Nachlese zum TV-Triell

Lokalpolitiker vom eigenen Kandidaten überzeugt

TV-Triell und Bundestagswahl von der Lokalpolitik bewertet.
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Auch die Plettenberger haben am 26. September die Wahl: Beim TV-Triell stellten sich die drei Kanzlerkandidaten Laschet, Baerbock und Scholz dem Publikum vor. Doch was denkt die Plettenberger Basis?

Am Sonntagabend trafen Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock im ersten TV-Triell der Kanzlerkandidaten aufeinander. Wir haben Plettenberger Vertreter von CDU, SPD und Grünen gefragt, wie sich die potenziellen Merkel-Nachfolger aus ihrer Sicht geschlagen haben.

Zunächst einmal war es nicht ganz einfach, ein CDU-Mitglied zu finden, das den TV-Auftritt auch verfolgt hatte. Nach sieben (!) vergeblichen Versuchen konnte Klaus Ising (CDU), dienstältestes Ratsmitglied, vermelden, den Auftritt von Armin Laschet gesehen zu haben.

CDU Plettenberg: Kaum einer hat das TV-Triell gesehen

„Er ist sehr offensiv aufgetreten und auch die Argumente zu den einzelnen Punkten waren stimmig – im Gegensatz zu Olaf Scholz, der eher zurückhaltend und lasch war“, so Ising. Gerade nach der Kritik in den letzten Wochen habe sich der NRW-Ministerpräsident gut verkauft. Dass die Bewertung anders ausfiel, wunderte Ising sehr. „Er hätte eine bessere Bewertung haben müssen“, fand der 81-Jährige. „Wichtig ist, dass es bei der Wahl in die bürgerliche Richtung geht“, so Ising.

SPD Plettenberg: Der Glaube an Olaf Scholz wächst

Sehr ruhig und ausgeglichen und „keineswegs komisch aufgeregt“ hat Stefan Langenbach, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins sowie der Ratsfraktion, den Auftritt seines Kandidaten erlebt: „Olaf Scholz hat das sehr fachkundig und staatsmännisch gemacht – das hatte was von Kanzler.“

Die Umfragen direkt nach dem Triell sehen Scholz vor Laschet und Baerbock in der Wählergunst. Das stimmt auch Langenbach optimistisch, dass die SPD nach der Bundestagswahl tatsächlich den Kanzler stellt. „Ich glaube immer mehr daran. Die Chancen von Scholz stehen besser denn je, und das hat er bei dem Triell untermauert.“

Dass Scholz bei den Wählern derzeit höher in der Gunst stehe, liege auch an den Fehltritten der Konkurrenz. „Dadurch hat man gemerkt, wie souverän Scholz ist.“ Und Souveränität werde von einem Kanzler erwartet. Ganz anders sähen die Umfragen aus Langenbachs Sicht aus, wenn die Union Markus Söder und die Grünen Robert Habeck als Kanzlerkandidaten benannt hätten.

„Die Konkurrenten haben sich beide für den falschen Kandidaten entschieden.“ In erster Linie freut sich Langenbach aber, dass die SPD sich diesmal nicht selbst im Wege steht, sondern geschlossen auftrete. „Und diese Geschlossenheit überträgt sich auch auf die Wähler“, ist er überzeugt.

Grüne Plettenberg: Baerbock eine „kompetente Kanzlerkandidatin“

„Ich habe den Eindruck, dass wir mit Annalena Baerbock eine sehr kompetente Kanzlerkandidatin haben“, schildert Ingo Stuckmann vom Plettenberger Grünen-Ortsverein, der als Direktkandidat der Grünen für die Bundestagswahl kandidiert, seinen Eindruck von Baerbocks Auftritt.

Bemerkenswert fand Stuckmann dabei, dass die Kanzlerkandidatin der Grünen durch konkrete Pläne hervorgestochen habe, während die anderen Kandidaten wenig Konkretes angeboten. Nach Fehltritten zu Beginn des Wahlkampfs habe Baerbock die Wende geschafft und vor allem drei Punkte herausgearbeitet, nämlich dass effektiver Klimaschutz nötig sei, dass dabei auch die soziale Ausgeglichenheit wichtig sei und auch dass in der Außenpolitik – wie das Beispiel Afghanistan zeige – eine abwartende Haltung nach dem Motto „Kopf in den Sand“ der falsche Weg sei und stattdessen auf absehbare Entwicklungen wie den Vormarsch der Taliban früher hätte reagiert werden müssen.

Dass Baerbock im Gegensatz zum Umfragehoch nach der Nominierung nun in der Wählergunst weit zurückgefallen ist, ist für Stuckmann kein Grund, sie infrage zustellen. Ob Robert Habeck der bessere Kandidat gewesen wäre, sei eine müßige Spekulation. „Am Ende ist man gemeinsam stark.“ Und in einer Regierung mit grüner Beteiligung würde wohl auch Habeck eine Rolle spielen.

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