Schäden am alten Hallenbad, Verletzter in Böddinghausen, Schlammmassen auf der B 236

Unwetter lässt Dächer einstürzen

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Vor allem das alte Hallenbad in Böddinghausen hat das Unwetter am Donnerstag schwer getroffen. Regenwasser war durch die Deckenkonstruktion in die Räume des Ober- und Untergeschosses geflossen. 

Plettenberg - Bis kurz vor Mitternacht waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Donnerstag noch im Einsatz. Das Unwetter hat seine Spuren in vielen Teilen Plettenbergs hinterlassen. Neben dem TuS-Vereinsheim „Elfer“ und dem Teka-Tiefkühlmarkt (wir berichteten) hat es vor allem das alte Hallenbad in Böddinghausen schwer getroffen. Unsere Reporter haben sich am Tag danach einen Überblick verschafft.

Am schlimmsten betroffen war das untere Lennetal mit den Ortsteilen Eiringhausen, Eschen und Böddinghausen. Unzählige Kellerräume standen teilweise bis zur Kellerdecke unter Wasser. Aber auch das Elsetal war vom Unwetter betroffen. Größere Mengen Wasser mussten aus den Hallen der Firma Nedschroef in Mühlhoff abgepumpt werden. Zudem waren Bäume in diesem Bereich aufgrund des Gewittersturmes umgestürzt und Straßen überflutet.

Wasser gelangt ins alte Hallenbad

Viel zu tun gab es im alten Hallenbad in Böddinghausen, in dem diverse Dachplatten eingestürzt waren. In dem Gebäude floss das Regenwasser durch die Decke in die Räume des Ober- und Untergeschosses. Das bedeutete viel Arbeit – nicht nur für die herbeigeeilte Feuerwehr, sondern auch für die Ehrenamtlichen, die die Räume nutzen und gekommen waren, um zu helfen.

Auch am P-Center an der Bahnhofstraße war die Straße am Donnerstag überflutet. J Foto: Dickopf

Im Obergeschoss waren die Schäden beträchtlich. Hier befindet sich die Mensa des Böddinghauser Hauptschul-Standortes der Zeppelinschule beziehungsweise des Kompetenzzentrums Berufsorientierung Plettenberg. Abgesehen davon, dass Wände und Böden völlig durchnässt waren, mussten viele der hier gelagerten Lebensmittel weggeworfen werden.

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Im Untergeschoss, das vom Schwimmverein genutzt wird, hatte sich das Wasser vor allem in der kleinen Turnhalle angesammelt. Hier könnte es auch – trotz des Einsatzes der Schwimmer und der Feuerwehr – die größten Schäden angerichtet haben, denn sollte die Feuchtigkeit unter dem Hallenboden festsitzen, besteht Schimmelgefahr.

Modehaus Hamme schließt vorerst

Nachhaltig getroffen hat es das Modegeschäft Hamme in der Innenstadt. Am Donnerstagabend überschwemmten die Regenmassen den Keller und den Verkaufsraum. „Wir müssen für mindestens zwei Wochen schließen“, erklärt Inhaberin Elke Hamme im Gespräch und lässt ihren Blick durch den Laden schweifen. Die Schaufensterpuppen sind in Tücher gehüllt, Dreck liegt auf dem Boden und Trocknergeräte laufen auf Hochtouren. An den Wänden im Verkaufsraum ist noch klar zu erkennen, bis wohin das Wasser reichte. „Die Autos und Busse haben das ganze verschlimmert“, erklärt sie. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug an dem Geschäft vorbeigefahren sei, sei das Wasser in den Laden geschwappt.

Das Modehaus Hamme schließt für die nächsten Wochen, da die Regenmassen den Verkaufsraum und den Keller überschwemmten. Die Schaufensterpuppen sind in Tücher gehüllt.  

 „Wir haben versucht, so viel zu retten, wie wir können“, erklärt sie. Vieles sei aber zu stark durchnässt. Der Versicherungsmakler sei gleich gestern Morgen vor Ort gewesen. Die Versicherung zahle. Doch der Schaden ist größer: Zwei Wochen keine Kunden, das „tut weh.“ Auf den Schaden hingewiesen werden die Kunden mit einem Schild vor dem Geschäft.

Wasser im Raum der Ohler Tankstelle

Weniger schlimm sind die Schäden an der BFT-Tankstelle in Ohle. Hier drang das Wasser in den Verkaufsraum ein, da das Dach die Wassermassen nicht aufnehmen konnte. Einen Tag später ist davon aber nichts mehr zu sehen. „Es ist alles wieder weg“, erklärte Tankstellen-Inhaber Ralf Ibele, der die Tankstelle am Freitag wie gewohnt geöffnet hatte. Es sei nur ein geringer Schaden entstanden. Ibele: „Zum Glück haben wir keinen Keller.“

Terrasse des TuS Plettenberg gesperrt

Glück im Unglück – davon war auch beim TuS Plettenberg die Rede, bei dem wie berichtet das Vordach des Vereinsheims „Elfer“ im Lennestadion eingestürzt ist, aber niemand verletzt wurde. 

Plettenbergs Unwetter im Laufe der Jahrhundert

Die Feuerwehr hat die Terrasse des Elfer bis auf weiteres gesperrt. Am Montag erwartet der Verein einen Sachverständigen, der die Schäden analysieren wird; diese werden nach Aussage des TuS von der Versicherung übernommen.

Verletzter Mann in Böddinghausen

Verletzt hatte sich derweil eine Person in Böddinghausen. Eine älterer Mann war schwer gestürzt, als er in einem Mehrfamilienhaus Wasser aus den Kellerräumen entfernte. Die Ersthelfer-Einheit aus Selscheid, die sich in unmittelbarer Nähe befand, versorgte den Mann, bis Rettungswagen und Notarzt eintrafen. Der Verletzte wurde mit dem Verdacht auf Schädelverletzungen ins Plettenberger Krankenhaus eingeliefert.

B 236 eine schmierige Schlammbahn

Auf der B 236 im Bereich Wiebecke verwandelte der Starkregen die Fahrbahn kurzerhand in eine Schlammpiste. In Windeseile verstopften die von einem Acker abgespülten Erdmassen die Wassereinläufe der Bundesstraße. Der Starkregen verwandelte die Fahrbahn dadurch in einen braunen Wasserstrom, der sich weit bis hinter die Wiebecker Kurve zog. 

Im Bereich Wiebecke war die Straße auch gestern noch vom Schlamm gezeichnet. 

Die Verkehrsteilnehmer konnten die Strecke nur noch im Schritttempo befahren. Die Feuerwehr säuberte schließlich die Einläufe und spritze die Straße notdürftig mit Wasser ab. Auch Landwirt Björn Kirchhoff, der Pächter der oberhalb liegenden Ackerfläche ist, war aktiv und entfernte die Schlammmassen mit dem Frontlader seines Traktors. Der Landesbetrieb Straßen.NRW stellte Tempo 30-Schilder auf, die auch bis auf weiteres stehen bleiben.

Land unter nach Unwetter in Plettenberg

Kirchhoff, der die Ausgleichsfläche von Amprion in den nächsten Tagen einsäen wollte, sah die Lage pragmatisch: „Man kann den Boden ja nicht festhalten.“ Der Starkregen sei so gesehen zum ungünstigsten Zeitpunkt gekommen, denn mit einer Bepflanzung wäre weit weniger Erdreich abgespült worden.

Auf der B236 zwischen Siesel und Pasel im Bereich Wiebecke verwandelte der Starkregen die Fahrbahn in eine Schlammpiste. Hier konnte zeitweise nur noch im Schritttempo gefahren werden.

In den nächsten Tagen will Kirchhoff auf der Ausgleichsfläche eine reichhaltige Saatgutmischung aufbringen, die aus dem Schlammacker schon bald eine „artenreiche Grünlandfläche“ macht, die dem nächsten Starkregen hoffentlich besser trotzt.

Öl in der Lenne in Eiringhausen

Derweil stellte die Feuerwehr auf dem Untergraben der Lenne in Eiringhausen eine Verunreinigung durch eine ölhaltige Substanz fest. Nachdem die Einsatzkräfte Ölsperren errichtet hatten, gelang es ihnen gemeinsam mit der unteren Wasserbehörde, den Einlauf der Substanz in die Lenne zu verhindern. Die Ursache ist unbekannt. 

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