Händler und Ordnungsamt im Gespräch

Terminshopping in Plettenberg: Zwischenbilanz und eine große Sorge

Alexandra Hahn, Inhaberin von Wäschemoden Hahn in Plettenberg.
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Alexandra Hahn, Inhaberin von Wäschemoden Hahn in Plettenberg.

Seit gut anderthalb Wochen dürfen die Geschäfte wieder für Kunden öffnen. Voraussetzung: Wer shoppen möchte, braucht einen Termin. Wie wird das Terminshopping angenommen?

Plettenberg - Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick von zwei Händlern und ein gutes Resümee des Ordnungsamts.

„Ich bin sehr glücklich“, sagt Alexandra Hahn vom gleichnamigen Wäschemoden-Geschäft am Kirchplatz. Das Terminshopping sei bei ihre sehr gut angelaufen – „Gott sei Dank“, sagt sie. Denn zuvor habe es zwar einen Türverkauf gegeben, doch das Anprobieren war vor dem Geschäft nicht möglich. „Das ist natürlich bei Wäsche und Dessous etwas problematisch“, sagt Alexandra Hahn, deren Kunden dieses Problem dank des Terminshoppings im Laden nun nicht mehr haben.

Einige Kunden finden laut Alexandra Hahn das Shoppen mit einem Termin sogar angenehmer als ohne. „Sie genießen diese Eins-zu-eins-Beratung“, sagt die Händlerin, die als Fachverkäuferin in einem kleinen Geschäft ohnehin eher von Kunden lebt, die gezielt kommen und eine fundiert beraten werden möchten. Aber es gebe auch die Laufkundschaft, für die Alexandra Hahn, je nach Frequentierung, direkt an der Tür einen Termin für sofortiges Shopping vergebe.

„Es läuft alles reibungslos und ich hoffe, es bleibt so“, sagt Alexandra Hahn mit Blick auf steigende Corona-Zahlen, eine noch immer nicht gezogene Notbremse und die nächsten Corona-Gespräche von Bund und Ländern an diesem Freitag. Sie hoffe einfach, dass es nicht nächste oder übernächste Woche wieder heiße: „Das war’s mit euch.“

Christiane Holzmann, Inhaberin des Elektromarktes Expert Weyand in Eiringhausen, sieht die Inzidenz derzeit „hochproblematisch“. „In Bayern müssen die Geschäfte schließen und ich rechne mit der Möglichkeit, dass auch hier der Betrieb wieder eingeschränkt wird“, sagt sie. Für ihr Geschäft würde dies bedeuten: Der Elektromarkt müsste schließen, es ginge wieder rein zur Reperaturannahme. Auch durch diese habe man immerhin auch in Zeiten des Lockdowns Kundenverkehr gehabt. Das Terminshopping habe die Situation natürlich verbessert. „Es wird ganz gut angenommen, die Kunden sind dankbar und auch die Mitarbeiter freuen sich denn im Laden ist das Arbeiten natürlich anders, als wenn man nur am Schreibtisch sitzt.“

Die Vereinbarung von Terminen klappe gut – entweder über einen vorherigen Anruf oder auch direkt an der Tür, an der laut Christiane Holzmann oft auch Termine für sofort vergeben werden können.

Das Terminshopping funktioniere bisher relativ gut, heißt es aus dem Ordnungsamt. Zwar konnten die zuständigen Mitarbeiter die Händler diesmal aufgrund der Kürze der Vorankündigungszeit nicht gesondert vorab informieren. Aber alle seien gut vorinformiert gewesen, auch durch eigene Verbände.

„So kam lediglich die Frage auf, ob die Anforderungen des Terminshoppings auch dadurch erfüllt werden könnten, dass die Kunden am Geschäft selbst den Termin vereinbaren – oder ob eine Reservierung per Internet oder Telefon erforderlich sei. Diesbezüglich konnten wir den Händlern eine Sorge nehmen“, berichtet Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel. Zweck der Terminshopping-Regelung sei es ja, eine zu starke Frequentierung zu vermeiden. „Das kann dann auch ein sofort beginnendes Zeitfenster sein, sofern die Vorausbuchungslage das hergibt“, erklärt er.

„Die Händler, die wir aufgesucht haben, haben das Terminshopping – mit zwei Ausnahmen – verantwortungsvoll umgesetzt. Ein Händler hatte noch keine hinreichende Kontaktdatenerfassung eingerichtet, ein weiterer schritt nicht hinreichend gegen Gedränge an der Kasse ein.“

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