Festnahme in Lüdenscheid

Bomben-Paket in der RB25: Wohnung in Plettenberg durchsucht

Nach Informationen unserer Zeitungsgruppe fand die Durchsuchung des mutmaßlichen Bombenlegers in Plettenberg. Die Ermittlungsbehörden wollen das nicht bestätigen, wohl aber, dass es sich bei dem Beschuldigten um einen Syrer handelt.

Plettenberg – Der 21-Jährige, der verdächtig ist, am 2. Oktober einen selbst gebastelten Sprengsatz in der Regionalbahn 25 abgelegt zu haben, stammt nach Informationen unserer Zeitung aus Plettenberg. Der junge Mann war am vergangenen Freitag in Lüdenscheid festgenommen worden, anschließend wurde die Wohnung des Tatverdächtigen in Plettenberg durchsucht.

Bombenanschlag oder schlechter Scherz in Köln? Mann legt Sprengsatz in RB 25 ab

Holger Heming, Sprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, wollte diese Informationen weder bestätigen noch dementieren. „Angaben zu seinem konkreten Wohnort sind unterblieben, da diese Information aus unserer Sicht zum Verständnis des Geschehens nicht erforderlich ist“, erklärte der Oberstaatsanwalt. Daher habe man in den Pressemitteilungen der Behörde auch nur von einer Durchsuchung im Sauerland geschrieben.

Die Generalstaatsanwaltschaft, Zentralstelle Terrorismusverfolgung, bestätigte, dass der Beschuldigte syrischer Staatsangehöriger ist. Informationen zu dem genauen Aufenthaltsstatus des Beschuldigten lägen in Düsseldorf noch nicht vor, hieß es weiter. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund des Beschuldigten hätten sich bislang nicht ergeben. Die Ermittlungen laufen weiter.

Szenario: Hätte ein Fahrgast das Bomben-Paket wären die Auswirkungen größer gewesen

Eine Reinigungskraft hatte den verdächtigen Gegenstand in einer Zugtoilette des abgestellten Zuges auf einem Betriebsbahnhof in Köln entdeckt. Womöglich ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass das Bomben-Paket nicht von einem Fahrgast entdeckt wurde und so zu einer deutlich größeren Gefährdungslage geführt hätte. Wann und wo der 21-Jährige die RB 25 bestieg und sie wieder verließ, wollte Oberstaatsanwalt Heming nicht sagen.

Eine Reinigungskraft hatte den Fund in einem abgestellten Zug am Bahnhof Deutzer Feld gemacht.

Eine akute Gefahr sei von dem Sprengsatz nicht ausgegangen. Der mit Schwarzpulver und Nägeln gefüllte Sprengsatz war nach Angaben der Ermittler in Plastiktüten gewickelt und mit Klebeband verklebt. „Die Zündschnur hätte extern gezündet werden müssen. Das war nicht der Fall. Bei einer Explosion wäre die Sprengkraft so gering gewesen, dass die Nägel nur wenige Zentimeter weit geschleudert worden wären.“

Generalstaatsanwaltschaft sieht keinen Terrorverdacht - Maaßen spricht von „Bombenanschlag“

Der 21-Jährige hatte in seiner Vernehmung angegeben, er wollte mit dem Ablegen des Pakets auf seine prekäre soziale Situation aufmerksam machen. Er ist wieder auf freiem Fuß. Der Mann muss sich laut Staatsanwalt wegen des „Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ verantworten.

Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen spricht stattdessen von einem „versuchten Bombenanschlag“. Maaßen hatte zuvor auf Twitter öffentlich gemacht, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen syrischen Asylbewerber handelt. Vor dem Hintergrund eines versuchten Anschlags sei „diese Information ausgesprochen relevant, um unter anderem die aktuelle Bedrohungssituation beurteilen zu können“, sagte Maaßen unserer Zeitung.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer

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