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Süße und herzhafte Spezialitäten: Bauerncafé in Lennedorf geplant

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Von: Georg Dickopf

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Björn und Sandra Kirchhoff wollen mit dem Kempershof in Pasel durchstarten und neben landwirtschaftlichen Produkten aus eigener Herstellung ab dem nächsten Frühjahr auch ein Bauerncafé anbieten.
Björn und Sandra Kirchhoff wollen mit dem Kempershof in Pasel durchstarten und neben landwirtschaftlichen Produkten aus eigener Herstellung ab dem nächsten Frühjahr auch ein Bauerncafé anbieten. © Dickopf

Das gastronomische Angebot in Plettenberg ist zuletzt immer kleiner geworden. Die Restaurants Akropolis und die Lohmühle haben geschlossen, das Haus zur Oestertalsperre sucht einen neuen Besitzer und auch die Märcheneis-Zukunft ist ungewiss. Da ist es ein Lichtblick, dass es im Lennedorf Pasel ab dem nächsten Frühjahr ein neues gastronomisches Angebot in Form eines Bauerncafés geben soll.

Plettenberg - Sandra und Björn Kirchhoff wollen auf ihrem Bauernhof an der Lindenallee den bereits bestehenden Hofladen „Kempershof“ um besagtes Bauerncafé erweitern. „Die Genehmigung für den Hofladen und das Café liegt jetzt vor“, freut sich Björn Kirchhoff, der mit seiner Frau rund 20 Sitzplätze im Innenhof des Bauernhofes schaffen will.

Gedacht ist das Angebot insbesondere für Wanderer und Radfahrer, die auf der Lenneroute unterwegs sind und sich stärken möchten.

Da die nächste Einkehrmöglichkeit an der Route erst in Ohle besteht, dürfte das Angebot dankbar angenommen werden. Genutzt werden soll auch eine Überdachung, unter der zum einem ein Spielbereich für Kinder eingerichtet werden soll und die auch Regenschutz bieten könnte.

Kuchen, Waffeln und eine westfälische Schinkenplatte

„Wir wollen im Café vor allem Blechkuchen, Waffeln aber auch herzhafte Spezialitäten wie eine westfälische Schinkenplatte anbieten“, sagt Sandra Kirchhoff. Neben Kaffeespezialitäten werde man sicherlich auch ein Radler oder ein Bier bekommen können, doch ein Biergarten mit Hauptaugenmerk auf alkoholische Getränke sei nicht geplant. Ab und an werde man aber auch Grillspezialitäten aus eigener Schlachtung anbieten.

Da man zunächst nur samstags öffnen werde, trete man auch nicht in Konkurrenz zum Paseler Dorfhaus, das freitagsabend und an einigen Sonntagen geöffnet hat.

Während die Vorbereitungen für das Bauerncafé langsam anlaufen und der Hof bis zur Eröffnung um das nächste Osterfest herum herausgeputzt werden soll, läuft der Hofladen bereits erfolgreich. Dort können sich die Kunden hinter der himmelblauen Tür selbst bedienen. Neben Gemüse wie Rote Beete. Zucchini, Buschbohnen, Grünkohl gibt es auch Kürbisse und natürlich Kartoffeln. Ergänzt wird das Angebot durch selbstgemachtes Eis, Nudeln, Marmelade und Eier. Die müssen nicht zugekauft werden, sondern werden täglich im mobilen Hühnerstall gelegt, der einen guten Steinwurf vom Bauerhof entfernt zu finden ist.

Einen guten Steinwurf vom Hofentfernt hält Landwirt Björn Kirchhoff 200 Hühner in Freilandhaltung in einem mobilen Hühnerstall.
Einen guten Steinwurf vom Hofentfernt hält Landwirt Björn Kirchhoff 200 Hühner in Freilandhaltung in einem mobilen Hühnerstall. © Dickopf

Im Schatten der Lindenallee picken rund 200 Hühner auf einer großen Wiese rund um ihren mobilen Stall, den Landwirt Björn Kirchhoff vor kurzem erworben hat. Neben der Direktvermarkung der Freilandeier werden diese auch für die Nudelproduktegenutzt.

Hof vor über 600 Jahren erstmals erwähnt

Auch Rindfleisch aus eigener Haltung gehört zum Angebot der Familie Kirchhoff, deren Hof erstmals um 1388 (!) – also vor 634 Jahren erwähnt wurde.

Das damals als Kempers Gut bezeichnete Gehöft gehörte fast 130 Jahre zum Besitz des Klosters Ewig, ging dann an Amtmann Christoffel von Plettenberg. Erst im 19. Jahrhundert wechselte der Hof den Besitzer und ging an die Familie Kirchhoff, die den Namen Kempershof nun gewissermaßen reaktivierte. „In Rönkhausen wurde ich schon immer Kemper gerufen“, weiß der 39-jährige Landwirt um die geschichtliche Bedeutung des Namens.

Der Hofladen hinter der blauen Tür hat immer geöffnet. Davor soll im Innenhof ab Ostern 2023 ein Bauerncafé entstehen.
Der Hofladen hinter der blauen Tür hat immer geöffnet. Davor soll im Innenhof ab Ostern 2023 ein Bauerncafé entstehen. © Dickopf

Falls das Bauernhofcafé gut ankommt und Interesse besteht, soll den jüngeren Besuchern auch die Gelegenheit gegeben werden, ein Rind, ein Huhn oder die Hofkatze zu streicheln. „Ein Bauerhof zum Anfassen sozusagen“, sagte Sandra Kirchhoff.

Abgerundet werden soll das neue Angebot mit Veranstaltungen im einstigen Pferdestall, der als Veranstaltungsraum umgebaut und genehmigt wurde.

Dort können sich Björn und Sandra Kirchhoff zünftige Themen-Partys und Feiern, aber auch Live-Konzerte heimischer Bands vorstellen.

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