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„Sushi-Mann“ gesichtet: Zeuge berichtet von mutmaßlichem Hundevergifter

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Von: Georg Dickopf

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Arek Goniwiecha traf am Sonntag mit seinen beiden rumänischen Straßenhunden Lui und Vanillo auf den „Sushi-Mann“, der größere Mengen Sushi in Wegesnähe verteilte – allerdings ohne Giftstoffe, wie er der Polizei mitteilte.
Arek Goniwiecha traf am Sonntag mit seinen beiden rumänischen Straßenhunden Lui und Vanillo auf den „Sushi-Mann“, der größere Mengen Sushi in Wegesnähe verteilte – allerdings ohne Giftstoffe, wie er der Polizei mitteilte. © Muckhoff

Vor knapp einem Jahr berichteten wir über Warnschilder an einem Fuß- und Radweg in Plettenberg. Darauf wurde vor einer möglichen Gefahr für Hunde gewarnt.

Plettenberg - Damals wurden am Fuß- und Radweg zwischen den Firmen Junior und Prinz insgesamt fünf Kilogramm Sushi gefunden, die um Bäume herum drapiert wurden. Knapp ein Jahr später begegnete Arek Goniwiecha dem mutmaßlichen Sushi-Mann.

„Ich war am Sonntagmorgen mit unseren beiden angeleinten Hunden auf dem Weg unterwegs, der zum Schießstand auf der Sundhelle führt“, berichtet der Plettenberger. Dort sei ihm ein Mann aufgefallen, der mit Tüten herumhantiert habe. „Beim Vorbeigehen sah ich, das es mindestens acht bis zehn Sushi-Pakete waren“, so Goniwiecha.

„Sushi-Mann“ gesichtet: Zeuge berichtet von mutmaßlichem Hundevergifter

Daraufhin habe er den Mann angesprochen, der gerade im Begriff gewesen sei, Sushi-Röllchen im Bereich des Parkplatzes oberhalb der Kleingartenanlage zu verteilen. „Wenn Sie das machen, rufe ich die Polizei“, habe er ihm gesagt, woraufhin der Mann sich vor ihm aufgebaut habe. „Er sagte dann zu mir, dass er der Natur nur etwas zurückgeben wolle.“

Der Mann habe sich schließlich abgedreht und der 34-jährige Plettenberger beschloss, die Polizei über den Vorfall zu informieren, die er am Sonntag um 9.45 Uhr alarmierte.

Verderblicher Fisch

In Plettenberg wurden dubiose Sushi-Röllchen entdeckt.
In Plettenberg wurden vor knapp einem Jahr dubiose Sushi-Röllchen entdeckt. Jetzt stehen die Personalien des Sushi-Mannes fest. © Schulz/Polizei MK

„Es ist schließlich schon seltsam, wenn jemand bei 30 Grad Lebensmittel mit leicht verderblichem Fisch in der Gegend verteilt“, findet der Hundehalter. Noch dazu habe er selbst zwei rumänische Straßenhunde. „Wenn man nicht aufpasst, fressen die alles, was ihnen vor die Nase kommt“, sagt Goniwiecha, der die Beweggründe des Mannes nicht verstanden hat. Der Mann habe davon gesprochen, „dass die Hunde nicht angeleint sein sollten“. Wenn jemand Essen auslege, „gehe ich davon aus, dass er den Hunden etwas Böses will“, sagt Goniwiecha.

In Bochum, wo der Plettenberger mittlerweile aus beruflichen Gründen lebt, habe ein Mann Köder mit Reißzwecken verteilt. Von daher sei er vorsichtig geworden.

In Plettenberg ist zwar noch nichts von Vergiftungserscheinungen durch Sushi bekannt, aber die Hundehalter im Elsetal sind vorsichtig geworden. Die einst von der Polizei sichergestellten Sushi-Funde – insgesamt fünf Kilo lagen verteilt am Junior-Radweg – wurden im August letzten Jahres nicht auf mögliche Giftstoffe untersucht, da es keine Anhaltspunkte gab.

Polizeisprecher Marcel Dilling betonte seinerzeit, dass die Untersuchungen erst beginnen würden, wenn es konkrete Geschädigte gibt. Über die toxikologische Untersuchung müsse dann die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Polizei kann Mann auffinden

Nach der Meldung des Sushi-Mannes konnte die Polizei den besagten Mann am Sonntag dank der Hinweise von Goniwiecha und weiterer Hundehalter in der Nähe des Schützenheims aufgreifen.

„Die Kollegen haben ihn ermahnt, es zu unterlassen und er konnte glaubhaft versichern, dass er nur Sushi bzw. Fisch ohne Fremdstoffe oder Gift verteilt habe.“ Zudem habe der Mann angegeben, es im Wald und nicht auf dem Weg verteilt zu haben, so Polizeisprecher Christof Hüls. Die Personalien des Mannes wurden aufgenommen, wenig später ließ man ihn wieder gehen.

„Das erscheint für manche möglicherweise unbefriedigend, aber das Ganze ist maximal eine Ordnungswidrigkeit nach dem Abfallgesetz“, betonte Hüls. Es sei denn, es seien tatsächlich Giftköder. Ansonsten sei es keine Straftat, wenn Nahrungsmittel in der Natur verteilt würden.

„Wir sind immer dankbar für Hinweise, aber die Maßnahmen müssen auch angepasst sein. Wir schießen nicht mit Kanonen auf Spatzen. Und das Ganze beginnt immer zuerst mit einer Ermahnung. Und genau die hat im besagten Fall mit Nachdruck stattgefunden“, sagte Hüls.

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