Tui führt Beratungsgebühr ein

Geld für die Reiseberatung zahlen? Wie dieses Tui-Reisebüro aus dem MK auf die Vorgaben reagiert

Das Logo des Reiseunternehmens TUI hängt neben einem geschlossenen Reisebüro in der Innenstadt.
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Zwischen 15 und 39 Euro soll in den Tui-eigenen Reisebüros für die Beratung verlangt werden.

Ende letzter Woche machte eine Nachricht die Runde, die viele Reiselustige überrascht haben dürfte: Der Reiseveranstalter Tui will ab Mitte Mai in seinen Reisebüros eine Beratungsgebühr einführen. Gilt das auch für das Tui-Reisebüro in Plettenberg?

Plettenberg – „Wir haben uns dagegen entschieden“, erklärt Corinna Hüsken, die Leiterin des Tui-Reisecenters im Wieden-Pavillon. Sie habe schon länger gewusst, dass dieses Thema bei Tui umgesetzt werde, aber daran gebunden sind nur die konzerneigenen Reisebüros, nicht aber die Franchise-Nehmer, von denen Corinna Hüsken eine ist. Sie darf also völlig frei und selbst entscheiden, welche Vorgaben sie in ihrem Reisebüro im Wieden umsetzt und welche nicht. Und in diesem Fall sagt sie ganz klar: Nein.

Es sei nicht die richtige Zeit für eine Beratungsgebühr, begründet Corinna Hüsken. „Im Moment sind wir dankbar für jeden Kunden, der sich beraten lässt“, sagt die Reiseexpertin, die wie die ganze Branche die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie ungebremst zu spüren bekommt, weil viele Bürger derzeit nicht mehr unkompliziert verreisen können oder wollen.

Diese Situation wirke sich auch finanziell aus. Die laut Corinna Hüsken ohnehin schon geringen Vergütungen fallen größtenteils weg, weil es kaum noch Buchungen gibt. Hinzu komme auf der anderen Seite „wahnsinnig viel Mehrarbeit“, beschreibt Hüsken mit Blick auf sich ständig ändernde Reisebedingungen, die stets überblickt werden wollen.

Der Zeitpunkt, nun die Beratungsgebühren einzuführen, hänge also auch mit diesen Rahmenbedingungen zusammen, erklärt Corinna Hüsken das Vorgehen des Tui-Konzerns, der mit einem „Service-Entgelt“ in Höhe zwischen 15 und 39 Euro plant, das Kunden etwa für die Zusammenstellung von detaillierten Angeboten, Leistungsvergleichen oder weiterführenden Informationen zu Zielen und Einreisebestimmungen zahlen müssen.

Ob diese Beratungsgebühr vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Reisebüro eingeführt wird? „Das will ich nicht ganz ausschließen, in der momentanen Situation aber nicht“, sagt Corinna Hüsken, die wie viele andere Reisebüro-Betreiber sicherlich mit Spannung verfolgen wird, wie hoch die Akzeptanz der Kunden für eine Beratungsgebühr in den Tui-Büros sein wird.

Eine solche Beratungsgebühr haben übrigens auch die Reisebüros von DER-Touristik bereits Ende letzten Jahres eingeführt.

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