Technik der Böddinghauser Aula bereitet Sorgen

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Plettenberg - Je aufwändiger die Veranstaltung, desto mehr stößt die Technik in der Böddinghauser Aula an ihre Grenzen. Bestehende Lautsprecher, Licht und Co. reichen immer öfter nicht mehr aus und müssen ergänzt werden.

Es gab ein Stück in der abgelaufenen Theatersaison der Kunstgemeinde, das herausstach – sowohl in positiver, als auch in negativer Hinsicht. „Karamba – Die 70er Jahre Revue“ zählte zwar für das Publikum zu den Höhepunkten des Jahres. Allerdings verschlang das Musical wegen seiner technischen Anforderungen unerwartet viel Geld – nämlich zusätzliche 2 400 Euro – aus der Kasse der Kunstgemeinde. Die Plettenberger Verantwortlichen stecken seitdem in der Zwickmühle.

Die Situation ist so einfach wie kompliziert: Bucht die Kunstgemeinde aufwändige Stücke, muss der Verein damit rechnen, am Ende zusätzlich zu den Kosten für die Gagen und Versicherungen auch noch viel Geld für die Technik bezahlen zu müssen. Deshalb blicken die Verantwortlichen schon jetzt mit einem etwas mulmigen Bauchgefühl auf den Höhepunkt der Spielzeit 2020/21: eine Udo-Jürgens-Hommage am 25. November 2020, für die unter anderem eine Liveband auf der Bühne stehen wird.

„Wir können jetzt ebenso wenig wie seinerzeit bei ‘Karamba’ noch nicht abschätzen, was das Theater an zusätzlicher Technik benötigt – das steht leider im Vorfeld weder auf deren Internetseite noch in den Werbeprospekten“, erklärt Kunstgemeinde-Geschäftsführer Martin Meißner. Trotzdem geht die Kunstgemeinde dieses Risiko ein, weil sie den Zuschauern über die normalen Theaterinszenierungen hinaus etwas Besonderes bieten möchte.

Mit diesem Dilemma beschäftigt sich inzwischen auch Bürgermeister Ulrich Schulte. Nachdem die Verantwortlichen der Kunstgemeinde ihre Sorgen mehrfach vorgetragen haben und im Sommer in einem Brief an die Stadtverwaltung um Hilfe gebeten haben, lud das Stadtoberhaupt den Vereinsvorstand zu einem persönlichen Gespräch ins Rathaus ein.

„Die Bühnentechnik ist nicht auf dem Stand, den die Kunstgemeinde benötigt“, sagt Schulte. Das bestätigt auch der selbstständige Veranstaltungstechniker Pierre Baltins, der heute Abend wieder bei der Show Schloss Fabelstein die Aulatechnik ergänzen wird und inzwischen für fast jede Aufführung von der Kunstgemeinde engagiert wird. Bessere Lautsprecher, bewegbare Lichtstrahler oder Ton- und Lichtpulte – das alles und mehr bringt Pierre Baltins dann zu den Aufführungsterminen mit. Er kennt die Aula inzwischen gut und sagt: „Die vorhandene Technik ist eben alt und nicht mehr zeitgemäß.“

Wäre es also sinnvoll, die Gerätschaften auf den neuesten Stand zu bringen? „Ich scheue mich vor einer Hightech-Ausstattung, denn im Grunde ist die Aula ja für Schulveranstaltungen vorgesehen, für die die vorhandene Technik ausreicht“, sagt Bürgermeister Schulte, der auch weiß, dass die Kunstgemeinde die Aula und ihre Technik in der Regel nur an sieben Tagen im Jahr benötigt.

Deutlich wahrscheinlicher ist daher die Lösung, dass die Kunstgemeinde weiterhin einen Veranstaltungstechniker beauftragen muss. Um der Kunstgemeinde zu helfen, hat Bürgermeister Schulte aktuell folgende Vorschläge: Entweder, die Stadt müsste den Zuschuss für Kunstgemeinde erhöhen, damit sie weiterhin einen externen Veranstaltungstechniker bezahlen könnte. Oder es kann ein städtischer Mitarbeiter ausfindig gemacht werden, der die Technik in der Aula bedienen und ergänzen kann. Diese Lösungen werden derzeit eruiert – Ergebnis offen.

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