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„The View“: Beliebtes Neubaugebiet im MK fast vergriffen

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Von: Georg Dickopf

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Das erste Haus steht bereits im Rohbau, vier weitere sollen noch folgen.
Das erste Haus steht bereits im Rohbau, vier weitere sollen noch folgen. © Opfermann, Johannes

In Deutschland herrscht mitunter ein Klima, in dem alles Neue erst einmal negativ bewertet wird. 

Plettenberg - Wenn eine mutige Idee nicht gleich erfolgversprechend startet, gibt es genügend Kritiker, die das Projekt schlechtreden.

Ähnlich war es auch im Fall des Neubaugebietes „The View“ am Brachtweg. Dort stand die Fabrikantenvilla des verstorbenen Firmenbesitzers Heinz Geck-Müller jahrelang leer. Versuche der Erben, das riesige Haus mit seiner geschwungenen Dachform, den saalartigen Räumen und einem nach außen führenden Swimmingpool zu verkaufen, scheiterten.

Irgendwann gab auch der Plettenberger Immobilienmakler Ralf Beßler ein Angebot ab, das in der Hoffnung auf höherpreisige Angebote zunächst abgelehnt wurde.

Doch dann kam es schließlich zum Verkauf der Immobilie für rund 300 000 Euro.

Mehr Neugier statt echtes Interesse

Das Geld wurde im Juli 2017 an die Erben ausgezahlt und in der Folge startete ein letzter Versuch, die herrschaftliche Villa mit Blick auf Plettenberg zu verkaufen. Doch der rote Teppich und die Öffnungstermine wurden eher von neugierigen Plettenbergern als von zahlungskräftigen Käufern genutzt. Jeder wollte mal einen Blick in die Villa werfen, durch die ein Bach fließen sollte und in der keine Wand gerade ist. Als die Neugierde befriedigt war und sich weiter nichts tat, ließ Beßler die Villa abreißen. Die Stadt Plettenberg ordnete den zusätzlichen Bau eines Regenrückhaltebeckens an. Es folgt die Erschließung der fünf geplanten Grundstücke mitsamt Straße.

Doch als dann bekannt wurde, dass der Quadratmeterpreis für die jeweils rund 1 000 Quadratmeter großen Grundstücke bei 200 Euro liegt, hielt sich das Interesse in Grenzen.

Die einstige Fabrikantenvilla, von der aus man den Blick auf Plettenberg geneißen konnte, wurde abgerissen. An gleicher Stelle entsteht gerade ein exklusives Neubaugebiet.
Die einstige Fabrikantenvilla, von der aus man den Blick auf Plettenberg genießen konnte, wurde abgerissen. An gleicher Stelle entsteht gerade ein exklusives Neubaugebiet. © Dickopf

Die Standardantwort des Plettenberger Immobilienmaklers, der rund 800 000 Euro investierte, um das Neubauprojekt zu stemmen, lautet bei Nachfragen: „Wenn erst einmal das erste Grundstück verkauft ist, klappt es mit den anderen ganz von allein. Und mir ist klar, dass es ein paar Jahre dauern kann“, so Beßler seinerzeit.

Fünf Jahre später herrscht Immobilienboom in Deutschland. Und das, obwohl es nie teurer war zu bauen als jetzt. Das Material ist knapp, die Preise hoch.

Im städtischen Neubaugebiet Brachtweg gibt es am Hilde-Domin-Weg und an der Nelly-Sachs-Straße längst keine freien Grundstücke mehr. Dabei erforderte die Hanglage dort aufwendige Bauweisen mit Keller.

Erstes Haus im Rohbau

Und auch im höchstgelegenen Neubaugebiet Plettenbergs, das Ralf Beßler einst mit dem Projektnamen „The View“ umschrieb, tut sich etwas.

Das erste Haus befindet sich bereits im Rohbau. Das Richtfest steht bald an. Die beiden oberen Grundstücke hat Ralf Beßler an einen Geschäftsmann aus Gelsenkirchen verkauft, der schon bald starten will. Das Grundstück neben dem gerade im Bau befindlichen Haus habe sich eine Ärztin aus Olpe gesichert, die schon konkrete Baupläne habe. Und auch das letzte verbliebene Grundstück ist reserviert. Bis zur Jahresmitte hofft Beßler auch hier auf einen Abschluss und damit die komplette Vollendung des exklusiven Neubaugebietes.

„Ich finde es schade, dass nur ein Plettenberger die Chance genutzt hat, dort zu bauen. Für viele Interessenten von außerhalb waren die Grundstückspreise hier alles andere als hochpreisig – vor allem angesichts der Lage“, sagt Beßler.

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