Wer führt die SPD in Plettenberg in die Zukunft?

+
SPD-Fraktionschef Wolfgang Schrader (links) bei seiner Verabschiedung während der letzten Ratssitzung in der Plettenberger Schützenhalle.

Die Plettenberger SPD und Wolfgang Schrader gehören seit nunmehr 40 Jahren in der Kommunalpolitik zusammen. Wenn jedoch am 3. November die konstituierende Ratssitzung stattfindet, wird das der letzte Auftritt des Kommunalpolitikers im Ratssaal sein.

Plettenberg - „Für mich war das langfristig geplant. Ich höre auf, wenn ich es selbst bestimmen kann“, so Schrader, dessen Nachfolge lange Zeit offen war. So wurden verschiedene Namen gehandelt, doch jetzt steht fest, dass der SPD-Vorsitzende Stefan Langenbach auch der neue Fraktionschef der Plettenberger Sozialdemokraten wird. Der Ortsverein musste bei der Wahl vor drei Wochen deutliche Stimmenverluste hinnehmen und wird sich künftig mit elf Mandaten im Stadtrat zufriedengeben müssen. „Das Ergebnis der Kommunalwahl war schon bitter, auch wenn sich die CDU wohl noch mehr Stimmen ausgerechnet hatte“, sagt Schrader, der selbst auf 13 Ratsmandate für die SPD gehofft hatte und die Wahlniederlage auf den „Merkel-Effekt“ zurückführt. 

Der 72-jährige Plettenberger will sich nach seiner Verabschiedung gänzlich aus der Politik zurückziehen und auch im Hintergrund keine Fäden mehr ziehen oder Ratschläge erteilen. „Meine Frau hat gesagt, das Leben geht auch ohne Politik“, sagt der Plettenberger, der sich ebenso wie seine Frau ein E-Bike zugelegt hat und die neu gewonnene Freizeit nun für andere Aktivitäten nutzen will. In der Plettenberger Kommunalpolitik setzte sich Wolfgang Schrader seit den 1980er Jahren für die Belange der Stadt und der Bürger ein und scheute sich nicht vor kritischen Anmerkungen. Dabei blieb er aber stets fair und war als Fraktionsvorsitzender ein verlässlicher und allseits geschätzter Kommunalpolitiker. Als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des AquaMagis war Schrader ebenfalls viele Jahre eine feste Größe. 

Stefan Langenbach, sein jüngst einstimmig gewählter Nachfolger in der Fraktion, will und muss nun die weitere Verjüngung des SPD-Ortsvereines vorantreiben, kann aber immerhin auf die Unterstützung der PWG und der FDP hoffen, die alle zusammen die Ratsmehrheit haben und damit bei strittigen Themen in Plettenberg die Entscheidungen treffen können. „So eine Gallionsfigur im Rat zu ersetzen, ist nicht leicht. Er war eine Instanz, aber ich muss jetzt versuchen, meinen eigenen Weg in der Fraktionsführung zu finden“, sagt Langenbach, dem Stellvertreterin Martina Reinhold als älteste SPD-Ratsfrau zur Seite steht und die ihrerseits auf den Vorsitz verzichtet, um den notwendigen Generationswechsel in der Partei voranzutreiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare