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Vereine müssen erhöhen: Droht Bierpreisschock beim Schützenfest? 

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Von: Georg Dickopf

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Das kleine Bier (0,2 Liter) kostete bei der Waterkant 2,50 Euro, was die Gemüter erregte. Solche Preise wollen die Schützenvereine in Plettenberg in diesem Jahr nicht verlangen, doch sehr viel günstiger wird es bei den anstehenden Schützenfesten zumindest in Plettenberg nicht werden.
Das kleine Bier (0,2 Liter) kostete bei der Waterkant 2,50 Euro, was die Gemüter erregte. Solche Preise wollen die Schützenvereine in Plettenberg in diesem Jahr nicht verlangen, doch sehr viel günstiger wird es bei den anstehenden Schützenfesten zumindest in Plettenberg nicht werden. © Dickopf, Georg

Die Schützenfestsaison im Sauerland kommt nun langsam ins Rollen, doch kann man sich den Besuch unter der Vogelstange und beim Tanzabend angesichts stark gestiegener Fassbierpreise überhaupt noch leisten?

Plettenberg – Richtig aufgekommen ist das Thema in Plettenberg bei der ersten Waterkant-Veranstaltung, bei der stolze 2,50 Euro für 0,2 Liter Bier und Wasser genommen wurden.

Müssen wir mit solchen Preisen auch beim Schützenfest rechnen, wollten wir von den Verantwortlichen der Plettenberger Schützenverein wissen und haben uns umgehört und die geplanten Preise erfragt.

Markus Laurenz, Vorsitzender Landemerter Schützen, bereitet gerade das erste Schützenfest seit drei Jahren vor, das vom 26. bis 29. Mai stattfindet. „Wir gestalten den Preis so, wie uns die Brauereien die Preise vorgeben“, sagt der Vorsitzende Festgelegt habe man sich auf einen Preis von 2,50 Euro für 0,25 Liter Fassbier.

Kohlensäure, Gläser und andere Artikel - alles teurer geworden

„Vor drei Wochen haben wir es bei der gleichen Bechergröße mit zwei Euro versucht und dabei nichts verdient“, bedauert Laurenz die notwendige Preiserhöhung. „Wir müssen mit den Einnahmen den Schießstand, die Unterhaltung der Schützenhalle und die Kapellen tragen, und die Energiekosten sind auch gestiegen. Das ist das Dilemma“, so Laurenz. Die gesamten Vorstände der Schützenverein seien mit der derzeitigen Situation unzufrieden. „Wir alle würden den Schützen gerne viel weniger Geld abnehmen“, so der Vorsitzende, der in diesem Jahr mit Festwirt Daniel Ochtendung zusammenarbeitet.

Der bekam am Montag erneut vier Preiserhöhungen für Fleisch und andere Dinge. „Auch Kohlensäue, die Gläser und viele andere Artikel sind teurer geworden. Da ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“, so Ochtendung, Zudem sorge auch der gestiegene Mindestlohn für einen deutlichen Preisanstieg bei den Personalkosten, was auch oft vergessen werde.

In Landemert wird er die nichtalkoholschen Getränke nach Absprache mit dem Vorstand für 2,30 Euro anbieten.

Bei der Plettenberger Schützengesellschaft hat sich der Vorstand um den Vorsitzenden Thomas Knappe ebenfalls Gedanken gemacht. Beim Probevogelschießen werde man für den 0,25-Liter-Becher Bier 2,30 Euro nehmen, doch angesichts weiterer Preiserhöhungen tendiere man beim Schützenfest Mitte Juni ebenfalls zu einem Preis von 2,50 Euro pro 0,25 Liter. Schnäppchenjäger legt Knappe die Flasche Radler ans Herz, die am Schießstand mit mehr Inhalt und weniger Alkohol zum gleichen Preis verkauft werde. Das gleiche gelte für Wasser.

Nach Knappes Beobachtungen liegt der auf einen Viertelliter umgerechnete Preis in den Kneipen Plettenbergs zwischen 2,30 und 2,50 Euro, daran orientiere man sich auch beim Schützenfest.

Jörg Klages, Vorsitzender von Blau-Weiß-Sundhelle redet Klartext: „Bei solchen Preisen wie an der Waterkant würde ich mich schämen. Ich finde es eine Frechheit, die Leute so auszunehmen. Wir versuchen den Preis von zwei Euro für 0,25 Liter zu halten. Im schlimmsten Fall müssen wir vielleicht 2,20 Euro nehmen“, so Klages, nach dessen Angaben der Schützenverein Sundhelle der einzige Schützenverein Plettenberg ist, der eine schwarze Null schreibt beim Schützenfest. „Wir verdienen lieber 500 Euro weniger, als uns die Gäste zu vergraulen. Ich mache diese Preistreiberei nicht mit“, stellt Klages klar.

Kai-Uwe Eppmann, Vorsitzender der Eiringhauser Schützen, plant mit 2,40 Euro bis 2,50 Euro beim Eiringhauser Schützenfest und hat selbst gemerkt, wie stark über die Getränkepreise diskutiert wird, wenn diese in den Augen der Besucher augenscheinlich zu hoch liegen.

Waterkant: Preis bleibt, Gläser werden größer

Wie am Donnerstag an der Waterkant. Über die zukünftige Preisgestaltung sprach er am Montag mit Jessica Kosch (TuS Plettenberg) und Sylvia Eick (Kultour GmbH). Demnach kostet das Bier an der Waterkant zukünftig 2,50 Euro für ein 0,25-Liter-Glas. Und: Bei der nächsten Waterkant-Veranstaltung am 2. Juni sollen passend zum Stadtjubiläum mindestens 625 Becher Mineralwasser kostenlos ausgeben werden.

Auf einem etwas anderen Preisplaneten wähnt man sich in Affeln. Dort kostete das kleine 0,2-Liter-Glas Pilsbier vor Corona (2019) gerade einmal 1,40 Euro und sollte im Jahr darauf auf 1,50 Euro angehoben werden. „Jetzt überlegen wir, ob wir 1,60 Euro oder 1,70 Euro nehmen“, sagt der Vorsitzende Detlef Schulte. Umgerechnet auf 0,25 Liter wären das 2 Euro oder 2,13 Euro.

Schulte sieht die Preiserhöhung übrigens weit weniger dramatisch. „Bei einem Preisanstieg von zehn Euro pro Hektoliter ergeben sich Mehrkosten pro Glas von zwei Cent“, so Schulte. Zuletzt verzapfte man dort bei Bierpreisen von 1,40 Euro übrigens 94 Hektoliter Bier und erzielte einen fast fünfstelligen Gewinn. „Es geht jetzt erst einmal darum, wieder gemeinsam zu feiern“, findet Schulte.

Die Bierpreisübersicht bei den Schützenfesten

Die geplanten Bierpreise bei den heimischen Schützenfesten im Überblick. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde der Preis für 0,25 Liter berechnet.

Schützenfest Landemert: 0,25 Liter Bier = 2,50 Euro

Schützenfest Oestertal: 0,25 Liter Bier = 2,00 bis 2,30 Euro

Stiftungsfest der PSG: 0,25 Liter Bier = 2,30 bis 2,50 Euro

Schützenfest Sundhelle: 0,25 Liter Bier = 2,00 bis 2,20 Euro

Schützenfest Äggerin: 0,25 Liter Bier = 2,40 bis 2,50 Euro

Schützenfest Grünetal: 0,25 Liter Bier = 2,50 Euro

Schützenfest Affeln: 0,25 Liter Bier = 2,00 bis 2,13 Euro

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