Feuerwehr im Dauereinsatz / Abgedeckte Dächer / Viele umgestürzte Bäume

Sturm „Friederike“: Gebiete von Außenwelt abgeschnitten

+
Im Oestertal fiel gegen Mittag dieser Baum auf ein Haus. Die Feuerwehr entfernte diesen wegen des Sturms vorerst nicht.

Plettenberg - Nicht so schlimm wie erwartet: Glücklicherweise kamen durch das Sturmtief „Friederike“ in Plettenberg keine Menschen zu Schaden – dennoch war die Feuerwehr bei über 30 Einsätzen im Dauereinsatz, um vor allem die vielen umgefallenen Bäume im Stadtgebiet aus dem Weg zu räumen. 

Am härtesten hat es wohl ein Haus in Holthausen getroffen – Teile des Daches der Firma „Seuster Labels“ flogen auf ein benachbartes Haus und richteten schweren Schaden an.

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag gegen 12.30 Uhr; verletzt wurde niemand. Der Lehmweg konnte während des Vorfalls nicht befahren werden. Die Einsatzkräfte waren ab dem Mittag im Dauereinsatz – viele umgefegte Bäume mussten aus dem Weg geräumt werden; dazu wurden einige Dächer abgedeckt. So fiel gegen 11.30 Uhr im Oestertal an der Ebbetalstraße ein größerer Baum auf ein Haus. Nachdem die Feuerwehr den Schaden in Augenschein genommen hatte, wurde entschieden, den Baum zu beseitigen. „Das machen wir erst, wenn der Wind weniger wird“, erklärte Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Gritschke. Für eine kurze Zeit staute sich der Verkehr. 

Gegen 16 Uhr kippten ebenfalls im Oestertal zwei große Bäume samt Wurzelteller auf ein Wohngebäude. 

Mehrere Straßen voll gesperrt 

Wegen des Sturmtiefs mussten einige Straßen zeitweise voll gesperrt werden. So waren Orte wie Affeln von Plettenberg zeitweise abgeschnitten, und auch die Kreisstraße K8 ab Ohle-Burg bis Werdohl-Kleinhammer sowie die L 619 Allendorfer Straße (Verbindungsstraße von Plettenberg nach Sundern-Allendorf) konnten mitunter nicht befahren werden. Nach unseren Informationen sollen einige Sperrungen wieder aufgehoben sein, nur die Strecken nach Affeln und die K8 bleiben vorerst gesperrt.

Im Oestertal fielen gestern Nachmittag zwei Bäume auf ein Dach. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Es entstand allerdings großer Sachschaden. 

Die meisten Straßen waren übersäht mit kleinen Ästen und Blättern; auch einige Mülltonnen hielten dem Wind nicht stand. Der Deutsche Wetterdienst meldete am Mittag auf seinem Twitter-Account: „Friederike schüttelt NRW durch! Verbreitet Spitzenböen zwischen 100 und 130 km/h. Lokal sind bis 140 km/h möglich.“ 

Kein Wunder, dass die Angst auch an den Schulen groß war. Alle Schulen des Stadtgebiets wurden spätestens nach der zweiten Stunde geschlossen. Lediglich das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Eiringhausen zog seinen Unterricht „bis zum Ende“ durch. Den Schülern der anderen Schulen war freigestellt, ob sie zum Unterricht erscheinen. „Etwa die Hälfte der Schüler sind nicht gekommen“, schätzte Elisabeth Minner, Schulleiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. „Nach der zweiten Stunde sind dann die allermeisten Schüler gegangen“, sagte Minner im Gespräch. 

Das Dach der Firma „Seuster Labels“ fiel auf ein benachbartes Wohnhaus und richtete großen Schaden an.

Gegen 11 Uhr wurden nur noch zwei Schüler in einer „Notklasse“ betreut, die erst später abgeholt werden konnten. Am Böddinghauser Schulzentrum wurden nach der zweiten Stunde Sonderbusse der MVG eingesetzt, um die Schüler zumindest in die Stadt zu bringen. Schüler aus Herscheid und Werdohl durfte die Schule frühzeitig verlassen, sodass sie ihre Busse und Züge rechtzeitig bekamen. 

Sonderbusse bringen Schüler nach Hause 

„Bei den Grundschulen hatten wir das Glück, dass die meisten Kinder nah an den Schulen wohnen und schnell nach Hause konnten“, erklärte Christoph Wilk, Mitarbeiter der Stadt und zuständig für die Schulen. Insgesamt seien aber auch hier viele Kinder vorsorglich zuhause geblieben. Die Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft fuhren vor allem am Nachmittag mit leichter Verzögerung; der Bahnverkehr wurde NRW-weit eingestellt. 

Bereits im Vorfeld warnten der Wetterdienst und auch die Feuerwehr die Bevölkerung vor dem Sturm. Diese Warnungen wurden angenommen: Kunden berichteten zum Beispiel, dass die Supermärkte viel schwächer besucht worden seien, als an einem „normalen“ Tag. 

Wichtiger Hinweis des Forstamtes Märkisches Sauerland: In der kommenden Woche sollen die heimischen Wälder nicht betreten werden. Instabile Bäume könnten schon bei geringen Windböen umkippen. „Das ist lebensgefährlich“, betont Forstamtsleiter Bernd Josef Schmitt. Sein erstes Fazit zum Sturmtief: „Die große Katastrophe ist ausgeblieben. Es gab viele Einzelwürfe und nur ein paar Flächenwürfe.“

Kyrill Jahrestag

Was für ein Zufall: Der 18. Januar ist der Jahrestag des verheerenden Orkans Kyrill, der 2007, also vor elf Jahren, deutschlandweit für Zerstörungen sorgte und fällt damit auf den Tag von Sturm „Friederike“. Trotz des Jahrestages sind die beiden Stürme aber nicht mit einander zu vergleichen. Denn Friederike fegte nur über einige Teile Deutschlands und nicht wie Kyrill über das ganze Land. Orkan Kyrill tötet europaweit 47 Menschen. Der Sturm erreichte eine Geschwindigkeit von über 220 Kilometern die Stunde und richtete in zahlreichen Ländern Schäden in Höhe von insgesamt mehreren Milliarden Euro an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare