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Tödlicher Unfall auf der B236: Polizei sucht weiterhin Kleinwagenfahrer

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Von: Hannah Decke, Georg Dickopf

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Auf der B236 kam es zu einem tödlichen Motorradunfall.
Auf der B236 kam es zu einem tödlichen Motorradunfall. © Feuerwehr Plettenberg

Ein 57-Jähriger aus Wermelskirchen ist am Sonntag bei einem Unfall auf der B236 ums Leben gekommen. Der Motorradfahrer krachte zwischen Plettenberg und Finnentrop in einen Mercedes.

Update vom 10. Oktober, 16.25 Uhr: Wer den Beruf des Rettungssanitäters erlernt, erlebt im Berufsalltag oft schöne Momente, wenn das Leben von Menschen gerettet werden kann. Der Einsatz am Sonntagmorgen bot keine schönen Momente. denn fast eine Stunde lang kämpften Notarzt und Sanitäter gemeinsam um das Leben des schwerstverletzten Motorradfahrers, der schließlich nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden konnte.

Bereits auf der Anfahrt zu dem Unfall (um 10.35 Uhr gemeldet) wurde dem Einsatzleiter durch die Leitstelle mitgeteilt, dass es sich vermutlich um einen sehr schweren Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Motorrad handele. Weil sich der Plettenberger Notarzt aufgrund eines vorherigen Einsatzes aber noch am Attendorner Krankenhaus befand, entschied man sich zusätzlich zu diesem, direkt einen Rettungshubschrauber zu alarmieren.

Beim Eintreffen der beiden Rettungswagen und der Einsatzfahrzeuge der Feuer- und Rettungswache bot sich den Helfern ein massives Trümmerfeld über mehr als 100 Metern auf der gesamten Breite der Bundesstraße – die Folge des Frontalzusammenstoßen zwischen einem Mercedes und einem Motorrad.

Polizei und Rettungskräfte fanden den Motorradfahrer leblos auf der Straße vor, begannen direkt mit der Reanimation und der notfallmedizinischen Versorgung.

In dem verunfallten Pkw befanden sich insgesamt drei Insassen, die beim Eintreffen der Feuerwehr bereits außerhalb ihres Fahrzeuges standen. Vor Ort wurden die Insassen behandelt und mit zwei nachgeforderten Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.

Teile des Motorradhelm-Visiers fanden sich neben anderen Trümmerteilen auf der Bundesstraße
Teile des Motorradhelm-Visiers fanden sich neben anderen Trümmerteilen auf der Bundesstraße. © Feuerwehr Plettenberg

Die Feuerwehr unterstützte derweil den Rettungsdienst, sicherte und sperrte den Unfallort sowie die Landung des ADAC-Hubschraubers ab. Im weiteren Verlauf unterstützte die Drehleiter bei der Unfallaufnahme der Polizei Dortmund, die durch ein spezielles Verkehrsunfallaufnahmeteam durchgeführt wurde. Während der Unfallaufnahme, der Bergung der Unfallfahrzeuge und einer speziellen Reinigung der komplett kontaminierten Fahrbahn, musste die B 236 in dem Bereich bis 18 Uhr gesperrt bleiben.

Was den Fahrer des dunklen Kleinwagens angeht, der von dem Motorrad überholt worden war, wartet die Polizei weiter auf eine Rückmeldung oder Zeugenaussagen. Parallel dazu werden nahegelegene Tankstellen auf etwaige Videoaufzeichnungen geprüft. Keine Bilder liefern kann die mit Kameras versehene Ampel an der Kreuzung in Eiringhausen: Laut Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg detektiere die Kamera lediglich den Verkehr. Eine Aufzeichnung sei aus datenschutzrechtlichen Gründen in Deutschland – im Gegensatz zu England – nicht erlaubt.
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Update vom 9. Oktober, 18:48 Uhr: Nach dem tragischen Unfall auf der B236 zwischen Plettenberg und Finnentrop, bei dem ein 57-jähriger Motorradfahrer ums Leben kam, blieb die Bundesstraße lange gesperrt, nachdem ein Ermittlungsteam der Polizei Dortmund vor Ort Spuren aufnahm. Das Motorrad und der stark demolierte Mercedes mussten abgeschleppt werden. Zudem war ein Lobbe-Reinigungsfahrzeug auf der mit Trümmern und Ölspuren übersäten Bundesstraße im Einsatz. Der Verkehr wurde über Pasel nach Rönkhausen umgeleitet. Inzwischen ist die Vollsperrung aber wieder aufgehoben.

Die KTM des 57-jährigen Unfallopfers aus Wermelskirchen, das trotz fast einstündiger Wieberlebungsversuche noch an der Unfallstelle verstarb, wurde nach dem Aufprall 30 Meter zurückgeschleudert.
Die KTM des 57-jährigen Unfallopfers aus Wermelskirchen, der trotz fast einstündiger Wiederlebungsversuche noch an der Unfallstelle verstarb, wurde nach dem Aufprall 30 Meter zurückgeschleudert. © Dickopf

Update vom 9. Oktober, 13:27 Uhr: Plettenberg/Finnentrop - Der tragische Unfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr am Ende einer langen Geraden kurz vor einer Kurve und dem Ortseingang Rönkhausen. Der Motorradfahrer aus Wermelskirchen kam dabei ums Leben.

Ein Reinigungsfahrzeug kam zur Unfallstelle, um die mit Trümmerteilen übersäte Fahrbahn zu reinigen.
Ein Reinigungsfahrzeug kam zur Unfallstelle, um die mit Trümmerteilen übersäte Fahrbahn zu reinigen. © Dickopf

Laut Polizei befuhr ein Mercedes E-Klasse-Kombi mit drei Insassen die Bundesstraße in Richtung Plettenberg. Ihm entgegen kam ein Motorradfahrer mit einer KTM, der gerade einen schwarzen Kleinwagen überholte. Das Motorrad befand sich auf gleicher Höhe mit dem Kleinwagen, als ihm der Mercedes entgegenkam.

Tödlicher Unfall auf der B236: Motorrad kracht in Auto - Mann (57) stirbt

Innerhalb von Sekundenbruchteilen entschied der 26-jährige Mercedesfahrer aus Belgien, nach rechts in Richtung Straßenrand auszuweichen - leider lenkte auch der Motorradfahrer seine KTM-Maschine in diese Richtung. Trotz eingeleiteter Vollbremsung des Mercedes kam es zum frontalen Zusammenstoß auf der an dieser Stelle eigentlich sehr breiten Bundesstraße. Das Motorrad krachte mittig in den Mercedes.

Das Motorrad prallte mittig in die Front der Mercedes E-Klasse. Deren drei  Insassen kamen mit einem Schock und leichten bis mittelschweren Verletzungen davon.
Das Motorrad prallte mittig in die Front der Mercedes E-Klasse. Deren drei Insassen kamen mit einem Schock und leichten bis mittelschweren Verletzungen davon. © Dickopf

Der Kradfahrer wurde nach dem Aufprall meterweit durch die Luft geschleudert und landete weit hinter dem Mercedes. Das Motorrad wurde rund 30 Meter in die Gegenrichtung zurückkatapultiert. Der 57-Jährige wurde von den Einsatzkräften aus Plettenberg und dem Kreis Olpe fast eine Stunde lang wiederbelebt. Ein direkt nach der Unfallmeldung angeforderter Rettungshubschrauber - Christoph 75 Rheinland - landete an der Einmündung zur Ortschaft Pasel mitten auf der Bundesstraße. Die Löschgruppen Eiringhausen und Ohle sicherten die Landung ab.

Die Wiederbelebungsversuche hatten letztlich keinen Erfolg - zu schwer waren die Verletzungen des Motorradfahrers, der noch an der Unfallstelle verstarb.

Unfall auf der B236 zwischen Plettenberg und Finnentrop
Die Maschine wurde nach dem Aufprall rund 30 Meter zurückgeschleudert. © Georg Dickopf

Tödlicher Unfall auf der B236: Polizei sucht Fahrer von schwarzem Kleinwagen

Neben dem Fahrer befanden sich auch ein 26-Jähriger aus Belgien sowie eine 28-Jährige aus Finnentrop in dem Mercedes. Alle drei Insassen erlitten lediglich leichte bis mittelschwere Verletzungen und kamen zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Die Polizei bittet den Fahrer des Kleinwagens, sich dringend als Unfallzeuge zu melden. Laut Polizeisprecher Schlotmann werde nach dessen Aussage im Zuge des Ermittlungsverfahrens von der Staatsanwaltschaft geprüft, inwieweit mögliche Straftaten wie Unfallflucht und unterlassene Hilfeleistung in Betracht kommen. Der unbekannte Fahrer hatte unmittelbar nach dem heftigen Zusammenstoß seine Fahrt in Richtung Rönkhausen fortgesetzt.

Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 75 Westfalen flog ohne Patienten wieder zurück nach Köln.
Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 75 Rheinland flog ohne Patienten wieder zurück nach Köln und startete an der Einmündung vor der Ortschaft Pasel. © Dickopf

Der Rettungshubschrauber flog ohne Patienten gegen 11.50 Uhr zurück in Richtung Köln. Die B236 ist seit dem Vormittag voll gesperrt. Ein Ermittlungsteam der Polizei Dortmund ist vor Ort zur Aufnahme der Spuren. Die Sperrung wird voraussichtlich noch einige Zeit andauern. Der Verkehr wird über Pasel nach Rönkhausen umgeleitet.

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