Sturm-Bilanz für Plettenberg: Viele Bäume umgeknickt, aber der ganz große Schaden bleibt aus

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Plettenberg - Sturmtief Eberhard ist mit Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h über Plettenberg hinweggezogen und hat dabei einige Schäden hinterlassen. Trotzdem ist das Fazit der Rettungskräfte und der Betroffenen weitgehend erfreulich: Plettenberg ist noch mal mit einem blauen Auge davongekommen.

32 sturmbedingte Einsätze zählte die Feuerwehr bis zum späten Sonntagabend. Dabei kam es zu einigen Sachschäden, aber verletzt wurde glücklicherweise niemand. Vor allem auf der L 697 zwischen Plettenberg und Affeln brachen die Bäume und die Straße musste am Nachmittag für rund zwei Stunden gesperrt werden. Der Wind hatte sogar ein Garagentor an der Maibaumstraße in Holthausen aus den Angeln gehoben. Die Feuerwehr war hier wie in allen anderen Fällen aber rechtzeitig zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Feuerwehr war ohnehin bestens vorbereitet. Als am Sonntagvormittag klar wurde, dass der Sturm im Märkischen Kreis und auch in Plettenberg Orkanstärke erreichen würde, alarmierte Feuerwehrleiter Markus Bauckhage das Führungsteam des sogenannten Meldekopfs. Das heißt, dass die Notrufe nicht mehr wie üblich von der Kreisleitstelle in Lüdenscheid, sondern direkt von Plettenberg aus nach Wichtigkeit eingestuft und an die Einsatzkräfte weitergegeben werden. Dieses Team hielt sich mit Hilfe eines behördlichen Wetteradars des Deutschen Wetterdienstes immer auf dem Laufenden, um zu beobachten, wie sich der Sturm entwickeln würde.

Gegen 16 Uhr sah die Lage so bedrohlich aus, dass Stadtalarm ausgelöst wurde. Alle verfügbaren freiwilligen Feuerwehrleute besetzten die Gerätehäuser und bereiteten sich auf einen im wahrsten Sinne des Wortes stürmischen Abend vor.

Auf den städtischen Bauhof warteten derweil heute Morgen die großen Aufräumarbeiten. Umgestürzte Bäume mussten zum Beispiel zwischen der Immecke und Himmelmert sowie auf dem Oesterradweg bei Oesterau beseitigt werden. Vor allem mit dem Klein-Lkw, der über eine Holzgreifzange zum Aufsammeln der Äste verfügt, reinigten die Mitarbeiter die Straßen, „aber mit den Aufräumarbeiten werden wir noch länger zu tun haben“, berichtete Robert Wieseler vom Bauhof.

Die Sturmfolgen hielten auch die heimischen Förster auf Trab, doch der erste Eindruck im Wald war erfreulicher als zunächst vermutet. „Es ist nicht viel passiert“, sagte Thomas Kroll-Bothe, der für die Wälder in der westlichen Hälfte Plettenbergs zuständig ist und sich gestern Vormittag einen ersten Überblick über die Schäden verschafft hat. Vor allem auf den Höhenlagen wie der Hohen Molmert war zu befürchten, dass viele Bäume umgestürzt sein könnten, aber selbst dort gab es laut Kroll-Bothe nur vereinzelte Schäden.

Sein Forstkollege Henning Stolz, der sich um die östlichen Wälder Plettenbergs kümmert, bestätigt die ersten Einschätzungen, dass nur vereinzelt Bäume umgeknickt sind.

Was ihm allerdings Sorgen bereitet, ist der Borkenkäfer: „Das Holz muss so schnell wie möglich aus dem Wald“, befürchtet Henning Stolz, dass es sonst vom Borkenkäfer befallen werden könnte. „Und das wird sportlich“, erklärt der Förster.

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