1 000 Unterschriften für den Erhalt der Innenstadt-Bäume

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Klaus Lehnert (Mitte) und Jörg Zaborowski (rechts) übergaben gestern die teils handgeschriebenen, teils ausgedruckten Zettel mit den Unterschriften für den Baumerhalt an Bürgermeister Ulrich Schulte.

Plettenberg -  „Wenn die Bäume weg müssen, ist die Planung falsch.“ Dieser Satz steht als Bemerkung neben der Unterschrift von Thomas Großheim und begründet, warum die Innenstadt-Bäume erhalten werden sollen. „Ein Satz, der auch gut und gerne unser Slogan werden könnte“, sagt Klaus Lehnert, der gemeinsam mit Jörg Zaborowski gestern Listen mit nun rund 1 000 Unterschriften an den Bürgermeister übergeben hat.

Während der Ferien haben die beiden Plettenberger fleißig Stimmen für den Erhalt von 43 Bäumen gesammelt, die nach Meinung des Planungsbüros ‘bbz’ zugunsten einer schöneren Innenstadt gefällt und durch 21 neue Bäume ersetzt werden sollen.

Lehnert und Zaborowski nutzten für ihre Listen unterschiedliche Plattformen. 500 Unterschriften sind bis heute handschriftlich über Listen in Plettenberger Geschäften zusammengekommen, weitere 500 über eine Internet-Petition, die Jörg „Jorgen“ Zaborowski über die Seite ‘www.change.org’ ins Leben gerufen hatte. Der Nachteil dieser Internet-Unterschriften ist, dass sie nicht nach Städten, sondern – offenbar aus Datenschutzgründen – nur nach Ländern lokalisiert werden. Der Seitenbetreiber wertet dazu den Standort des Computers aus (die IP-Adresse) – „weil viele im Urlaub waren, tauchen deshalb auch Einträge zum Beispiel aus Palm Springs auf“, erklärt Zaborowski zum Beispiel den Eintrag des Plettenbergers Günter Geck.

Weil auch Bürgermeister Ulrich Schulte die fehlende Städteangabe etwas unglücklich fand, wurden ihm die Wohnorte der Unterzeichner inzwischen nachgereicht. Wie dem auch sei: „Die Anzahl der Unterschriften ist nicht ausschlaggebend. Ob es 40, 400 oder 1 000 sind – wir müssen uns mit diesem Thema beschäftigen“, sagte Schulte. „Aber es sprechen mich auf der Straße auch genügend Leute an, die die Pläne mit den neuen statt der alten Bäume so wollen“, berichtete Schulte. „Da läuft eine Linie durch Plettenberg, auch durch den Rat.“ Zaborowski konterte: „Das sind doch alles Schlappschwänze. Ich kann nicht für etwas sein, aber nichts machen.“ Worauf Schulte erwiderte: „Es ist ja üblich, dass sich nur die melden, die gegen etwas sind.“

Klaus Lehnert versuchte bei dieser Gelegenheit vorzufühlen, ob der Rat mehrheitlich für die Baumfällung sein wird. „Vom Bauchgefühl her ja“, sagte Bürgermeister Schulte. Er könne aber heute schon sagen, dass nicht alle 43 Bäume stehen bleiben werden – genau das ist ja die Forderung der Unterzeichner. „Sie würden mit Ihrer Entscheidung einige Leute erbosen“, warnte Zaborowski, während sich Lehnert hoffnungsfroh gab: „Ich glaube an das Gute im Menschen.“

Am heutigen Mittwoch geht die Diskussion um die Bäume in die nächste Runde: Für 18 Uhr lädt die Stadt alle Interessierten zu einem Stadtrundgang ein, bei dem jeder Baum analysiert wird. Auch ‘bbz’-Chef Timo Herrmann nimmt teil. Treffpunkt: Maiplatz.

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