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Todeszahlen in der Pandemie: Corona lässt sich nur erahnen

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Von: Christos Christogeros

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Anhand der Todeszahlen lässt sich der Einfluss von Corona auf die Sterberate in Plettenberg nur erahnen. Es gibt laut Experten viele Gründe dafür, dass die Pandemie – zumindest auf Jahresebene gesehen – sich in den Statistiken kaum als Übersterblichkeit niederschlägt.
Anhand der Todeszahlen lässt sich der Einfluss von Corona auf die Sterberate in Plettenberg nur erahnen. Es gibt laut Experten viele Gründe dafür, dass die Pandemie – zumindest auf Jahresebene gesehen – sich in den Statistiken kaum als Übersterblichkeit niederschlägt. © Christogeros/dpa

Hat Corona Einfluss auf die Sterblichkeitsrate gehabt? Die Statistik von IT.NRW legt diesen Schluss für Plettenberg nahe. Zählten die Statistiker im Nicht-Corona-Jahr 2018 insgesamt 300 Todesfälle in der Vier-Täler-Stadt, waren es 2021 alleine bis Oktober 324.

Plettenberg - Allerdings hatte Plettenberg auch im letzten Jahr vor der Pandemie, 2019, bereits 326 Todesfälle zu beklagen. Wie aussagekräftig ist die Ausarbeitung des statistischen Landesamtes also?

Der Blick auf die Kurve für Plettenberg zeigt: Seit der Corona-Pandemie hat es phasenweise „Ausbrüche“ bei der Zahl der Todesfälle gegeben. Dies besonders in Monaten, in denen das Virus bundesweit für viele Neuinfektionen, Krankenhausbehandlungen und Todesfälle gesorgt hatte.

So zählte Plettenberg beispielsweise im April 2021 insgesamt 38 Todesfälle, während die Zahl in den Vorjahresmonaten meist um 26 lag. Gleiches gilt für Oktober 2020 und 2021: 32 beziehungsweise 33 Plettenberger verstarben in diesem Monat, in dem sonst auch um die 26 Todesfälle gezählt wurden.

Dennoch scheint Corona auf den ersten Blick nicht für eine verhältnismäßig große Übersterblichkeit gesorgt zu haben. Allerdings geben Experten zu bedenken, dass bei dieser Rechnung viele Faktoren zu berücksichtigen seien. So erklären Forscher des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie an der Uniklinik Essen, dass es in den Jahren 2019/20 und 2020/21 zwei Winter gegeben habe, in denen kaum Menschen an der Grippe verstorben seien. Dies liege auch an der Maskenpflicht. Darüber hinaus hätten die Lockdowns für wenige Verkehrstote gesorgt.

Auch der demografische Wandel spiele eine Rolle beim Vergleich der Zahlen zur Zeit vor der Pandemie: Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung nehme ebenso weiter zu wie die Lebenserwartung. Nicht vergessen werden dürfe das – im Vergleich zu vielen anderen Staaten der Erde – gut funktionierende Gesundheitssystem sowie der verhältnismäßig gute Impffortschritt.

Wichtig sei auch die Betrachtung der Altersgruppen: So lasse sich in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen bundesweit eine leichte Übersterblichkeit erkennen, in der Gruppe der Über-80-Jährigen jedoch eine deutliche Übersterblichkeit. Zum Teil deutliche Unterschiede ließen sich auch zwischen den Bundesländern erkennen.

Hintergrund

Das Statistische Landesamt veröffentlicht die Ergebnisse, um Aussagen zum aktuellen Sterbegeschehen zu ermöglichen. Die Daten sind teilweise noch nicht abschließend geprüft und die Sterbefallzahlen für 2021 können sich durch Korrekturen und Nachmeldungen der Standesämter noch verändern. Die Auswertung umfasst lediglich Todesfälle von Personen, die innerhalb des Landes verstarben und dort auch gemeldet waren.

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