Mehr als jeder zehnte Plettenberger überschuldet

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Erst in den vergangenen Jahren ist die Zahl der überschuldeten Plettenberger zurückgegangen. In diesem Jahr sind über 2 370 Einwohner der Vier-Täler-Stadt mit Schulden belastet.

Im vierten Jahr in Folge ist die Zahl der verschuldeten Verbraucher über 18 Jahre in Deutschland angestiegen. In Plettenberg waren die Zahlen in diesem Zeitraum leicht rückläufig, doch noch immer belasten mehr als jeden zehnten Plettenberger Schulden.

Das geht aus dem Schuldneratlas 2017 der Creditreform Wirtschaftsforschung hervor. Demnach sind in diesem Jahr 11,4 Prozent aller Plettenberger über 18 Jahren verschuldet – das sind immerhin über 2 370 Einwohner der Vier-Täler-Stadt. 2004 lag die Quote in Plettenberg noch bei 9,1 Prozent der Über-18-Jährigen, 2006 waren noch knapp über 2 360 Plettenberger verschuldet.

Damit liegt Plettenberg zwar unter dem kreisweiten (12,78 Prozent) und auch landesweiten (11,63 Prozent) Durchschnitt, allerdings deutlich über der Überschuldungsquote in Deutschland, die 2017 bei 10,04 Prozent liegt. In der näheren Umgebung ist die Überschuldungsquote lediglich in Herscheid und Neuenrade geringer. Besonders dramatisch sind die Werte in Lüdenscheid, Altena und Werdohl: Hier sind knapp 14 bis rund 16 Prozent der Über-18-Jährigen verschuldet.

In Plettenberg wies die Verschuldung vor allem ab 2011 einen Anstieg auf, seitdem befindet sich die Zahl der überschuldeten Plettenberger auf dem ungefähr gleichen Niveau. Ganz anders bundesweit: Hier stieg die Zahl der überschuldeten Verbraucher zum vierten Mal in Folge. Im Osten ist die Überschuldungsquote mit 10,42 Prozent sogar zum sechsten Mal in Folge höher als im Westen (9,97 Prozent). Über 6,9 Millionen Bundesbürger über 18 Jahren gelten derzeit als verschuldet, das Gesamtschuldenvolumen der Verbraucher soll in diesem Jahr rund 209 Milliarden Euro betragen.

Schuldnerquoten im MK: Vergleich der kommunen (bitte auf 'X' klicken zum Vergrößern).

Den Hauptgrund für die steigende Verschuldung Privater sieht die Creditreform Wirtschaftsforschung in unwirtschaftlicher Haushaltsführung. Doch auch Erkrankung, Sucht und Unfälle würden zu den wichtigen Gründen zählen. In der Regel würden Neu-Verschuldungen jedoch durch unverhältnismäßigen Konsum entstehen.

Ebenfalls auffällig: Fast die gesamte Neu-Verschuldung in 2017 betrifft die ‘Mitte der Gesellschaft’; untere und obere Einkommen haben kaum neue Schulden aufgenommen. Besonders die Altersarmut nimmt immer weiter zu, was auch durch den Fakt bestätigt wird, dass die Neu-Verschuldung mit Abstand bei den Über-70-Jährigen am deutlichsten ansteigt. Und in Zukunft dürfte dies noch wesentlich dramatischer werden, erklären doch 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, sie würden nicht für das Alter vorsorgen.

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitteilt, würde eine Überschuldung von den Betroffenen als „massiver Einschnitt in das normale Leben“ empfunden werden. Die Prognosen stimmen wenig zuversichtlich: Die Creditreform Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass die Überschuldungszahlen weiter steigen werden – trotz „sehr positiver konjunktureller Rahmenbedingungen.“

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