Totes Pflegekind: Psychologische Betreuung für das Ärzteteam

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Plettenberg/Lüdenscheid - Am 2. August startet am Hagener Landgericht der Prozess gegen den Pflegevater aus Plettenberg, der sich wegen Totschlags seines Pflegekindes verantworten muss.

Ins Rollen gebracht hat dies eine erfahrene Ärztin der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid, die am 2./3. Januar im Dienst war, als das schwer verletzte Kind eingeliefert wurde. Darüber sprachen wir mit Kliniksprecherin Corinna Schleifenbaum.

Was ist in der Nacht in der Notaufnahme passiert? 

Es war ein hochengagiertes Ärzteteam im Einsatz, das erst einmal alles getan hat, um das Leben des Kindes zu retten. Nachdem klar war, dass eine Verlegung in die Neurochirurgie der Uniklinik Essen notwendig wurde, musste das Kind in der Notaufnahme erst einmal transportfähig gemacht werden. Und dabei ist einer sehr erfahrenen Ärztin aufgefallen, dass die Verletzungssymptome nicht von einem Unfall stammen können, sondern auf eine Fremdeinwirkung hindeuten, was sie in der Akte entsprechend vermerkte.

Dieser Hinweis führt letztlich zur Festnahme der Pflegeeltern... 

Für die Ärztin und das gesamte Team war das ein schlimmer Tag. Das sind Fälle, die noch lange in den Seelen und Herzen der Mitarbeiter verankert bleiben, denn jeder ist darauf aus, das Leben eines solchen Patienten zu retten.

Gibt es Hilfe in solchen Fällen?

Ja, wir haben für eine psychologische Nachbetreuung der Ärztin und des Teams gesorgt, denn so etwas zu verarbeiten, ist nicht leicht.

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