Termine im Rathaus Plettenberg: Aus der Not- könnte eine Dauerlösung werden

+
Viel Geduld ist in Altena gefragt: Viele Bürger warteten bereits zwei Stunden, bevor sie am Dienstag im Bürgerservice ihr Anliegen vorbringen konnten. In Plettenberg geht es deutlich entspannter vor dem Rathaus zu.

Ein Bild aus Altena hat in diesen Tagen die Runde gemacht und für Aufsehen gesorgt. Es zeigt eine lange Schlange von Menschen vor dem Bürgerbüro der Stadt, weil die Sachbearbeiter nicht das aufgeholt bekommen, was in den letzten Wochen liegen gebliebenist. Drohen den Bürgern in Plettenberg nun ähnlich lange Schlangen?

Plettenberg - „Nein“, sagt Matthias Steinhoff von der Stadtverwaltung. Ganz im Gegenteil: „Es läuft zurzeit richtig, richtig gut“, sagt der Mann für die Internen Serviceleistungen.

Den Grund dafür sieht Steinhoff im neuen Terminsystem. Vor der Corona-Pandemie war es üblich, dass die Menschen meist unangemeldet ins Rathaus gekommen sind und zum Beispiel im Einwohnermeldewesen eine Wartemarke gezogen haben. Seit dem Ende der Osterferien verläuft ein Besuch im Rathaus anders: Der Besucher meldet sich beim Sachbearbeiter oder in der Rathaus-Zentrale, schildert kurz sein Anliegen und vereinbart dann einen Termin. Da der Weg ins Rathaus nur noch über den Haupteingang und damit vorbei am Empfang führt, können die Rathaus-Mitarbeiter hier noch einmal kurz prüfen, ob der Besucher wirklich einen Termin hat – und schon wird der Bürger ohne lange Wartezeit durchgelassen.

Dieses System der Terminvergabe gab es bis zum 1. Juli auch in Altena – allerdings mit dem Problem, dass viele Bürger vertröstet werden mussten, weil alle Termine vergeben waren. So hieß es wie im Fall des Altenaers Julian Hartz: „Kommen Sie ab dem 1. Juli, wenn das Bürgerbüro wieder geöffnet ist.“ Das tat Julian Hartz – und fand sich am Dienstag in einer langen Schlange wieder.

„Ich will nur meinen Ausweis verlängern. Das ist eine Sache von zehn Minuten“, erklärte Julian Hartz sein Anliegen und ergänzte: „Zum Glück habe ich Urlaub. Vor mir in der Reihe stand eine Frau, die ebenfalls zwei Stunden gewartet hat und dann ging, weil sie zur Arbeit musste.“

Im Gegensatz zu Altena hat Plettenberg schon sehr frühzeitig viele Termine vergeben und ist beim Terminvergabe-System geblieben. Womöglich, so sagt Matthias Steinhoff, könne das sogar ein Modell für die Zukunft sein, auch wenn er sich kleine Modifizierungen vorstellen kann. Wie diese aussehen könnten? „Vielleicht täglich ein kleiner Zeitkorridor für die Laufkundschaft“, sagt Steinhoff, der auch über Online-Terminvergaben nachdenkt.

Derzeit sei aber die telefonische Variante das Maß der Dinge. „Die persönliche Absprache im Vorfeld hat auch den Vorteil, dass die Bürger genauestens darüber informiert werden, welche Unterlagen sie für ihr Anliegen mitbringen müssen“, erklärt Steinhoff. So konnte die Quote derjenigen, die mehrfach kommen müssen, weil sie etwas vergessen haben, fast auf Null heruntergesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare