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Große Tennis-Traglufthalle im MK geplant - doch es gibt Kritik

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Von: Georg Dickopf

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So könnte die geplante neue Traglufthalle des TV Plettenberg im Oktober nächsten Jahres am Edenborn aussehen. Die Firsthöhe beträgt rund achteinhalb Meter.
So könnte die geplante neue Traglufthalle des TV Plettenberg im Oktober nächsten Jahres am Edenborn aussehen. Die Firsthöhe beträgt rund achteinhalb Meter. © Tennisverein Plettenberg

Der Tennisverein Plettenberg plant die Errichtung einer großen Traglufthalle. Die Sportler dürfte dies freuen - bei Anwohnern stößt das Projekt allerdings auf Kritik.

Plettenberg - In der Einwohnerfragestunde der letzten Plettenberger Ratssitzung wollte Ute Figge als direkte Anwohnerin der Tennisanlage am Edenborn wissen, wie es um die beiden dort geplanten Traglufthallen bestellt ist.

Dort oben würden in einem kleinen Wäldchen neben dem Tennisplatz die Rehe ihre Kitze ablegen. „Ich weiß nicht, wie sich das weiter gestalten soll. Das Ding ist circa 15 Meter hoch auf zwei Plätzen“, so Figge, die sich gewünscht hätte, dass man die Anwohner auch zu dem Bauvorhaben befragt hätte.

Bürgermeister Ulrich Schulte betonte, dass man von städtischer Seite keine Baugenehmigungen veröffentliche. Was sie aus der Zeitung erfahren habe, sei eine Veröffentlichung des Vereins, der ihr auch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen müsse hinsichtlich ihrer Bedenken. Die könne er hinsichtlich der Lüftungsanlage verstehen. Er habe aber aktuell keine Informationen zu Einhausungen oder anderen Punkten. Die Stadt müsse das Vorhaben nur bau- und planungsrechtlich begutachten, nicht aber mit Blick auf eine mögliche Energieverschwendung durch die Beheizung, die die Anwohnerin ebenfalls erwähnte und mit Blick auf den Klimawandel als wenig nachhaltig bezeichnete.

Die Heimatzeitung befragte im Nachgang zur Ratssitzung Achim Winterhoff, den 1. Vorsitzenden des TV Plettenberg, zu den Vorwürfen der Anwohnerin. „Wir mussten die Anwohner im Zuge der Baugenehmigung nicht fragen“, betonte Winterhoff.

Er stellte klar, dass die geplante Traglufthalle die Tennisplätze 1 und 2 überspanne, die gut 100 Meter vom Haus der Anwohnerin entfernt seien.

„Und an der Seite zur Straße gibt es kein Gebläse, sondern nur einen Notausgang.“ Ebenfalls völlig aus der Luft gegriffen sei die Höhe von 15 Metern. „Die Firsthöhe liegt bei gerade einmal achteinhalb Metern“, stellte Winterhoff klar.

Damit die Halle stehen bleibt, muss ständig ein Gebläse arbeiten. Das Gebläse sei aber nicht viel lauter als eine Luftwärmepumpe, werde zusätzlich noch in einer Hütte eingehaust und stehe hinter der Halle in Richtung der Garagen des Tennisvereins Plettenberg.

„Wir wollen mit der Halle niemanden vor dem Kopf stoßen und haben alle Genehmigungen vorliegen.“ Es habe keine Auflage seitens der Stadt Plettenberg gegeben, mit den Anwohnern zu sprechen.

Die Stadt habe für die 34 mal 34 Meter große Traglufthalle die Baugenehmigung erteilt. Dennoch werde man die in der Ratssitzung gestellte Anfrage zum Anlass nehmen, um das geplante Projekt am Montag, 13. Dezember, um 18 Uhr im Clubhaus den Anwohnern und Mitgliedern noch einmal vorzustellen und auch die Finanzierung und Vermietung transparent zu machen. „Wir wollen bei dem Projekt alle mitnehmen“, stellte Winterhoff klar, dass mit der Halle niemand verärgert werden solle.

Mitsamt der Fundamente werde man 140 000 Euro in die Traglufthalle investieren, mit der nach der Schließung bzw. dem Abriss der Tennishallen in Kückelheim und Böddinghausen nun ein ganzjähriger Tennisbetrieb in Plettenberg möglich sei.

„Wir haben oft über die Wintermonate einen Teil des Tennisnachwuchses verloren, weil die Kinder dann nicht zum Training in die Halle nach Finnentrop-Bamenohl gebracht wurden“, betonte Winterhoff.

Im Oktober nächsten Jahres soll die beheizte (15 Grad Celsius) und beleuchtete Halle fertig sein und die Tennissaison damit erstmals verlängern. Ausgestattet sei das Exemplar, das an den Edenborn kommen soll, mit Sensoren, die etwa bei zu viel Wind oder Schnee auf dem Dach anschlagen. Dann könne der Druck über das Gebläse erhöht werden. Der durch Profis begleitete Aufbau der geplanten Traglufthalle soll in zwei bis drei Tagen möglich sein. Zusammengefaltet ist die Halle laut Winterhoff gut drei mal drei Meter groß.

Um das Projekt zu realisieren, wurde eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet. Damit trage der TV Plettenberg laut Winterhoff selbst kein finanzielles Risiko.

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