Gut, dass da noch jemand interveniert hat!

Warum eine 89-Jährige ihre Bankkarte mitsamt PIN an die Straße legen wollte 

Ein falscher Polizist hätte eine Seniorin um ein Haar um ihr Erspartes gebracht: Eine Stunde brauchte er, um sie zu überzeugen, die Bankkarte samt PIN an die Straße zu legen.
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Ein falscher Polizist hätte eine Seniorin um ein Haar um ihr Erspartes gebracht: Eine Stunde brauchte er, um sie zu überzeugen, die Bankkarte samt PIN an die Straße zu legen. (Symbolbild)

"Legen Sie bitte Ihre Bankkarte mit der PIN-Nummer an die Straße" - so oder so ähnlich muss die Ansage am Telefon gelautet haben. Erst war die betroffene 89-Jährige skeptisch. Warum sie dann doch noch das Haus verließ und drauf und dran war, der Aufforderung nachzukommen.

Plettenberg - Es war mal wieder eine dieser neumodernen Trickbetrüger-Maschen: Da ruft mittags jemand an und gibt vor, ein Polizist zu sein. Der Anrufer erzählt der Seniorin, dass die Polizei einen Einbrecher festgenommen habe, bei dem eine Liste mit Adressen gefunden worden sei. Und, Wunder oh Wunder, auch sie habe auf dieser Liste gestanden. 

Der falsche Polizist gab sich natürlich sehr hilfsbereit. Er könne ihre Wertgegenstände in „amtliche Verwahrung“ nehmen, bot er an. Sie habe aber keine Wertgegenstände antwortete die Seniorin. Dann eben die Bankkarte mitsamt PIN, wies der Anrufer an. Sie solle beides einfach an die Straße in ein Versteck legen, die "Polizei" käme es dann abholen. 

Corona-Trick: Betrüger nutzen Ansteckungsrisiko

Eine Ausrede dafür hatte der Betrüger auch: Es gehe darum, das Ansteckungsrisiko aufgrund der Corona-Problematik zu verringern. 

Auch wenn der Seniorin die ganze Geschichte irgendwie verdächtig vorkam, ließ sie sich letzten Endes doch überzeugen. Rund eine Stunde brauchte der Anrufer, bis er die 89-Jährige sozusagen weichgeklopft hatte. 

Sie nahm Bankkarte und PIN, ging nach draußen und wollte beides wie abgesprochen an die Straße legen. Zum Glück bekamen die Nachbarn mit, was die Dame da vor hatte. Umgehend riefen sie die echte Polizei - und bewahrten die 89-Jährige damit davor, dass Betrüger ihr Konto leerräumen konnten.

Corona-Trickbetrug: Was die Polizei dazu sagt

Die Polizei warnt weiter eindringlich vor den Betrügern, die oft der hier beschriebenen Lügengeschichte (Einbrecher gefasst, Adressenliste mit Ihrem Namen gefunden) arbeiten. Die Polizei weist außerdem ausdrücklich darauf hin, dass sie keine Wertgegenstände „in Verwahrung“ nimmt und auch nicht aus heiterem Himmel nach vorhandenem Vermögen fragt.

„Wer solche Anrufe bekommt, der sollte direkt auflegen. Wer sich auf ein Gespräch einlässt, der geht den rhetorisch geschulten Betrügern schnell auf den Leim“, warnen die Beamten. Die Anrufe kommen mit falscher oder unterdrückter Nummer an. Manchmal erscheint auch die 110 auf dem Display der Opfer, obwohl die Polizei nie über die Notrufleitung anruft.

Der Appell der Beamten geht auch an Nachbarn und Angehörige. Sie sind aufgerufen, die Gefahr immer wieder und wieder zu thematisieren. Die falsche Polizei wird’s ärgern, die echte freut sich über so aufmerksame Nachbarn wie im Plettenberger Fall.

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