Den Ablasshandel kinderleicht erklärt

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Kinderliedermacher Uwe Lal wusste die Kleinen zu begeistern. Darüber hinaus erzählte er ihnen mehr über Martin Luther und den Ablasshandel.

Wer war Martin Luther? Und was war der Ablasshandel? Den kleinen Plettenbergern wurden diese Fragen spielerisch beantwortet. Allerdings hatten nicht so viele Kinder wie erhofft den Weg zur Veranstaltung des Familienzentrums Mittendrin im Jugendzentrum gefunden.

Nicht einmal eine Viertelstunde vor der Eröffnung der Veranstaltung war von den Organisatoren befürchtet worden, Kinderliedermacher Uwe Lal würde nur vor einer Handvoll Kinder auftreten können – so mäßig waren die Aktionen besucht worden, die sich die Mitarbeiterinnen des Evangelischen Familienzentrums Mittendrin anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums für die Kleinen ausgedacht hatten. Sandra Becker, Leiterin des Familienzentrums, erklärte, dass sie sich wegen des verlängerten Wochenendes und der Ferien zwar keinen Illusionen hingegeben hätte, dass Massen an Kindern zum Jugendzentrum strömen würden. Mit ein wenig Besuch mehr hätte man aber schon gerechnet.

Die kleinen Plettenberger, die gekommen waren, konnten allerdings allerhand über Martin Luther und die Reformation lernen – alles auf eine spielerische Art und Weise. Dazu trug vor allem Liedermacher Uwe Lal bei. Mit Witz und Esprit wusste er vom ersten Moment an, die Kinder für sich zu gewinnen und auch viele Erwachsene folgten seinen Anweisungen, mitzusingen, zu klatschen und die Lieder pantomimisch zu untermalen.

Lal erzählte die Geschichte Luthers auf eine Art, die Kinder leicht nachvollziehen können. Den Ablasshandel beispielsweise übertrug er auf ein Gleichnis von Freundschaften: Die Vergebung der Sünden durch Zahlen eines Geldbetrages sei zu vergleichen mit einem Freund, der eine Entschuldigung nach einem Streit nur dann annehme, wenn er dafür zusätzlich bezahlt würde.

Immer wieder bezog Lal die Kinder direkt ins Programm ein. Dabei stellte sich heraus, dass diese schon viel über den Reformator gelernt hatten. Zum Beispiel, dass dieser eine Zeit lang auf der Wartburg verbracht habe. Und Lal war sich sicher: Damit Luther während dieses Aufenthalts nicht zunahm, habe er sicher Sport getrieben. Die Anwesenden taten es dem Reformator gleich und vollführten Kniebeugen und Hampelmänner im heimischen Jugendzentrum. Turbulent wurde es bei dem Lied „Gott mag die Kleinen“, da die Aufzählung derjenigen, die Gott liebe, immer schneller wiederholt wurde und die Kinder schon bald nicht mehr hinterherkamen; die Freude am Mitmachen nahm aber mit der Geschwindigkeit des Liedes zu.

Zu Beginn des Programms hatte sich der Saal des Jugendzentrums glücklicherweise merklich gefüllt. Und so gab es anschließend genügend Interessierte, die beispielsweise in ein typisch mittelalterliches Mönchsgewand schlüpften oder aber ein Foto mit einer über einen Meter großen Luther-Playmobil-Figur machten. Ein ‚normal’ großer Playmobil-Luther konnte beim Drehen des Glücksrads gewonnen werden; ebenso auch das Pixi-Buch „Die Geschichte von Martin Luther“. Außerdem bestand die Möglichkeit, den Vordruck einer Lutherrose auszumalen und daraus einen Button fertigen zu lassen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Lied „Komm mit, schlag ein“ – eine musikalische Einladung, Jesus einen Platz in seinem Leben zu geben.

Nina Scholle

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