Echte Männer-Star Andreas „Mauli“ Braach plant ein großes Rallye-Abenteuer

Im Twingo nach Afrika und nicht zurück

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Mit einem solchen Renault Twingo fährt der 33-jährige Plettenberger Andreas "Mauli" Braach von Dresden bis Afrika und versteigert das Auto dort für einen guten Zweck. Zurück geht es dann im Flieger.

Plettenberg – Andreas Braach ist in Plettenberg und nicht nur dort bekannt wie ein bunter Hund, wird von allen nur Mauli genannt, ist oft im Fernsehen zu sehen und will sich jetzt ganz ohne TV-Kameras und Scheinwerfer einen lang gehegten Traum erfüllen – eine Rallye von Dresden nach Banjul im fernen Afrika.

„Ich habe das schon lange in meinem Kopf und habe mir gedacht, wenn du das jetzt nicht machst, wird es nie etwas“, sagt der Plettenberger zur Teilnahme an der Dresden-Dakar-Banjul-Challenge. Sein verlässlicher Begleiter wird dabei ein älterer Renault Twingo sein, der ihm von einem Sponsor der Rallye zur Verfügung gestellt wird und den er am Zielort für einen guten Zweck versteigern wird. Bis dahin muss der Wagen gut durchhalten und über 7 000 Kilometer über staubige Straßen, Sandwüsten und Geröllfelder bewältigen. 

 „Da ich selbst seit vielen Jahren Twingo fahre, kann ich viele Reparaturen selbst vornehmen“, sagt der Plettenberger, der mit seiner Teilnahme im Jahr 2016 bei der Vox-Sendung „Echte Männer“ einem Millionenpublikum in Deutschland bekannt wurde. 

Wir haben Andreas „Mauli“ Braach interviewt: 

Bei dieser TV-Reihe waren keine Bodybuilder gefragt, sondern echte Männer. Die fünf Teilnehmer brachten zusammen eine halbe Tonne Lebendgewicht auf die Waage. Es waren alles gemütliche Männer quasi von nebenan, die ihre Muskeln unter einem Bierbauch versteckten. Schlosser Andreas „Mauli“ antwortete seinerzeit auf die Frage, wann er das letzte Mal Sport getrieben habe, wie folgt: „Sport? Kann man das essen?“ Im Beruf wurden zwar alle körperlich gefordert, nach Feierabend waren aber eher Mett und Bier statt Laufschuhe und Hanteln gefragt. 

Das TV-Format, bei dem Fitnesstrainer dem Quintett die Bequemlichkeit austrieben, machte etwas mit Mauli. „Ich habe damals fast 130 Kilo gewogen und war komplett unfit.“ Heute steht ein Laufband in seinem Wohnzimmer und er ist deutlich erschlankt, obwohl der BvB-Fan immer noch gerne mal ein paar Bierchen trinkt. Und auch mit der TV-Karriere ging es weiter. Ob im Disney-Channel oder bei der Vox-Sendung „Beat the box“ – Mauli ist ein gefragter Typ mit über 4 000 Fans in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram. 

Die Bart-Ab-Aktion brachte 1700 Euro Spendengeld.

Dass seine Popularität auch Gutes bewirken kann, merkte Andreas Braach, als er mit einem Kumpel wettete. „Er bot mir 50 Euro, wenn ich mir dafür den Bart abrasierte.“ Mauli nahm die Wette an und bat seine Fans und Freunde um weitere Spenden für die Bart-ab-Aktion. „Am Ende kamen dabei 1 700 Euro zusammen, die ich dem Kinderhospiz Balthasar gespendet habe“, sagt Mauli, der auch bei seinem Afrika-Abenteuer Gutes tun möchte. „Ich will dabei für mich selbst nur das Nötigste mitnehmen“, sagt Braach und will das kleine Raumwunder von Renault dafür bis unter das Dach mit den für die Reise notwendigen Dingen und mit Sachen, die er in Afrika verschenken kann vollpacken. 

 „Wenn ich einem Kind dort einen Fußball schenken kann, verzichte ich gerne auf eine Dose Ravioli“, sagt der Plettenberger und ergänzt: „Es ist so einfach, zu helfen und man kann so vieles dadurch bewirken. Man wird vielen Menschen begegnen, denen es „schlechter“ geht, aber wer sagt schon was „schlecht“ und was „gut“ ist? 

Was Mauli antreibt, ist die Lust zu reisen, die Lust dadurch zu helfen und etwas Besonderes zu erleben. In diesen Tagen startet der gerade 33 Jahre alt gewordene Plettenberger mit den Vorbereitungen für den wohl außergewöhnlichsten Trip seines Lebens. Der Teamname lautet „Maulis Wüstenflitzer“. „Das Team besteht im Moment aus mir. Das hört sich jetzt vielleicht etwas verrückt an, aber verrückt passt ja auch ganz gut zu mir“, sagt Braach, der sich im Vorfeld mit erfahrenen Rallye-Teilnehmern austauschte, die die Fahrt alleine hinter sich gebracht haben. Deshalb schließt der Vater einer 13-jährigen Tochter nach Rücksprache mit seiner Frau nicht aus, die Rallye alleine zu bewältigen, wenn nicht noch ein passender Teamkollege gefunden wird. Blind wie ein Maulwurf Warum er Mauli genannt wird, erzählt der sympathische Plettenberger auch ohne Umschweife: „Weil ich ohne Brille blind bin wie ein Maulwurf und auf der Firma oft rummaule.“ Dennoch gewährte sein Arbeitgeber dem Industriemechaniker den extra langen Urlaub im November und Dezember, um das Abenteuer angehen zu können.

 Doch weil der ganze Spaß nicht ganz billig ist und er auch viele Sachen verschenken möchte, bittet er Firmen und Privatleute um Unterstützung für das Afrika-Projekt. „Jeder, der die Afrika-Reise für einen guten Zweck unterstützt, bekommt einen Aufkleber am Twingo“, sagt Mauli, der sich auch über Unterstützung bei der Ausrüstung freut. Immerhin weiß der Plettenberger schon, was er in der Heimatzeitung lesen möchte: Wunsch-Schlagzeile „Ein abenteuerlustiger Sauerländer, der sich auf den Weg mit dem Auto nach Afrika macht, um etwas zu erleben und den Menschen dort zu helfen, das ist die Schlagzeile, die ich seit Jahren lesen will."

Dieser Wunsch hat sich hiermit schon einmal erfüllt...

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