Schöne Bescherung

Strahlende Augen bei letzter Tafel-Ausgabe: „Die Plettenberger sind einfach toll!“

Lüdenscheid Lightning Kartonkommader Tafel Plettenberg Geschenkpakete
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Schöne Bescherung: Von den Footballern der Lüdenscheid Lightnings bekam die Plettenberger Tafel 150 Geschenkpakete, die sie an die Bedürftigen vor Ort verteilen konnte.

Die Spendenbereitschaft war „einfach der Wahnsinn“, sagt Susanne Vollmer. Sie ist Leiterin der Plettenberger Tafel, die letzte Woche die letzte Ausgabe des Jahres hatte. Wir waren dabei.

Plettenberg - Es ist nur ein kleines Playmobil-Schloss mit einem kleinen Turm, einer Wendeltreppe und einem rosa-farbenen Dach. Als das junge Mädchen sieht, wie seine Mutter den Karton in die Tüte legt, werden seine Augen ganz groß. So ein tolles Geschenk. Und beileibe nichts Alltägliches für das Mädchen.

Wir hätten diese Vorfreude zu gerne in einem Foto festgehalten, aber die Mutter wollte es nicht. Verständlich, denn die Familie lebt am Existenzminimum, kommt jeden Monat finanziell gerade so über die Runden. Selbst an Weihnachten reicht das Geld nicht für ein üppiges Abendessen oder teure Geschenke für die Kinder. Und genau an dieser Stelle kommt die Plettenberger Tafel ins Spiel, die Jahr für Jahr dafür sorgt, dass auch diese Menschen ein paar besondere Tage feiern können.

Donnerstag vor einer Woche: In den Räumen des Sozialzentrums an der Dürerstraße stehen etliche Tüten auf dem Boden parat, dahinter stapeln sich auf einer Tischreihe Kartons, die mit Pinguin-Geschenkpapier verpackt sind, hier steht eine Kiste mit Schals, dort eine Box mit Taschentuch- und Kaffeepackungen.

„Die Plettenberger sind einfach toll“, sagt Susanne Vollmer, die Leiterin der Plettenberger Tafel. Nachdem sich die Tafel-Gäste bei der eigentlichen Weihnachtsausgabe Mitte Dezember über weihnachtlich ausgeschmückte Päckchen von privaten Spendern aus Plettenberg und Umgebung freuen konnten, bereiten Susanne Vollmer und ihr Team an diesem Donnerstag die letzte reguläre Ausgabe der Tafel im Jahr 2020 vor. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Corona-Pandemie seien hierfür noch mehr Lebensmittel, Geschenke und andere Besonderheiten zusammengekommen als in den letzten Jahren. „Danke für diese Wahnsinns-Spendenbereitschaft“, sagt Susanne Vollmer und lässt ihren Blick durch den Raum schweifen.

Da stehen zum Beispiel die Tüten mit den Lebensmitteln. Sie sind im Wesentlichen zusammengestellt aus den Spenden der örtlichen Discounter und Supermärkte. Aldi, Lidl, Netto, Rewe und Hit – sie alle spenden das ganze Jahr über Lebensmittel an die Tafel, die sie wiederum einmal im Monat an Bedürftige weitergibt. Jetzt, kurz vor Weihnachten, stehen hier auch Tüten aus den Rewe-Märkten. „Tellerfüllen“, hieß die Aktion des Supermarktes, bei der Kunden eine gefüllte Tasche mit Lebensmitteln für 5 Euro kaufen konnten. Diese Taschen wurden dann an die Tafeln verteilt – die Vielzahl im Sozialzentrum an der Dürerstraße zeigt, dass die Aktion offenbar sehr gut angenommen worden ist.

Andere Bonbons zu Weihnachten stammen von Privatleuten, die anonym etwas Gutes tun möchten. Eine Spenderin zum Beispiel hat etwa 20 Schals gestrickt und der Tafel überlassen, ein weiterer hat zum Beispiel etliche Dallmeier-Kaffee-Pakete besorgt und zur Verfügung gestellt. Ein anderer hat mit seiner Geldspende gleich doppelt geholfen: Er bezahlte 100 Tütchen gebrannte Mandeln vom Süßigkeiten-Stand der Schausteller Feldmann an der Herscheider Straße, die letztlich den Bedürftigen zur Verfügung gestellt werden. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes für unsere Gäste, das wir so nie einfordern würden“, sagt Susanne Vollmer, die auch eine Schuhgutschein-Spende von Deichmann und K&K nicht unerwähnt lassen möchte.

Eine ganz besondere Überraschung für alle war in diesem Jahr eine Spende des Football-Teams des Lüdenscheider Turnvereins (LTV), den Lüdenscheid Lightnings. Die Sportler lieferten der Tafel pünktlich vor Weihnachten die in Pinguin-Papier verpackten Weihnachtspakete – 150 an der Zahl, mit Empfehlungen für Alter und Geschlecht.

Bei so vielen Weihnachts-Überraschungen konnten viele Gäste ihr Glück kaum glauben. „Sie konnten es fast gar nicht fassen“, berichtete Susanne Vollmer nach der Tafelausgabe. „Sie waren teilweise total überwältigt, einige haben vor Freude sogar angefangen zu weinen.“

Und selbst an die Freiwilligen, die die Lebensmittel für die Tafel abholen und bereit stellen und auf die sich Leiterin Susanne Vollmer immer verlassen kann („Ein ganz tolle, hoch motiviertes Team“), hat ein Spender gedacht. Neuerdings kooperiert die Plettenberger Tafel mit der Tafel in Siegen und dort standen, als kleine Aufmerksamkeit für diejenigen, die das alles möglich machen, auch ein paar Schoko-Nikoläuse für die Helfer in Plettenberg bereit.

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