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Unterstützung für Suchtkranke: Beratungsstelle hilft seit 50 Jahren

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Von: Kerstin Zacharias

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Suchtberatungsstelle Plettenberg feiert 50-jähriges Jubiläum
Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Lüdenscheid-Plettenberg (links), gratuliert dem Fachteam der Suchtberatungsstelle Plettenberg – Sabine Schneider und Frank Horstmann – zum 50-jährigen Jubiläum. © Diakonisches Werk

Vor 50 Jahren begann die Suchthilfe in Plettenberg mit einem ehrenamtlichen Helfer, der eher seelsorgerisch als suchtberaterisch tätig war. Heute bieten wir neben der Beratung, Vermittlung in stationäre Maßnahmen auch ambulante Suchttherapie an, die eine wirkungsvolle Unterstützung zu einem abstinenten Leben bietet und als solche mit Krankenkassen und Rentenversicherungen abgerechnet werden kann.“ Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Suchtberatungsstelle Plettenberg erinnerten die Verantwortlichen an die Entstehungsgeschichte der Einrichtung und blickten zugleich auf neue Herausforderungen.

Plettenberg – 1972 wurde die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Plettenberg als erster sozialarbeiterischer Dienst eingerichtet und zunächst mit einem Laien besetzt. Bereits Mitte der 1980er arbeitete die Einrichtung mit zwei Diplom-Sozialarbeitern/innen in Vollzeit sowie einer Teilzeit-Verwaltungskraft. Mit der offiziellen Anerkennung als Suchtberatungsstelle am 24. Oktober 1986 gab es nunmehr eine Landesmittelförderung.

Stand in den ersten Jahren noch die Vermittlung in Fachkliniken und die allgemeine Begleitung und Betreuung im Vordergrund, wurde die Beratungs- und Therapietätigkeit kontinuierlich ausgebaut, Gruppen installiert und die Nachsorge intensiviert. 1994 bezog das Diakonische Werk Plettenberg das neu gebaute Paul-Gerhardt-Haus an der Bahnhofstraße, was auch für eine Verbesserung der Räumlichkeiten der Beratungsstelle sorgte. Ein Umzug innerhalb des Hauses im Mai 2000 verbesserte die Situation ein weiteres Mal.

Suchtvereinbarung mit dem Kreis

1999 trat die Suchtvereinbarung Märkischer Kreis in Kraft, welche die Zuständigkeiten der einzelnen Suchtberatungsstellen vor Ort regelt und deren Arbeit im Bereich der Grundversorgung bezuschusst. Seither ist die Suchtberatungsstelle für die Versorgung im Bereich der so genannten „legalen Süchte“ in Plettenberg und Neuenrade zuständig. In Werdohl teilt sie ihre Zuständigkeit mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst.

Sabine Schneider, seit 1989 zunächst als Suchtberaterin, später auch als Suchttherapeutin beim Diakonischen Werk tätig, blickte auf eine imposante Entwicklung und zunehmende Professionalisierung der Angebote zurück. Das generelle Ziel der Suchthilfe sei bei aller Professionalisierung unverändert: den riskanten, schädlichen oder abhängigen Gebrauch von Suchtmitteln und stoffungebundenen Abhängigkeiten zu verhindern und daraus resultierende Schäden nach bereits erfolgtem missbräuchlichem Konsum zu mindern.

Neue Möglichkeiten durch Digitalisierung

Aber auch neuen Herausforderungen tritt die Suchtberatungsstelle offen entgegen: Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und Nutzung entsprechender technischer Möglichkeiten werde sich auch die Beratung verändern. Kontakte zwischen Hilfesuchenden und Beratenden werden zukünftig nicht nur klassisch per Telefon oder im persönlichen Gespräch erfolgen, sondern zunehmend auch digital stattfinden können. Bereits während der Kontakteinschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie habe es bereits erfolgreiche Videoberatung über das Internet gegeben. „Dieses Angebot werden wir ab diesem Herbst ausbauen und professionalisieren, indem wir uns als Modellberatungsstelle für Nordrhein-Westfalen an der Digitalisierung der Suchthilfe auf der bundesweiten Suchtberatungsplattform DiGiSucht engagieren“, erläutert Schneider weiter.

Kernangebote bleiben jedoch die Beratung, Vermittlung und ambulante Rehabilitation suchtkranker Menschen, wobei der überwiegende Teil der Klientel alkohol-, ein geringer Teil von Haschisch und/oder Amphetaminen abhängig sei. „Unser Respekt gilt in erster Linie den Menschen, die mutig gegen ihre Sucht ankämpfen, dabei die Stärke entwickeln, Verzicht zu üben und ohne Zuhilfenahme von Suchtmitteln wieder durchs Leben zu gehen. Sie finden bei uns nicht nur Verständnis, sondern auch wertvolle Unterstützung und Hilfe auf ihrem Weg aus der Sucht“, betonen die Verantwortlichen.

Dank für Kompetenz und Hinwendung

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums gratulierte Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Lüdenscheid-Plettenberg, dem Fachteam der Suchtberatungsstelle und sprach ihm ihren Dank aus. „Von Seiten der Geschäftsführung und des Superintendenten Dr. Christof Grote danken wir unseren langjährigen Mitarbeitenden der Suchtberatungsstelle für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre große Kompetenz, Hinwendung und Unverdrossenheit. Der Dank gilt aber auch den Hauptfinanzträgern, die über Jahrzehnte hinweg die finanzielle Absicherung der Arbeit gewährleistet haben.“

Beratungsstelle: Liegt bei Ihnen eine Suchterkrankung vor, fühlen Sie sich gefährdet oder haben Sie einen Angehörigen/Freund, bei dem Sie eine Auffälligkeit vermuten, dann nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt zur Suchtberatungsstelle Plettenberg, Tel. 0 23 91 / 95 40 20, auf. Persönliche Termine erfolgen nach vorheriger Absprache unter den gültigen Corona-Hygienebestimmungen.

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