Bauamtsleiter zeigt sich zuversichtlich

Der Stand zur Innenstadt-Sanierung in Plettenberg

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Plettenberg - Im Juli vergangenen Jahres erfolgte der Spatenstich für die Innenstadtsanierung, aktuell laufen die Arbeiten weiter. Wie der Stand der Dinge ist, darüber gab Bauamtsleiter Sebastian Jülich nun Auskunft.

Bis Ende dieses Jahres sollten die Arbeiten des zweiten Abschnitts abgeschlossen sein. Davon geht Bauamtsleiter Sebastian Jülich aus, der ein positives Zwischenfazit der Baumaßnahme zieht.

Mit den bisher durchgeführten Arbeiten sei er zufrieden, teilt der Fachbereichsleiter Planen und Bauen mit. Man liege im Zeitplan, teils sogar davor. „In der Graf-Engelbert-Straße sind wir im Moment circa eine Woche vor dem Plan“, teilt der Bauamtsleiter mit. Denn dort habe man bereits am Dienstag vor Ostern mit den den Arbeiten beginnen können und nicht erst nach Ostern. Verzögerungen im Ablauf der Baumaßnahme habe es insgesamt nicht gegeben. „Es wird nach wie vor in mehreren Straßen parallel gearbeitet, sodass es nicht auf den Endtermin durchschlägt, wenn es in einer Straße zu Verzögerungen kommt“, so Jülich.

So entstehe auch kein Stillstand, wenn extra angefertigtes Material nicht rechtzeitig geliefert werde, wie es bei den Baumscheiben in der Graf-Dietrich-Straße der Fall gewesen sei. „Die Baumscheiben haben für neue Bäume und bestehende Bäume unterschiedliche Durchmesser“, erklärt Jülich. Anders als bestellt sei aber eine Baumscheibe mit einem Durchmesser für einen neuen Baum geliefert worden. „Die passte um den bestehenden Baum nicht.“

Es habe nicht mehr Herausforderungen, die vorab nicht abzusehen waren, gegeben, als bei anderen Maßnahmen auch. „Ermüdend ist es aber manchmal schon, wenn immer wieder die mit Mehrheit beschlossene Planung in Frage gestellt wird, weil sich Einzelne in dieser demokratischen Mehrheitsentscheidung nicht wiederfinden und die Bäume am Alten Markt gerne anders gepflanzt hätten“, erklärt Jülich.

Er hält es auch für wichtig, das Thema Spielgeräte abzuschließen und zu entscheiden, welche Spielgeräte wo hin sollen. Da die Vorschläge des Planungsbüros bbz im Ausschuss nicht alle überzeugen konnten, seien weitere Vorschläge erarbeitet worden. „Bei diesem Thema stoßen auch sehr unterschiedliche Meinungen darüber aufeinander, was eine attraktive Innenstadt ausmacht.“ Für einige sei dies ein möglichst breites Spielangebot für Kinder, während der Entwurf von bbz, der in einer Jury unter Beteiligung vieler ausgewählt wurde, mehr Wert auf eine optisch hochwertige Gestaltung legte und weniger auf ein umfangreiches Spielangebot. Hier müsse man einen Kompromiss finden. Jülich gibt dabei auch zu bedenken, dass die zur Verfügung stehende Fläche begrenzt sei. Nach Abzug der Fläche für die Fahrwege, auch für die Feuerwehr, die Gebäudezugänge und Flächen für geplante Außengastronomie oder Stellplätze für Verkaufsstände bei Festen bleibe wenig Platz, um Spielgeräte aufzustellen.

An den Arbeiten gab es wiederholt Kritik von Einzelhändlern, die gegenüber der Heimatzeitung über Einschränkungen und ein aus ihrer Sicht zu langsamen Fortschritt klagten. „Dass die Arbeiten mit Einschränkungen verbunden sind, ist uns bewusst, wobei diese soweit wie möglich minimiert werden“, teilt Jülich mit. Insbesondere das Natursteinpflaster müsse für die Haltbarkeit richtig verfugt sein – es sei mehrfaches Einfegen und Abrütteln der Oberfläche nötig – und zwischen den Arbeitsgängen länger liegen bleiben, bevor die Flächen für den Fahrverkehr frei gegeben werden. Andernfalls würden die Steine beginnen zu wackeln.

Die in der Zeitung beschriebene negative Stimmung bezüglich der Baumaßnahme, der Arbeit der Firma Boymann und der Stadt nehme man vor Ort ganz anders wahr. Der mit der Bauleitung betraute Kollege aus dem Bauamt sei während der Baumaßnahme jeden Tag unterwegs und für die Anlieger ansprechbar gewesen. Die Probleme habe man direkt gelöst. Gleiches gelte auch für die Mitarbeiter der Firma Boymann. „Da hat es auch mehrfach schon von Anliegern (Einzelhändlern) Kaffee und Kuchen gegeben, andere Geschäftsinhaber berichten gar von Umsatzsteigerungen alleine dadurch, dass die Kundschaft direkt am Geschäft vorbei geführt wurde“, schreibt Jülich. So unzufrieden, wie in der Zeitung dargestellt, könnten die Anlieger daher kaum sein.

Zudem verweist Jülich auf die bereits im vergangenen Jahr vor Maßnahmebeginn durchgeführten Gespräche mit Anliegern und Einzelhändlern. Mit ihnen stünden auch Innenstadtmanagement und Kultour-GmbH/Stadtmarketing in regelmäßigem Kontakt. Zudem werden auf der Homepage und in den Ratssitzungen über die Innenstadtsanierung informiert.

Jülich rechnet damit, dass die Gesamtmaßnahme wie geplant bis Ende des Jahres abgeschlossen wird. Weiterhin werde abschnittsweise gearbeitet, also nicht in der ganzen Stadt auf einmal. „Wobei auch hier gilt: Vor der Hacke ist es dunkel, es kann immer etwas passieren oder gefunden werden, was die Arbeiten ungeplant verzögert“, sagt Jülich.

Nach jetzigem Stand soll im nächsten Jahr die Sanierung des Kirchplatzes folgen. 2022 ist dann der Maiplatz an der Reihe.

Darüber, ob sich auch durch die Corona-Pandemie Verzögerungen ergeben, wollte Jülich keine Spekulationen anstellen. Es sei im Moment nur sehr schwer abzusehen, wie es mit dem Thema weitergeht und bis wann welche Beschränkungen gelten. Bisher gebe es bei städtischen Baumaßnahmen keine Probleme, teilt der Bauamtsleiter mit. Man setze alles daran, dass weitergearbeitet werden kann.

Das gelte auch für andere Baumaßnahmen. Am ZOB Eiringhausen werde weiter gearbeitet, am Kanal in der Sundheller Straße habe man gerade mit den Arbeiten begonnen, oder diese befänden sich in der Ausschreibungsphase. Bei den Maßnahmen für den Grafweg stehe in der nächsten Woche (KW 16) die öffentliche Ausschreibung an.

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