33 Ausbildungsstellen in Plettenberg noch unbesetzt

Nur im Tischler-Handwerk läuft es derzeit rund

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Die Plettenberger Zimmerei Kahl hat genügend Auszubildende. 

Plettenberg - In der vergangenen Woche war Ausbildungsstart bei vielen Plettenberger Unternehmen – zumindest bei denjenigen, die passende Bewerber gefunden haben. Insgesamt sind nämlich 33 Stellen in der Vier-Täler-Stadt bislang unbesetzt geblieben.

„Das wird jedes Jahr schlimmer“, beklagt Carsten Plate vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Das sei aber nicht nur in Plettenberg so, denn generell fehle es vor allem in der Industrie an Auszubildenden. Besonders gravierend sehe es bei den Elektronikern für Betriebstechnik aus.

 Ein anders Berufsbild stellten die Stanz- und Umform-Mechaniker dar. „Diese Ausbildung gibt es seit 2012 und in den letzten Jahren wird sie immer schlechter angenommen. 2017 ist in Lüdenscheid schon keine Berufschulklasse mehr zustande gekommen, da es sich einfach nicht mehr lohnt, für so wenige Auszubildende“, weiß Carsten Plate. Auf Anfrage bestätigte uns ein Plettenberger Unternehmen den schlechten Zulauf bei der Suche nach Azubis. Eine Personalleiterin sagte, dass das Unternehmen in diesem Jahr keinem einzigen Bewerber zusagen konnte. Ausgeschrieben waren Stellen als Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker und Stanz- und Umformmechaniker. „Wir hatten schon Bewerber, die Ergebnisse der Einstellungstests ließen jedoch zu wünschen übrig“, so die Personalsachbearbeiterin. Generell würde sie glauben, dass Jugendliche heute eher Arbeiten am Computer bevorzugen würden, als an einer Maschine zu stehen. „Auch im Handwerk sieht es schlecht aus. Da haben wir schon seit vielen Jahren Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen“, weiß Carsten Plate vom Arbeitgeberservice. Gerade das Berufsbild Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik würde sehr schwer angenommen. „Alle denken dabei an das klassische Berufsbild des Klempners, wie es früher einmal war. Heutzutage ist es viel mehr als das und beinhaltet durchaus sehr interessante Aufgabenbereiche“, findet Plate. Dennoch sei es seiner Meinung nach schwierig, den Beruf Jugendlichen schmackhaft zu machen. 

Der einzige Beruf, der im Handwerk durch die Bank gut angenommen würde, sei der des Tischlers. „Die Tischlereien haben nicht so starke Probleme, passende Kandidaten für eine Ausbildung zu finden. Da scheint es komischerweise zu funktionieren“, wundert sich Plate. 

Das bestätigt auch Michaela Kahl, die mit ihrem Mann die Plettenberger Zimmerei Kahl betreibt. Auch in diesem Jahr konnte wieder ein neuer Auszubildender eingestellt werden. „Wir hatten mehrere Bewerbungen – daran scheitert es meistens nicht“, freut sich Kahl. Generell laufe es gut, was das Thema anginge. Sie weiß aber auch: „Dafür muss man etwas tun, denn ohne genug Werbung läuft das nicht!“ Ob Image-Film im Weidenhof, einen Stand auf der Ausbildungsbörse oder Anzeigen in der Heimatzeitung – „wir müssen im Gespräch bleiben!“, so die Geschäftsführerin. 

Generell ist das aber nicht der einzige Grund, den Michaela Kahl anführt, denn: „Ich denke, viele Jugendlichen haben Spaß an der Arbeit im Tischler-Handwerk, da man am Ende des Tages sieht, was man zustande gebracht hat. Man hat ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann“, denkt die Geschäftsführerin, und ist froh darüber, dass es in der Zimmerei noch gut aussehe.

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