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Zum Tag der Hausmusik: 14 Musiker unter einem Dach

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Von: Jona Wiechowski

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Die Familie Rebrik (hinten, von links): Maxim, Katharina, Natalja, Paul, Nikolaj, Laura, Elvira, Marc und Sofia; (vorne, von links): Oskar, Olivia und Nico. Auf dem Foto fehlen Angela und Peter.
Die Familie Rebrik (hinten, von links): Maxim, Katharina, Natalja, Paul, Nikolaj, Laura, Elvira, Marc und Sofia; (vorne, von links): Oskar, Olivia und Nico. Auf dem Foto fehlen Angela und Peter. © Wiechowski

Erst ein Duett, jetzt ein ganzer Chor: Nikolaj und Natalja Rebrik haben ihre zwölf Kinder für ihre Musik-Leidenschaft begeistern können. Und wenn alle zusammen singen, klingt das ausgezeichnet. 

Lennetal -Bei unserem Besuch präsentieren sie „Hosianna“, den Ruf der Freude – kräftig, voller Gefühl und begleitet von Tochter Elvira am Klavier und Vater Nikolaj an der Gitarre. Zum Tag der Hausmusik (22. November) erzählt die Familie ihre musikalische Geschichte.

Nikolaj und Natalja haben sich in den 1990ern in einer christlichen Gemeinde in Russland kennengelernt und schon dort zusammen gesungen. Natalja machte eine Ausbildung zur Dirigentin und spielt bis heute Klavier. Nikolaj entdeckte in der russischen Armee die Gitarre für sich. „Die hatte nur drei Draht-Seiten“, erinnert er sich, wie er sie mit Kumpels aufgezogen hatte. „Jeder hat Gitarre gespielt.“ Geprobt worden sei in der Freizeit.

1998 kamen Nikolaj und Natalja, die zwei Jahre vorher geheiratet hatten, nach Deutschland – „mit zwei Kindern, einem Koffer und einer Gitarre.“ Das Klavier von Natalja mussten sie zurücklassen. Heute steht ein weißes Piano im Wohnzimmer, darüber hängt eine große Uhr.

Die musikalische Begeisterung der beiden, das Hobby zu singen und Instrumente zu spielen, ist auf die Kinder übergesprungen. „Wir spielen aber nicht alle 24 Stunden am Tag. Wir führen ein normales Leben“, sagt Vater Nikolaj und zählt Arbeit, Schule und Studium auf.

Instrumente von Schlagzeug bis Geige

Die Wahl der Instrumente ist bei den Familienmitgliedern ganz unterschiedlich – und wechselt auch mal. Aktuell spielen vier Gitarre, vier Klavier, zwei Schlagzeug, einer Geige und einer Saxofon. Ruhig ist es da selten zuhause. „Es ist immer jemand da, der Musik macht“, sagt Tochter Elvira. „Sonst wäre es auch langweilig“, wirft Mutter Natalja Rebrik ein. Vorne mit dabei ist der Jüngste der Familie, der fast zweijährige Paul, der von Klavier bis Schlagzeug schon Vieles ausprobiert hat.

Unterricht bekommen die Kinder bei der Musikschule Lennetal – entweder in den Räumen im Eiringhauser Bahnhof oder in der Martin-Luther-Schule. „Es gibt Rabatt bei so vielen Kindern“, erzählen die Rebriks. In all den Jahren hat die Familie den Gitarrenlehrer Dmytro Dolgalov auch persönlich kennengelernt, so Nikolaj Rebrik, der selbst vier, fünf Jahre lang Gitarrenunterricht genommen hat. Eine Zeit lang ist er dann zusammen mit einer Tochter und einem Sohn zum Unterricht gefahren.

Vater Nikolaj Rebrik an der Gitarre und Tochter Elvira am Klavier. Bei der Familie Rebrik beherrscht jedes Familienmitglied ein anderes Instrument.
Vater Nikolaj Rebrik an der Gitarre und Tochter Elvira am Klavier. Bei der Familie Rebrik beherrscht jedes Familienmitglied ein anderes Instrument. © Wiechowski

Der Musikschulunterricht in Deutschland sei anders als in Russland, beschreibt Mutter Natalja Rebrik. „In Russland bin ich vormittags zur Schule gegangen und nachmittags in die Musikschule“, sagt sie und ergänzt: „Und das jeden Tag.“ Hier gebe es dagegen Kurzunterricht, einmal die Woche, 20 Minuten. „Ein großer Unterschied.“

Alleine proben, zusammen singen

Geprobt wird daheim, nach der Schule. „Meistens jeder für sich allein“, sagt Tochter Sofia. Sie spielte von der dritten bis zur zehnten Klasse Gitarre. Über die Big-Band am Plettenberger Albert-Schweitzer-Gymnasium kam sie zur Bass-Gitarre, die auch heute noch das Instrument ihrer Wahl ist.

Die Kinder, zwischen einem und 24 Jahre alt, spielen Klassiker, die ihre Musiklehrer mitbringen, äußern aber auch eigene Wünsche, etwa für aktuellere Popsongs. „Ich spiele gerade ‚Killing Me Softly‘“, nennt Nico ein Beispiel, der sich das Saxofon ausgesucht hat.

Viele Stücke, viele Instrumente – nicht immer klappt alles auf Anhieb. „Wir motivieren, zu spielen“, erzählt Nikolaj. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass es ein tolles Gefühl sei, wenn das eingeprobte Lied nach einer Weile endlich klappt.

Wenn zusammen Musik gemacht wird, dann beim Singen. Die Familie ist in der Evangelischen Freikirche Zion aktiv, deren Gemeinderäume sich an der Eiringhauser Bachstraße befinden. Aktuell üben sie für das Adventssingen, wo sie gemeinsam als Chor auftreten. Da passt es gut, dass die drei ältesten Schwestern Elvira, Angela und Sofia Gesangsunterricht nehmen – damit es noch besser klingt.

„Singen macht einfach Spaß“, sagt Nikolaj Rebrik und spricht damit wohl für alle. Bei der Gemeinde ist er Diakon und lädt Interessierte ein, vorbeizuschauen.

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