N.N. Theater gastiert zum Abschluss des Kultursommers unterm Stephansdachstuhl

Theater mal anders: Glühwein mitten im August

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Das Stück „Ich fürchte nichts“ wird am Donnerstag unterm Stephansdachstuhl vom N.N. Theater auf die Bühne gebracht und bildet somit den krönenden Abschluss des Kultursommers. 

Plettenberg - Das Theaterstück unter dem Stephansdachstuhl bildet auch in diesem Jahr wieder den krönenden Höhepunkt des Plettenberger Kultursommers und beendet die Veranstaltungsreihe somit am morgigen Donnerstag.

Unter fast freiem Himmel bietet sich den Zuschauern dabei natürlich eine ganz besondere Atmosphäre – in diesem Jahr könnte die Veranstaltung jedoch noch ein ganz anderes Flair bekommen, denn die Wettervoraussichten lassen zu wünschen übrig. Mit etwa 16 Grad und Regen dürfte es ein feucht-fröhliches Vergnügen werden, dennoch hat Organisatorin Barbara Benner vom städtischen Kulturbüro natürlich vorgesorgt. 

„In diesem Jahr wird es nicht nur kühle Getränke durch die Pizzeria „Zum Brunnen“ geben – es sollen auch heißer Glühwein und leckere Cocktails angeboten werden“, verrät Benner. Sie macht sich ganz und gar keine Sorgen darum, dass die Veranstaltung ins Wasser fallen könnte: „Es wird auf jeden Fall gespielt, gar keine Frage!“, ist sie sich sicher. Sie rät dazu, sich mit Regenjacken und warmer Kleidung auszustatten, da die Zuschauerplätze nicht überdacht sein werden. 

Die Schauspieler werden unterm Stephansdachstuhl geschützt sein, die Besucher müssten sich selber gegen eventuellen Regen wappnen. Das Stück „Ich fürchte nichts“, das sich mit dem Leben und Wirken Martin Luthers beschäftigen wird, hat eine Spielzeit von etwa 120 Minuten und soll gegen 20 Uhr am Alten Markt beginnen. „Wir werden auch eine Pause einlegen, die Zuschauer haben also die Möglichkeit, sich nach 60 Minuten mit Getränken einzudecken“, erklärt Barbara Benner. 

Die Verantwortlichen des DRK-Kindergartens werden zusätzlich vor Ort grillen, also ist auch für eine Stärkung der Zuschauer gesorgt. Das Werk, das am Donnerstagabend auf die Bühne gebracht wird, eigne sich laut Benner für Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren und sei auch für Theater-Laien attraktiv. 

„Das Stück präsentiert einen enormen Witz, ist also sehr leicht verständlich und locker aufgearbeitet“, weiß die Leiterin des Kulturbüros. Zum Inhalt: Deutschland 1517– zwischen dem strengen Regiment der katholischen Kirche, einem immer lauter werdendem Schrei nach sozialer Gerechtigkeit und der medialen Revolution durch die Erfindung des Buchdrucks, entfacht Martin Luther einen Sturm, dessen Auswirkungen er weder kontrollieren noch absehen kann. 

Bis zu seinem Lebensende wird er von den Folgen seines Handelns und seinen inneren Dämonen heimgesucht werden. Einen gewissen Frieden findet er in seiner späten Heirat als Ehemann und Vater. Katharina von Bora, Cranach, Melanchthon, Thomas Müntzer und der Rabbi von Leipzig, sie alle finden sich in dieser packenden und komplexen Geschichte wieder, die nach Worms, Rom, Wittenberg und Eisleben führt, von Bauernaufstand zu Nonnenflucht, vom Ablasshandel zum Buchdruck, aber auch zu den Zwiegesprächen die der von chronischer Verstopfung geplagte Luther mit dem Satan auf der Toilette führte. 

Die großen und kleineren Stationen der Reformation vereinen sich zu einem bild- und sprachgewaltigen Mosaik, in dem die Zeit selbst unsere Fremdenführerin ist. In „Ich fürchte nichts“ begibt sich das N.N. Theater auf die Spurensuche nach dem berühmten Reformator und Urvater des evangelischen Glaubens und erzählt mit der typischen hauseigenen Mixtur aus Slapstick, Humor, Tragik und viel Musik eine komplexe Geschichte über Politik, Religion, Liebe, Schuld und Zufall. Barbara Benner freut sich sehr auf die Vorstellung des Kölner Theaters. 

Auch wenn der Kultursommer in dieser Woche endet, hat die Kulturbüroleiterin jetzt schon alle Hände voll zu tun, um die Plettenberger Woche, die vom 6. bis 8. Oktober stattfindet, zu organisieren. Vielleicht haben die Plettenberger bei jener Veranstaltung mehr Glück mit dem Wetter. Aber auch wenn es am Donnerstag kalt und nass werden sollte, sind sich zumindest die Organisatoren sicher, dass der Abend ein Erfolg wird. Und für alle Frostbeulen gibt es ja Glühwein...

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