Doch noch ein Umzug zu St. Martin

Es war nur eine spontane Idee... Und es wurde zu einem sensationellen Erfolg

St. Martin Umzug in Plettenberg: Spontane Idee von Sabine Klinger ein großer Erfolg
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Celina Cramers Augen leuchten, als sie während des Sponta-Martinsumzuges am Mittwoch in Plettenberg das Shetty-Pony Lucky streicheln darf.

Irgendwann Mitte letzter Woche hatten Sabine und Sophia Klinger die Idee. Überall fallen Martinsumzüge wegen Corona aus - dann reiten wir doch einfach mit dem Pferd durch die Stadt. Und dieser Spontan-Einfall erwies sich letztlich als absoluter Volltreffer.

Plettenberg – Damit hatten die Kinder des DRK-Familienzentrums Am Saley nun wirklich nicht gerechnet. Gerade hatten sie mit ihren Laternen ein kleines Martinsfest im Kindergarten gefeiert, als ihnen die Erzieher sagten, sie sollten doch mal aus dem Fenster schauen. Dort erleuchteten plötzlich ringsherum brennende Fackeln die Dunkelheit. Und dann näherte sich eine Gestalt im Mantel auf einem Pferd...

Riesen-Aufregung im Kindergarten. „Da ist St. Martin“, riefen die Kinder mit Augen, die jetzt noch mehr leuchteten als die Fackeln, die der Hausmeister heimlich kurz vor der Ankunft St. Martins entzündet hatte. So viel Überraschung und Fröhlichkeit bei den Kindern, Tränen der Bewegung bei den Erziehern – es waren emotionale Momente, die sich da am Mittwoch im DRK-Familienzentrum abspielten.

Überraschung gelungen, kann man da nur sagen. Möglich gemacht haben es Ponyhof-Besitzerin Sabine Klinger und ihre Tochter Sophia. Sie hatten angesichts der allerorts abgesagten St.-Martins-Umzüge die spontane Idee, mit dem Pferd und im Martinsgewand durch die Stadt zu reiten.

Im Internet und über die Heimatzeitung starteten sie einen Aufruf, dass sich Kinder und Eltern melden können, wenn St. Martin bei ihnen zuhause vorbeischauen soll, damit sie ihm – ganz coronakonform – mit ihrer Laterne zuwinken können. So entstand eine Route, die die Klingers am Mittwoch bei einem über vierstündigen Ritt vom Ponyhof durch die Innenstadt bis zum Eschen und zurückführte.

Schon an den ersten Stationen war die Freude der Kinder und die Dankbarkeit der Eltern deutlich zu spüren. Die Kindergartenfreunde Amalia Eisel, drei Jahre, und Nicolas Hymmen, vier Jahre, zum Beispiel warteten schon ganz ungeduldig mit ihren Eltern am Maiplatz. „Mama, wann kommt endlich das Pferd?“, hatte Amalia schon gefragt, als ihre Mutter sie am Mittag aus dem Kindergarten abgeholt hatte. Klar, dass die Augen der Dreijährigen ganz groß wurden, als Sabine und Sophia Klinger mit dem Deutschen Reitpony Rain und dem Mini-Shetty Lucky schließlich über den Busbahnhof Grünestraße zum Maiplatz geritten kamen.

Nicht nur hier, sondern auch schon zuvor vor dem Jugendzentrum und danach Auf dem Loh am Eschen hatten viele Eltern und Kinder mit ihren Laternen auf St. Martin gewartet. Einzeln durften sie vortreten und das kleine Shetty Lucky oder das große Pferd Rain streicheln oder füttern – selten hatten die Kinder die Gelegenheit, einen St. Martin und sein Pferd so hautnah zu erleben.

Dieses Persönliche war letztlich auch das, was Claudia Stahlhacke, die Leiterin des DRK-Familienzentrums Am Saley, so begeisterte. Die spontane Anfrage bei Sabine Klinger, ob sie das Martinsfest der Einrichtung mit einem Besuch bereichern würde, die Geheimhaltung vor den Kindern (die Eltern wurden spontan per Elternbrief informiert und sollten nichts verraten) – das alles hat sich ausgezahlt und könnte sogar für die Zukunft beibehalten werden. „Wir denken darüber nach, St. Martin jetzt statt wie gehabt mit einem großen Umzug jedes Jahr auf diese kleine Weise zu feiern“, sagte gestern eine immer noch emotional berührte Claudia Stahlhacke.

Und auch Sabine Klinger war letztlich vollauf zufrieden. „Ich habe so viele leuchtende Kinderaugen gesehen und die Eltern waren so dankbar. So viel Nähe wie am Mittwoch muss man erst mal verarbeiten. Ich würde sagen, der Gedanke von St. Martin, Freude zu schenken, ist zu hundert Prozent erfüllt worden.“

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