Start der Johannimarkt-Woche in Eiringhausen

16 Varianten gegen die Kälte

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„Endlich wieder Johannimarkt“, meinen diese Besucher, die sich beim Auftaktabend wärmende Getränke gönnten.

Plettenberg - „Was in Düsseldorf gelingt, das können wir in Eiringhausen auch.“ Dieser Grundgedanke galt vor 35 Jahren als Startschuss für den Eiringhauser Johannimarkt.

Auf Initiative von Heinz Hugo Henche (Möbelhaus Schmellenkamp) war eine Busladung voll Gewerbetreibender im Jahr 1983 in die Rheinmetropole aufgebrochen. Dort besuchten sie einen Markt, dessen Konzept als Schablone für den Johannimarkt diente. 

Die heimische Werbegemeinschaft fand die Idee verlockend, Geschäftspartner in der Adventszeit zu Gesprächen und warmen Getränken einzuladen. Kurzerhand wurden 16 Holzbuden gebaut, der Platz neben der Johanniskirche als Veranstaltungsfläche auserkoren – und schon konnte die Premiere im Jahr 1984 gefeiert werden. 

Die Veranstaltung stieß auf Anhieb auf große Resonanz, erinnert sich Thomas Lipps, heutiger Vorsitzender der Werbegemeinschaft: Neben dem bunten Treiben, das viele Besucher der Geselligkeit wegen anlockte, konnten die Händler zahlreiche Gespräche führen und im Nachgang, wie erhofft, neue Geschäftskunden gewinnen. 

Der Verkauf von kleinen Geschenkideen konnte sich auf dem Markt nicht durchsetzen. Inzwischen wird ausschließlich auf Leckereien im Glas, Becher oder auf der Gabel gesetzt. Auch die Gesichter haben sich im Laufe der Jahre verändert: Von der Anfangs-Mannschaft sind noch drei Betreiber mit dabei. 

Die Wechsel haben der Veranstaltung nicht geschadet, im Gegenteil: Das Angebot ist abwechslungsreich wie eh und je. Unverändert erhalten geblieben ist der Charme eines Marktes mit „einem besonderen Flair“, betonte Bürgermeister Ulrich Schulte am Samstag bei der Eröffnung. 

Was sich – aus Sicht der Organisatoren glücklicherweise – geändert hat, sind die Reaktionen des Publikums auf das tägliche Schließen der Buden um 21 Uhr. Dieses sorgte anfangs bei manchem Gast für Unmut. „Da wurden wir regelrecht beschimpft“, erinnert sich Thomas Lipps. Inzwischen sei die Sperrstunde fester Bestandteil und die Besucher haben sich daran gewöhnt. Schließlich müssen die Akteure, die abends in den Buden Getränke ausschenken, am nächsten Morgen wieder in ihren Geschäften stehen. 

Und so heißt es in der kleinen Budenwelt noch bis kommenden Samstag jeden Abend zur selben Uhrzeit: „Liebe Leute lasst Euch sagen, die Uhr hat 21 Uhr geschlagen. Löscht das Feuer, löscht das Licht – der Johannimarkt macht jetzt dicht.“

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