„Da muss wohl die Stadt Plettenberg auf die Knie fallen“

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Blick auf das ominöse Unkraut-Dreieck an der Westtangente.

Plettenberg - Was ist dreieckig, voller Löwenzahn und anderer Pflanzen und liegt hinter dem Lennekreuz an der Westtangente? Und wer ist dafür zuständig?

Um diese an sich einfache Frage nach dem Pflanzbeet zu beantworten, waren viele Gespräche, Telefonate und Mails notwendig.

 Alles begann am 29. Dezember 2005. An diesem Tag, knapp ein Jahr vor der Eröffnung der Westtangente, wird eine Vereinbarung zwischen dem Landesbetrieb Straßen.NRW und der Stadt Plettenberg getroffen. Klaus Müller ist seinerzeit Bürgermeister, Norbert Sunderdiek Technischer Beigeordneter der Stadt und Josef Spahn der Leiter des Baubetriebshofes. Zwölfeinhalb Jahre später will der Chronist nun wissen, wer für das etwas verwahrlost aussehende, dreieckige Beet hinter dem Lennekreuz an der Westtangente verantwortlich ist. 

Der erste Anruf beim heutigen Bauhofleiter Andreas Denker ergibt folgendes: „Dafür sind wir nicht zuständig. Das ist Sache des Landesbetriebs.“ Dessen Pressesprecher Karl-Josef Fischer verweist an die Straßenmeisterei Herscheid. Dort erklärte Markus Stief nach Rücksprache mit Hans-Peter Lüsebrink folgendes: „Das ist ganz klar geregelt. Da muss die Stadt Plettenberg auf die Knie fallen.“ Bei der Straßenmeisterei Herscheid sei man für solche pflegerischen Maßnahmen nicht zuständig.

 Nachfrage bei Bürgermeister Ulrich Schulte: „Ich weiß nichts von einer entsprechenden Vereinbarung.“ Und auch der heutige Bauamtsleiter Sebastian Jülich sieht den Bauhof und die Stadt nicht in der Verantwortung. 

Ein erneuter Anruf bei Karl-Josef Fischer führt schließlich zu Holger Böse, dem für den Bereich Landschaftsbau zuständigen Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW. Unter der „Maßnahmennummer 0118, Fläche I“ sei das betreffende Flurstück Ende 2014 zur Bebauung ausgeschrieben worden. Im Herbst 2015 sei der Bereich dann auf einer Fläche von 300 Quadratmetern „eingefasst und mit einer extensiven Staudenpflanzung“ versehen worden. 

„Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf rund 10 000 Euro Euro“, so Böse. Insgesamt seien entlang der Westtangente naturpflegerische Arbeiten und Ausgleichsmaßnahmen in Höhe von 120 000 Euro vorgenommen worden. Warum diese größtenteils erst knapp zehn Jahre nach Fertigstellung der Westtangente erfolgten, könnte Böse nicht sagen, denn so lange arbeite er dort noch nicht. Allerdings konnte er erklären, wer für die Pflege des „Unkraut-Dreiecks“ zuständig ist. 

Herauszufinden, wer das Beet zu pflegen ist ganz einfach: Pustekuchen oder besser Pusteblume.

Bei einem solchen Projekt spreche man von einer „einjährigen Fertigstellungspflege“ und einer „zweijährigen Entwicklungspflege“. Die Straßenmeisterei Herscheid sei dafür aber nicht zuständig. Mit der Pflege habe man ein Unternehmen aus Hamm beauftragt, dass pro Pflegevorgang mit 171,36 Euro entlohnt werde. Man habe das Unternehmen, das in diesem Jahr offenbar noch nicht in Plettenberg aktiv war, bereits angeschrieben. Dort wurde zugesichert, die Arbeiten am kommenden Dienstag auszuführen. 

Ende des Jahres – so Böse im Gespräch mit unserer Zeitung – werde die zu pflegende Fläche dann im Rahmen eines Ortstermins in die Obhut der Stadt Plettenberg übergeben, die sich dann – gemäß der vor fast 13 Jahren getroffenen Vereinbarung – um die weitere Pflege zu kümmern habe. Alles ganz einfach – Pustekuchen oder besser gesagt Pusteblume...

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