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Stützen der Pfarrei: Ehrenamtler haben Wünsche für die Kirche der Zukunft

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Von: Stefanie Vieregge

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Gemeindereferentin Laura Bartz (rechts) im Gespräch mit den Helfern (von links): Gerd und Susanne Haarmann, Regina Bruns und Monika Gärtner. 	Fotos: vieregge
Gemeindereferentin Laura Bartz (rechts) im Gespräch mit den Helfern (von links): Gerd und Susanne Haarmann, Regina Bruns und Monika Gärtner. © Vieregge

Sie engagieren sich seit vielen Jahren in wechselnden Aufgaben, wollen das Gemeindeleben bunter und attraktiver gestalten, organisieren Ausflüge und sind größtenteils im Gemeinderat tätig. 

Plettenberg - Das Aktivsein und der Spaß an der Arbeit sind ihr Ansporn – dafür wurde den ehrenamtlichen Mitarbeitern der katholischen Pfarrei St. Laurentius Plettenberg-Herscheid mit einem Herbstfest gedankt.

Nach einer Heiligen Messe zum Auftakt empfing der erst im Frühjahr ernannte Pfarrbeauftragte Thomas Bartz die Besucher in den Gemeinderäumen von St. Johann Baptist. Er dankte den Helfern für ihr unermüdliches Engagement: „Wir wüssten gar nicht, wie wir das zu fünft im Pastoralteam schaffen sollten, sind dankbar für die Hilfe und wollen das einfach mal zeigen“, erklärte Bartz.

Engagement in die Wiege gelegt

Die Aufgaben der Ehrenämter sind vielfältig: Natalie Kablau (33 Jahre, Plettenberg) beispielsweise ist seit 22 Jahren Messdienerin und hat vor zehn Jahren die Leitung und Planung dieses Bereichs übernommen. Sie erstellt einen Einsatzplan für die aktuell 15 Messdiener und kümmert sich um Organisation und Anleitung.

Ihre Eltern, Bernadette und Roman Potempa (beide 57 Jahre), sind aus Schlesien zugereist, seit 24 Jahren in der Gemeinde aktiv und zuständig für die hausmeisterlichen Belange in St. Laurentius. Dies umfasst die Organisation der Reinigungskräfte, kleine Reparaturen und natürlich das Aufstellen der Weihnachtsbäume.

Alle drei sind seit jeher eng mit der Kirche verbunden und sehen ihre Beteiligung als ganz selbstverständlich an. „Es geht nicht um Geld oder was man bekommt, sondern darum zu geben, um die Gemeinschaft, das Gefühl und den Glauben“, erklärt Roman Potempa.

Regina Bruns (56 Jahre, Herscheid) leitet unter anderem den Vorbereitungskurs der in diesem Jahr neun Kommunionkinder und vertritt den Küster. Susanne Haarmann ist Organistin und engagiert sich in der Katholischen Frauengemeinschaft. Das Gemeindeleben habe unter Corona sehr gelitten, sagt sie. Ältere Menschen zum Beispiel würden auch nach Aufhebung der Auflagen nicht mehr sonntags in die Kirche gehen, sondern weiterhin den Gottesdienst im Fernsehen verfolgen. Ihr Ehemann Gerd Haarmann sieht den Rückgang auch in der Zusammensetzung der aktiven Mitglieder. „Vor allem die 30- bis 55-Jährigen sind nicht greifbar“, führt er aus. Nach der Firmung nehme die Teilnahme ab, zeige sich noch mal zur Hochzeit oder zur Taufe und dann erst wieder kurz vor dem Rentenalter.

Musik brachte Anschluss zur Gemeinde

Thomas Russe zog vor 25 Jahren von Berufswegen nach Plettenberg und fand Anschluss und Kontakte in der Kirchengemeinde. Er ist seit über 20 Jahren Teil der Boniband um die musikalische Leiterin Corinna Stumpf. Entstanden vor etwa 30 Jahren, weil der Organist in der Oester aufhörte, zählt die Musikgruppe heute etwa 20 instrumentenspielende und singende Mitglieder im Alter zwischen 6 und 70 Jahren. Die wöchentliche Probe fand auch während Corona – ganz untypisch – ziemlich regelmäßig statt, alternativ draußen im Freien oder online.

Aber, so ergänzte Thomas Bartz: „Dieser Abend ist nicht nur zur Begegnung und für den Austausch gedacht, sondern auch dazu, neue Ideen zu sammeln.“ Und die werden ganz dringend benötigt.

Frustration begleitete etwa die Sitzungen des Gemeinderats, weil alles „eingefahren und konservativ ist und nichts vorwärts ging“, verriet Markus Ingenohl aus Plettenberg. „Ideen wurden nicht gehört, sondern abgekanzelt“, führt er weiter aus.

Die neuen Hoffnungsträger

Der 34-jährige Thomas Bartz trat vor etwa sechs Monaten seine Stelle als Pfarrbeauftragter an. Zusammen mit seiner Ehefrau Laura sind sie die neuen Hoffnungsträger der Gemeinde, hören den Wunsch nach Neuerungen und unterstützen Änderungsvorschläge. So wurde zum Beispiel das Projekt „Kirche Kunterbunt“ gestartet, das die Gottesdienste kindgerechter gestaltet.

Am 18. Dezember findet ab 16 Uhr in St. Laurentius ein Konzert mit allen Musikgruppen der Pfarrei Plettenberg-Herscheid statt und zeigt das Zusammenwachsen der Gemeinden. Außerdem wird weiterhin das „Gemeindeprojekt Indonesien“ unterstützt, das durch Kaplan Zacharias Sago ins Leben gerufen wurde und mit dem die Mitglieder der Pfarrei bis heute eng verbunden sind.

Für die Zukunft wünscht sich vor allem Markus Ingenohl, dass die Kirche offener und lebendiger wird, Raum für frische Ideen lässt und die Gottesdienste auch mal an anderen Orten stattfinden, zum Beispiel draußen in der Natur oder, wie vor kurzem gezeigt, mit Picknickdecken auf dem Kirchplatz.

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