INTERVIEW „Überlebenskünstler“ Michael Wigge ist am 18. November zu Gast in der Stadtbücherei

In 150 Tagen in die Antarktis – nur mit einem Apfel

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Plettenberg - Am Sonntag, 18. November, kommt Michael Wigge um 17.30 Uhr in die Stadtbücherei und berichtet von seinem großen Abenteuer „Ohne Geld bis ans Ende der Welt“. Wir haben dem Autor des gleichnamigen Buches ein paar Fragen zu seinem ungewöhnlichen Projekt gestellt, das er komplett ohne Geld und nur mit einem Apfel sowie ein wenig Gepäck startete.

Herr Wigge, wie kommt man ohne Geld bis in die Antarktis und zurück? 

Michael Wigge: Die Lösung lag im Tauschhandel. Ohne Geld in die Antarktis heißt Essen ohne Geld, Reisen ohne Geld und Schlafen ohne Geld. Als Tausch habe ich praktisch immer mich selbst angeboten, mal einen Witz gegen ein Brötchen getauscht, dann ein Auto gewaschen und dafür kostenlos übernachtet oder einen Handstand für drei Sekunden gemacht und dafür eine Mitfahrgelegenheit bekommen. Kleine, humorvolle Tauschaktionen überzeugen viele Menschen.

Wie hat sich Ihr Leben nach dem Selbstversuch verändert? 

Wigge: Ich bin ohne Geld durch die Welt und war dadurch theoretisch sehr angreifbar. Aber ich habe auf 30 000 Kilometern in den 150 Tagen keine wirklichen Gefahren oder Aggressionen erlebt, sondern das Gegenteil. Wenn Menschen merken, dass man einfach nicht gefährlich ist und nichts hat, kommen sie einem sehr positiv entgegen. Die Welt ist besser, als das, was uns die Nachrichten erzählen.

Sie sagen, Sie haben auf der Reise weitere Freenager getroffen. Was versteht man unter dem Begriff? 

Wigge: Freeganer leben praktisch ohne Geld. Das Wort kommt aus dem Englischen von Freeganism. Also, ein Mensch, der frei ohne Geld lebt und sich sein Essen oftmals aus Müllcontainern zusammensucht – klingt schlimm, geht aber wirklich.

Auf dem Plakat essen Sie ein Meerschweinchen? Wie schmeckt ein Meerschweinchen?

 Wigge: Man stelle sich eine gebratene Ente vor, die etwas wenig zu essen bekommen hat – da ist das Meerschweinchen.

Wie sehr muss man sich erniedrigen für solch eine Challange?

 Wigge: Dadurch, dass ich immer getauscht habe und viel Humor in den Tauschaktionen vorkam, war es immer auf Augenhöhe. Ich habe auch Kissenschlachten gegen einen Dollar getauscht und mich als „menschliches Sofa“ angeboten. Klingt erniedrigend, ist aber einfach nur lustig, wenn man selbstironisch ist.

Was erwartet die Plettenberger bei der Veranstaltung in der Bücherei, bei der es ein sogenanntes „Ohne-Geld-Büffet“ geben soll? 

Wigge: Die Plettenberger werden sich durch das Ohne-Geld-Buffet perfekt in die Reise hineinfühlen können. Ein paar Geheimnisse müssen ja noch bleiben, aber ich verspreche, dass es bunt wird und vor allem unvergesslich!

Was haben Ihre Eltern damals zu dem Projekt gesagt? 

Wigge: Es gibt Dinge, die man besser erst nach einem Projekt im Detail erzählt. So habe ich es auch hierbei gehalten.

Können Sie sich einen Pauschalurlaub in einem „All-Inclusive-Hotel“ in Spanien vorstellen? 

Wigge: Ich war letztes Jahr beruflich als Vortragsredner auf einem Kreuzfahrtschiff. Aufgrund meiner Ohne-Geld-Prägungen habe ich beim Büffet immer wieder diesen unwiderstehlichen Impuls gespürt, alles in große Einkaufstüten zu packen und schnell in meine Kabine zu rennen. Aber ich konnte mich meistens noch so gerade stoppen.

Womit verdienen Sie heutzutage Ihr Geld? 

Wigge: Ich arbeite als Vortragsredner und Motivationscoach. Für alle Interessenten gibt es meine Internetseite www.my-challenge-coach.de.

Woher haben Sie die Mütze, die Sie auf dem Plakat tragen und was ist die Geschichte dazu? 

Wigge: Wenn man seine jugendlichen Jahre hinter sich gelassen hat, können es schon mal ein paar Härchen auf dem Kopf weniger werden, da fängt man gerne an, eine Mütze zu tragen. Diese hat mich zusätzlich vor Sonne geschützt, da man auf einer Reise ohne Geld nicht immer und überall an Sonnecreme kommt.

Karten für die Veranstaltung in gibt es in der Stadtbücherei für 14 Euro im Vorverkauf und 16 Euro an der Abendkasse – Büffet ist inklusive.

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