Von Argentinien ins Sauerland

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Der argentinische Künstler Daniel Kaplan vor seinem Werk "Romance de barrio" (Romanze der Nachbarschaft), an dem er in seinem Auslandsatelier an der Jüttenstraße arbeitet.

Plettenberg - Daniel Kaplan, der argentinische Meister der Tango-Malerei, ist derzeit als „Artist in Residence“ auf Einladung der Prange-Gruppe in Plettenberg. Seine Reise führte vom Río de la Plata (20 Flugstunden entfernt) ins Sauerland, wo der Künstler in der „Baustelle“ des stetig wachsenden Boxcamps an der Jüttenstraße 4 sein großes Atelier eingerichtet hat.

Der Eiringhauser Unternehmer Otto Prange lernte den Künstler bei Besuchen seiner Beteiligungsgesellschaften in Argentinien kennen und schätzen. Als der Künstler eine kurze Schaffensperiode außerhalb von Argentinien plante, schlug ihm Prange spontan vor, sein „Auslandsstudio“ doch in Plettenberg aufzuschlagen.

 Daniel Kaplan war von dieser Aussicht begeistert und hat seit Mitte September bereits zahlreiche Kunstwerke in Plettenberg geschaffen – teilweise auch inspiriert von der Sauerländer Landschaft. „Das ist eine tolle Erfahrung hier und sehr inspirierend“, sagt Kaplan, der in dem „Rohbau-Atelier“ größtenteils nachts arbeitet und aktuell drei großformatige Tango-Ölgemälde gleichzeitig bearbeitet. 

„Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“, hat der Komponist Enrique Santos Discépolo einmal gesagt. Dass man den Tango nicht nur tanzen, sondern auch in all seinen Facetten einfühlsam auf die Leinwand bringen kann, stellt der in Buenos Aires geborene Künstler Daniel Kaplan meisterhaft unter Beweis. Seine Bilder laden dazu ein, in die Welt der „Tangueros“, der Tangotänzer, sänger und -musiker, einzutauchen. Übertriebene, klischeehafte Posen, wie man sie häufig mit dem Tango verbindet, sucht man dabei vergeblich: Kaplan transportiert in seiner Kunst Stimmungen, Leidenschaften, Emotionen. Melancholie und südamerikanische Lebensfreude kombiniert mit der Bewegung. 

Seine künstlerische Ausbildung hat Kaplan, der deutsche Wurzeln hat, in Buenos Aires an den beiden angesehensten Kunsthochschulen des Landes erhalten. Seit 1990 präsentiert er seine Werke regelmäßig in Einzelausstellungen, seit 1999 in Kooperation mit einer der renommiertesten Galerien Argentiniens. Längere Auslandsaufenthalte führten ihn mit einem Fullbright-Stipendium unter anderem nach New York.

 Wer die Arbeiten von Daniel Kaplan sehen und ihn persönlich kennenlernen möchte, hat dazu am Sonntag, 19. November, von 12 bis 15 Uhr an der Jüttenstraße 4 Gelegenheit. Das Thema wird Tango in Bild, Wort, Musik und Bewegung sein. Es handelt sich nicht um eine „Vernissage“ und es gibt keine Kleiderordnung für die Ausstellung in dem beheizten Rohbau, in dem demnächst ein Boxring stehen wird. Die Ausstellungsbesucher können sich in jeden Fall auf eine Überraschung freuen.

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