Es gab jede Menge Anerkennung

Dieser Internet-Star ist kein Plüschtier: Die verblüffende Wahrheit über Teddybär aus MK

Dieser Teddybär, der fast so groß ist wie ein Kleinkind, sorgt für großes Erstaunen.
+
Dieser Teddybär, der fast so groß ist wie ein Kleinkind, sorgt für großes Erstaunen.

Er sieht fast aus wie ein Plüschtier, doch eben nur fast. Hinter dem Teddybären aus dem MK, der im Internet zu einem Hit wurde, steckt eine ganz besondere Geschichte.

Plettenberg – Viele haben sich verwundert die Augen gerieben. Stimmt es wirklich, was über diesen Teddybären aus dem Märkischen Kreis behauptet wird? Ja, es stimmt tatsächlich, sagt diejenige, die ihn gestaltet hat - und gewährte uns Einblicke in den Herstellungsprozess ihres besonderen Teddys.

StadtPlettenberg
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche96,29 km²
Einwohner25.237 (31. Dez. 2019)

Teddybär aus Plettenberg wird auf Tiktok und Facebook zum Hit und muss dann unters Messer

Als Lina Al-Merebi das Messer nahm und ihren frisch fertiggestellten Kuchen anschnitt, rollten ihr Tränen über die Wangen. Aber sie hatte keine Wahl. Die Erinnerungsfotos waren auf dem Handy gespeichert, einfrieren konnte sie den Kuchen schlecht und ihn stehen zu lassen, bis er schlecht wird, war keine Option. Also hatte Lina Al-Merebi ihre acht Geschwister vorgewarnt, dass sie jedem Einzelnen ein Stück Kuchen vorbei bringen wird.

Und so wurde er am Ende einfach verspeist, der Teddybärkuchen von Lina Al-Merebi. Ein Kunstwerk, das im Internet für Furore sorgte und von dem selbst die Hobbybäckerin sagt, dass sie so etwas Schönes in ihrem Leben bisher noch nie gebacken hatte. Und die 41-Jährige hat schon viele außergewöhnliche Kuchen und Torten gestaltet.

Teddybär aus Plettenberg: Inspiration auf diversen Internetseiten

Die Teddybär-Geschichte beginnt mit der üblichen Suche nach Inspiration auf Internetseiten wie Instagram oder Youtube. Lina Al-Merebi stößt dabei auf einen Teddybären, der ihre Neugier weckt. Ein Kuchen, so groß wie ein Baby und optisch so plüschig und detailgetreu wie ein Stofftier – so sollte er werden.

Einige Wochen später: In der Küche von Lina Al-Merebi an der Schleusinger Straße duftet es nach Vanille, die Küchenmaschine mixt auf Hochtouren, die Springformen stehen bereit. Sie und ihre beiden Zwillingsschwestern Islam El Zoohbi und Israh Sögütlü nehmen das Projekt Teddybärkuchen in Angriff.

Lina Al-Merebi hat alles im Blick. Sie ist die große Schwester, die, die immer als Erste um Rat gefragt wird, wenn die Geschwister mal Hilfe beim Backen brauchen. Sie ist die, die in den Märkten am liebsten direkt auf die Küchenabteilung zusteuert, obwohl sie eigentlich alles in mehrfacher Ausführung zuhause hat. Sie liebt es einfach. „Backen ist meine große Leidenschaft“, sagt sie über sich selbst.

Teddybär aus Plettenberg: Lina Al-Merebi hat als Kind schon gebacken

Sie hat schon als Kind gebacken. Nachdem die Familie mit ihr als damals Vierjährige aus dem Libanon nach Deutschland gekommen war, versüßte sie im Alter von zehn, elf Jahren die Geburtstage ihrer Geschwister mit Kuchen. Während die Mutter lieber kocht, reifte sie zur Hausbäckerin der Familie, probierte sich an Pizzen oder typisch libanesischen Teigtaschen aus Zuckersirup, Mozzarella und Gries und freute sich im Alter von 18 Jahren über die Verbreitung der Zuckermasse Fondant, die ihr völlig neue Möglichkeiten bei der Gestaltung von Kuchen und Torten eröffnete. So entstanden mit den Jahren Digimon-, FC-Barcelona- oder Prinzessin-Elsa-Torten für Familienangehörige und Freunde.

Unter anderem diese FC-Barcelona-Torte hat Lina Al-Merebi gebacken.

Nun also ein Teddybär. Der Backofen dampft, als die 41-Jährige die erste Springform vom Blech nimmt. Sie schneidet den Kuchen in der Horizontalen mittig durch, verstreicht auf den Hälften Schoko-Vanille-Sahnecreme und schichtet die runden Böden aufeinander. Hieraus wird später der Rumpf des Teddybären entstehen. Behutsam arbeitet sich Lina Al-Merebi Stück für Stück nach oben vor und wirkt dabei wie ein Profi.

Obwohl sie das Backen schon immer liebte, hat Lina Al-Merebi ihre Leidenschaft nie zum Beruf gemacht. Erst wollte sie nach der Schule Apothekerin werden, dann arbeitete sie als Vollzeitkraft im Lidl-Markt am Grafweg, in dem sie später zur stellvertretenden Leiterin aufstieg. Dann heiratete sie ihren Ehemann, brachte vier Kinder auf die Welt, arbeitete zwischenzeitlich im Rewe-Markt, bis sie Probleme mit der Bandscheibe bekam. Für eine Anstellung als Bäckerin oder Konditorin fehlte ihr die Ausbildung. So blieb das Backen immer nur ein Hobby, auch wenn in ihr bis heute der Traum von einer eigenen kleinen Bäckerei lebt.

Teddybär-Kuchen wird zum Tiktok-Erfolg - Mit Spritzbeuteltupfern abgerundet

Zack! Nun klebt dank der Sahnecreme auch der letzte Springform-Boden an der richtigen Position. Lina Al-Merebi schneidet aus dem Kuchenturm die Umrisse eines Teddybären aus, Kopf, Körper, Arme, Füße. Der Rest – Ohrmuscheln, Fußsohlen, Augen und Nase – entsteht aus Marzipan und Fondant. Die drei Bäckerinnen sind zufrieden. Jetzt fehlt nur noch das plüschige Fell.

Immer mal wieder flitzt Tochter Oumaya, 16, vorbei und zückt ihr Handy, um Videosequenzen zu filmen, die sie anschließend zusammenschneidet und als Kurzfilmchen auf dem Internetnetzwerk Tiktok postet. Natürlich werden später auch die anderen sozialen Kanäle bedient: Facebook, Instagram. Der Teddybärkuchen wird für ganz schön viel Aufmerksamkeit sorgen.

Gut fünf Stunden nach Backbeginn ist der Teddy vollendet. Seine Bäckerinnen Lina Al-Merebi, Ilsam El Zoobhi und Israh Sögütlü haben zwar Muskelkater in den Armen von den vielen Spritzbeuteltufpern, aus denen das Fell entstanden ist. Aber es hat sich gelohnt. Wie ein Plüschtier sitzt der Teddy auf der Kuchenplatte, fast so groß wie Israh Sögütlüs fünf Monate alter Sohn Mohammed, der für ein Erinnerungsfoto Modell steht.

Internet-Hit: Teddybär-Kuchen aus Plettenberg begeistert Facebook-Nutzer

Doch nicht nur auf Tiktok, sondern auch auf Facebook sorgt der Teddykuchen für hunderte begeisterte Kommentare, auf Instagram steigt die Zahl der Abonnenten von Lina_Sweet_Paradise, wie sie dort heißt, innerhalb weniger Tage von 75 auf 175. Die Internetgemeinde feiert den Teddybärkuchen, der auch aus Enie van de Meiklokjes’ TV-Show „Das große Backen“ entsprungen sein könnte.

Blieb nur noch die Frage zu klären, was aus dem Sahne-Kuchen werden soll. Auch wenn es ihr schwer fiel, schnitt Lina Al-Merebi den Kuchen an und verteilte die Stücke als Dessert zum Abendessen.

Lina Al-Merebi zeigt ihren zweiten Teddy, den sie am Donnerstag fertiggestellt, mit weißer Schokolade verziert und mit einem Hasen versehen hat.

Aber keine Sorge, die Trauer hielt nicht lange ein. Pünktlich zum bevorstehenden Osterfest stand Lina Al-Merebi an diesem Donnerstag erneut in ihrer Küche, wieder roch es herrlich nach Vanille, der Mixer lief auf Hochtouren und der Backofen dampfte. Sie hat einen neuen Teddybären gebacken, diesmal aus weißer Schokolade und mit einem Häschen auf dem Arm.

Ruckzuck war der Kuchen diesmal fertig, statt nach fünf nun in gerade einmal einer Stunde. „Wenn man einmal den Dreh raus hat...“, sagt Lina Al-Merebi und muss dabei selbst ein bisschen schmunzeln. Denn es wird sicher nicht ihr letzter außergewöhnlicher Kuchen gewesen sein...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare