinandersetzten.

 „Es war durchaus eine sehr komische Situation in der Innenstadt. Ich hatte selber überhaupt keine Ahnung davon, dass einige Geschäfte öffnen würden“, erklärte Stadtmarketing-Geschäftsführer Steffen Reeder im Gespräch mit unserer Zeitung. Er erklärte dazu folgendes: „Tatsache ist, das laut der aktuellen Satzung der Stadt Plettenberg theoretisch die Möglichkeit bestünde, die Geschäfte in der Innenstadt sonntags zu öffnen.“ Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel verliert die aktuell gültige Satzung der Stadt Plettenberg zum „Offenhalten für Verkaufsflächen an Sonn- und Feiertagen“ nach zehn Jahren zum Ende des Jahres ihre Gültigkeit und soll im „Klarstellungsinteresse“ in der Dezembersitzung des Stadtrates aufgehoben werden. Eine Öffnung der Geschäfte an einem Sonntag kann nach aktueller Rechtslage laut Spiegel nur noch erfolgen, wenn zeitgleich in der Stadt ein Fest oder eine ähnliche Veranstaltung mit „überregionaler Ausstrahlung“ stattfindet, deren „schmückendes Beiwerk“ der verkaufsoffene Sonntag wäre. „Dafür würde in Plettenberg nur ein Event wie der P-Weg oder die PleWo infrage kommen“, sagt Reeder dazu. 

„Mittlerweile hat das Land die Gesetze deutlich verschärft. Somit ist unsere Satzung vollkommen veraltet und wird im Dezember abgeschafft“, erklärt Bürgermeister Ulrich Schulte dazu. Ein weiteres Thema im Zusammenhang mit dem Foodtruckstop beschäftigte viele Plettenberger, die sich genau wie unser Redakteur Dirk Grein (siehe Kommentar rechts) fragten, warum der Maiplatz nicht für eine Veranstaltung in der Größe für den Bus- und Pkw-Verkehr gesperrt werden könne. „Den Busverkehr des ZOB Grünestraße für diesen einen Abend umzuleiten, wäre schlicht und einfach viel zu aufwendig. Es müssten ja überall Ersatzhaltestellen installiert werden. Das ist alles mit viel Arbeit verbunden und wäre für die Dauer der Veranstaltung einfach zu aufwendig.“ 

Auf Nachfrage, ob man den Maiplatz denn nicht beim nächsten Mal wenigstens für den Pkw-Verkehr sperren könnte, erklärte Schulte: „Wenn es noch einmal einen Foodtruckstop in Plettenberg geben sollte, dann könnte man sicherlich über solch eine Verkehrsregelung nachdenken.“

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