Grundschulen und eine weiterführende Schule betroffen

Umbruch steht bevor: Gleich mehrere Schulen in MK-Kommune vor Zusammenschluss

OGS Grundschule Holthausen Plettenberg
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Der Platz für die OGS-Kinder ist schon jetzt in den Plettenberger Grundschulen knapp. Manche müssen sich – so wie die Grundschule Holthausen – mit Container-Lösungen behelfen.

Die Schullandschaft in Plettenberg steht vor einem Umbruch. Politik und Stadtverwaltung werden an diesem Donnerstag darüber sprechen, wie es mit den einzelnen Standorten weitergehen könnte. Gleich mehrere Schulen stehen dabei besonders im Blickpunkt.

Plettenberg - Konkret geht es um die Zeppelin-Hauptschule und die Grundschulen. Womöglich sollen Schulen zusammengelegt und/oder an einen neuen Standort umziehen. Wir geben einen Überblick über den bisherigen Stand der Überlegungen und die Gründe.

Die Zeppelin-Hauptschule befindet sich bekanntlich seit der Auflösung der Böddinghauser Hauptschule im Jahr 2012 an zwei Standorten: an der Zeppelinstraße (Fünft- bis Achtklässler) und im Schulzentrum Böddinghausen, in dem die Neunt- und Zehntklässler im Kompetenzzentrum Berufsorientierung Plettenberg, besser bekannt unter der Abkürzung Kbop, betreut werden. Während der Hauptstandort an der Zeppelinstraße laut Stadtverwaltung „deutliche Defizite im Bereich technische Ausstattung, Barrierefreiheit und Brandschutz“ aufweist, befinden sich die Räumlichkeiten des Kpop in einem besseren Zustand.

Für die Frage, ob die Doppellösung auch in Zukunft Bestand haben soll, drängt die Zeit. Schon in einem Monat läuft die Genehmigung der Bezirksregierung für die Hauptschule an zwei Standorten aus. Verlängern oder zusammenlegen, lautet deshalb die Frage.

Geht es nach Bürgermeister Ulrich Schulte, sollten die Standorte zusammengelegt werden – aber noch nicht sofort. Gäbe es nur noch einen Standort, käme nämlich das Gebäude in Böddinghausen infrage, das einerseits moderner ist und andererseits durch die Anbindung an die anderen weiterführenden Schulen, den Sportanlagen und der Nähe zu Lehrwerkstatt eine attraktivere Lage – auch für Schüler aus Nachbarstädten – vorweisen kann.

Der Haken im Moment ist nur: Der Standort ist mit elf Unterrichtsräumen zu klein, um die gesamte Schule aufzunehmen und die Mensa-Lösung im Alten Hallenbad fernab der Schule wird, sollten die beiden Standorte in Böddinghausen zusammengefasst werden, als unglücklich beschrieben.

Die Lösung für diese Probleme könnte ein Anbau sein, heißt es seitens der Stadtverwaltung, die vorschlägt, den Schulbetrieb in den beiden Standorten bis Sommer 2023 zu verlängern und in der Zwischenzeit Pläne für einen Anbau zu entwickeln, sodass beiden Schulstandorte schon bald in Böddinghausen zusammengefasst werden könnten. Dazu müssen sich an diesem Donnerstag die Politiker im Bildungs- und Sportausschuss und am Dienstag nächster Woche im Stadtrat äußern.

Dabei ist auch die Zusammenführung von Standorten zu prüfen. Es ist erstrebenswert, an einer geringeren Zahl an Standorten eine deutlich bessere Ausstattung zu erreichen.

Bürgermeister Ulrich Schulte in der Vorlage für den Bildungs- und Sportausschuss

Auf die Grundschulen wird nach den Prognosen der Stadtverwaltung dagegen ein gravierendes Platzproblem zukommen. Der Grund dafür sind nicht etwa steigende Schülerzahlen – diese werden für die nächsten Jahre eher als stabil eingeschätzt –, sondern der steigende Bedarf an Plätzen für den Offenen Ganztag (OGS).

Von 2026 bis 2029 soll stufenweise ein Rechtsanspruch für alle Jahrgänge eingeführt werden. Damit dürfte sich laut Prognosen die Zahl der benötigten OGS-Plätze von jetzt 337 auf 930 im Schuljahr 2025/26 fast verdreifachen. Schon jetzt gebe es Wartelisten und vielerorts nicht die Möglichkeit, die Schulen für zusätzliche OGS-Plätze und größere Mensen zu erweitern. Deshalb kommt die Stadtverwaltung zu dem Schluss: Es sei „dringend erforderlich, eine Optimierung der Grundschullandschaft zu planen“. Die Politiker im Bildungs- und Sportausschuss sind am Donnerstag aufgerufen, hier Vorschläge zu unterbreiten, wie diese Optimierung aussehen könnte.

Seitens der Verwaltung heißt es im Vorfeld: „Dabei ist auch die Zusammenführung von Standorten zu prüfen. Es ist erstrebenswert, an einer geringeren Zahl an Standorten eine deutlich bessere Ausstattung zu erreichen.“ Ob für eine Grundschul-Zusammenlegung das womöglich freiwerdende Gebäude der Zeppelinschule an der Zeppelinstraße in Betracht kommen könnte, lässt die Verwaltung bisher offen.

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