Von der Burgruine Schwarzenberg über das Tanneneck bis hoch hinauf zum Sonneborn

Auf der Suche nach dem Mond in Plettenberg

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Der Blutmond über dem Bauernhof auf dem Sonneborn, während nebenan die Kühe auf die Weide getrieben werden.

Plettenberg - Ein Blutmond sollte am Freitagabend am Himmel zu sehen sein. Auch die Heimatzeitung wollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und hatte überlegt, wo wohl der beste Aussichtspunkt in der Vier-Täler-Stadt sein könnte.

Als erstes fuhren wir die Burgruine Schwarzenberg an, wo wir rechtzeitig um 22.00 Uhr ankamen. Das wäre doch eine tolle Kulisse für so einen Blutmond, dachten wir uns. Leider mussten die ST-Redakteure, nachdem sie zur Burgruine hoch gewandert waren, feststellen, dass die Bäume so dicht zugewachsen waren, dass kein Mond zu sehen war.

Was nun? Pünktlich auf die Minute genau um 22.22 Uhr waren wir am Tanneneck, aber wo ist denn jetzt der Mond? Wir waren wohl nicht die einzigen mit dieser Idee, uns hier die Mondfinsternis anschauen zu wollen. Auto an Auto reihte sich hier an der schmalen Straße aneinander, der Wanderparkplatz war voll belegt und auf der Wiese, wo bis vor zwei Jahren noch das Osterfeuer stattgefunden hat, saßen Pärchen und Grüppchen verteilt wie zu einem kleinen Rudelgucken. Etwa 80 Personen warteten, dass sich der Mond endlich zeigte. Doch Fehlanzeige. Der Mond wollte einfach nicht auftauchen.

Auf der Wiese sitzend erreichte uns schließlich nach einiger Zeit die Nachricht von Freunden, die das Spektakel an der Oestertalsperre verfolgen wollten, jedoch auch keinen Mond entdecken konnten und mit dem Auto auf die Suche gegangen waren, dass die rote Kugel am Himmel in der Himmelsrichtung Südost zu finden sei.

Wir, immer noch vergeblich am Tanneneck sitzend, drehten uns um, um nach Südosten zu blicken und sahen nur Bäume und Berge. Hier wird das wohl nichts, wurde uns schnell klar. Genauso ging es vielen anderen zu diesem Zeitpunkt am Tanneneck. Einige Schaulustige hatten sich schon wieder zu ihren Autos begeben und waren woanders hingefahren. Wir überlegten kurz, wo der beste Ort sein könnte, um den Mond zu sehen, ohne Berge oder Bäume im Blickfeld.

Am Sonneborn. Das ist der höchste besiedelte Punkt in Plettenberg und oben auf dem Kopf gibt es weite Felder. Perfekt. Auf zum Sonneborn! Die Fahrt dorthin ging fast nur bergauf. Auch hier hatten sich schon ein paar Menschen versammelt, aber bei Weitem nicht so viele wie am Tanneneck. Der Weg hatte sich jedoch gelohnt. Wir konnten den roten Mond endlich und auch noch früh genug sehen. Es war bereits kurz vor 23.00 Uhr. An einem Bauernhof hielten wir an, stellten das Stativ für die Kamera auf und bewunderten, wie sich der Mond rot gefärbt hatte.

Ein Erlebnis, das die Stelle am Bauernhof am Sonneborn besonders machte: Während wir uns den Mond anschauten, marschierten neben uns über den Weg gemütlich die Kühe auf die Weide. Die ansässige Bauernfamilie trieb genau zu diesem Zeitpunkt ihre Kühe auf die Weide, die sich zufällig direkt neben unserem ausgesuchten Punkt befand. In dieser Atmosphäre gibt es einen Blutmond eben nur auf dem Land.

Nachdem die Kuhherde vorbei gezogen war, dauerte es nicht mehr lange, und der Mond wurde wieder hell und wir traten die Heimfahrt an. Zurück in Eiringhausen stellten wir dann fest, auch von hier war der Mond gut zu sehen. Vielleicht hätten wir uns, unsere Tour auch sparen können und einfach von Zuhause den Blutmond beobachten können...

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