Ditib-Verein Plettenberg stellt Pläne für seine neue Moschee vor

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Auf diesem Parkplatz planen der Ditib-Vorsitzende Bülent Cakmak und seine Vorstandskollegen den Bau der Moschee. Zunächst wollen sie den Platz und insbesondere die Mauern in den nächsten Wochen ein bisschen verschönern.

Plettenberg - Der Verein hat die ersten Pläne der Stadt vorgestellt. Der Neubau soll "nicht in den nächsten zwei Jahren beginnen".

Schon seit Jahren wünscht sich der türkische Ditib-Verein in Plettenberg eine neue Moschee. Nun nimmt diese Idee Formen an. Der Heimatzeitung liegen die ersten Pläne für den Neubau an der Bahnhofstraße vor. Direkt gegenüber des P-Centers und neben dem jetzigen Vereins-Gebäude soll die neue Gebetsstätte der „türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion“, kurz Ditib, in den nächsten drei oder vier Jahren entstehen. Der Architekt sieht eine schräge Bauweise vor, sodass der Gebetsraum exakt nach Mekka ausgerichtet ist. Die typische Kuppel auf dem Dach soll ebenso zu den Merkmalen der Moschee gehören wie ein Minarett, dessen Standort noch nicht feststehe.

Bülent Cakmak, der Vorsitzende des örtlichen Ditib-Vereins, kann im Gespräch mit unserer Zeitung weitere Details ausführen. „Das Minarett wird viele stören, glaube ich. Deshalb verzichten wir auf ein typisch türkisches, osmanisches Minarett wie in Attendorn. Bei uns soll es eher aussehen wie ein Kunstwerk. Es soll nur ein Symbol sein“, erklärt Cakmak. Deshalb werde es vom Minarett aus auch keine Gebetsrufe geben. Diese sollen – wie auch bisher für die Öffentlichkeit nicht hörbar – innerhalb des Gebäudes stattfinden.

In einem Gespräch mit Bürgermeister Ulrich Schulte und Vertretern des Planungsamts haben Bülent Cakmak und seine Vorstandskollegen die Pläne letzte Woche vorgestellt. Das Gespräch sei positiv verlaufen, berichten beide Seiten. Die städtischen Vertreter haben die Pläne aus bauplanungs- und bauordnungsrechtlicher Sicht geprüft und laut Cakmak „Kleinigkeiten“ angeführt, die verändert werden sollten. Der Architekt wird die Pläne deshalb nochmal überarbeiten. „Das ist noch kein Endstand“, betont Cakmak, nachdem er uns den abgebildeten Plan zur Verfügung gestellt hat.

Wiederholt betont der Ditib-Vorsitzende: „Wir wollen mit dem Neubau der Moschee niemanden provozieren oder stören. Eine Moschee steht für Religion, ja. Aber sie macht nur einen Teil unseres Vereinslebens aus, noch nicht mal 50 Prozent.“ Cakmak sieht den Verein eher als ein Kulturzentrum für die Türken. Ein Treffpunkt zum Billard spielen, zum Tee trinken, zum Frühstücken, zum Nähen, zum Backen und Kochen. Frauen gehen im jetzigen Gebäude ebenso ein und aus wie die Männer. Während des Gebets sind Männer und Frauen freilich getrennt voneinander. Deshalb ist für den Moscheeneubau für die Frauen auch innerhalb des Gebäudes ein Balkon vorgesehen, auf dem sie beten und in den Gebetsraum schauen können.

Insgesamt sollen so zeitgleich bis zu 450 Personen in dem Neubau beten können – das sind in etwa genauso viele, wie jetzt in den Gebetsraum im bestehenden Ditib-Gebäude passen. Aus Erfahrung wissen Bülent Cakmak und seine Vorstandskollegen, dass das gerade bei Feiertagen nicht reichen wird. Zum Opferfest zum Beispiel sei es nicht ungewöhnlich, dass 1 000 Besucher kommen. Auf Teppichen wird dann auch im Hof gebetet.

Zu den zeitlichen Vorstellungen kann Bülent Cakmak sich bislang nur vage äußern. „Nicht in den nächsten zwei Jahren“ werde der Neubau entstehen, sagt er. „Es dauert wohl eher noch drei bis vier Jahre.“ Der Grund seien nicht die beurechtlichen Voraussetzungen, sondern die Frage der Finanzierung. Der Verein rechnet mit Baukosten in Höhe von rund 1 Million Euro. Um möglichst wenig Kredit aufzunehmen und um nicht irgendwann finanziell so schlecht dazustehen wie manch ein anderer Ditib-Verein in der Umgebung, hofft Cakmak auf möglichst viele Spenden der insgesamt 585 Vereinsmitglieder. „Es ist noch nicht so viel Geld da, dass wir sofort anfangen könnten“, sagt der Vorsitzende. „Aber das ist nicht schlimm. Wir haben keine Eile.“

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