ZDF-Fernsehgottesdienst: Hinter den Kulissen sorgt viel Technik für reibungslosen Ablauf

TV-Gemeinde nimmt Platz in St. Laurentius

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Licht, Kamera, Action: Auf markierten Punkten stehend, begrüßten Pfarrer Patrick Schnell und die Messdiener das Publikum an den heimischen TV-Geräten.  

Plettenberg - „Wer ist Jesus?“ – mit dieser Frage begrüßte Pfarrer Patrick Schnell am Sonntagmorgen nicht nur die Gläubigen in der vollbesetzten Kirche St. Laurentius, sondern auch die über eine halbe Millionen Zuschauer an den TV-Geräten.  

Damit diese live vom Wohnzimmer aus im Plettenberger Gotteshaus ‘Platz nehmen’ konnten, war eine Menge Technik nötig, die so im Fernsehen nicht zu sehen war.

„Für uns ist das erstmal quasi ein leerer Raum“, sagte Produktionsleiterin Sylke Hart am Freitagmittag, nachdem die Arbeiten in der Kirche St. Laurentius begonnen hatten. Rund 30 Mitarbeiter des ZDF waren vor Ort, um unter anderem drei schwere HD-Kameras in das Gotteshaus zu schieben, fünf Kilometer Kabel zu verlegen und zwei große, sogenannte Vier-Punkt-Traversen, eine Art Tor, zu errichten. 

An diesen wurden dann auch noch unzählige Scheinwerfer befestigt, denn Kirchen seien allgemein natürlich nicht für eine TV-Sendung ausgeleuchtet. Das Licht mache aber immer ganz viel aus: Die Kirche würde hinterher anders erstrahlen. Und so war am gestrigen Sonntagmorgen alles perfekt ausgeleuchtet, als Pfarrer Schnell aus der Kirche St. Laurentius die TV-Gemeinde in den heimischen Wohnzimmern willkommen hieß. 

Für das ‘kleine’ Plettenberg mag dies wie ein ‘großer’ Auflauf an Medienleuten gewirkt haben, doch wie auch Pfarrer Schnell nach Gesprächen mit den TV-Leuten erklärte, sei dies eine eher kleine Produktion. „Große Shows wie beispielsweise den Fernsehgarten abzudrehen sei noch einmal eine ganz andere Hausnummer, sagten die ZDF-Leute“, erklärt Schnell. 

Man merke, dass hier Profis am Werk und alles aufeinander abgestimmt sei. „Die strahlen alle so viel Ruhe aus – das macht einen auch selber entspannter“, erklärt Schnell. Nur wenig von Plettenberg gesehen Drei Tage war das Team des Zweiten Deutschen Fernsehens in der Vier-Täler-Stadt zu Gast. „Der Abbau geht wesentlich schneller“, sagt Hart. Viel mehr als die Kirche St. Laurentius und die Landschaft auf dem Weg ins Hotel im Oestertal hätte das Team dabei nicht sehen können. 

Dieses habe leider nie Zeit, sich die Orte genau anzusehen – es sei einfach zu viel Arbeit nötig, um die Übertragung des jeweiligen Gottesdienstes auch möglichst perfekt vorzubereiten. Und so fielen auch dem Zuschauer am TV-Gerät die Unmengen an Technik kaum auf – auch dank eines minutiös geplanten Ablaufs. Doch warum der ganze Aufwand, gerade in Zeiten vermehrter Kirchenaustritte? 

Der Fernsehgottesdienst sei vor allem für die Menschen gedacht, die zum Beispiel krank seien oder sich nicht mehr bewegen können und somit auch keine Möglichkeit besitzen würden, einen Gottesdienst live vor Ort zu besuchen. Die im Anschluss freigeschaltete Hotline würde sehr gut angenommen. 

In der Regel seien die Rückmeldungen immer positiv. Zuschauer würden Lob los werden oder aber auch nach weiteren Informationen zur Kirche oder zum Ort fragen. Oft würden aber auch ältere Menschen anrufen, die leider sonst niemanden mehr zum Reden hätten. Und somit dürfte Pfarrer Schnell am Ende der reibungslos verlaufenen TV-Übertragung alle ‘Mitglieder’ der TV-Gemeinde angesprochen haben als er fragte: „Und wer ist Jesus für Sie?“

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