„Herausfordernde Aufgaben“ für Firmen

64 Stände bei der Ausbildungsbörse in der Schützenhalle

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Die Allianz Archondakis sowie die IT-Firma Hitko waren das erste Mal bei der Ausbildungsbörse dabei und hatten einen gemeinsamen Stand im Ratssaal.

Plettenberg J Wieder mal ein Rekord: 64 Firmen waren gestern bei der 12. Ausbildungsbörse in der Schützenhalle vertreten. Erstmals brachte das Stadtmarketing Stände im Ratssaal unter. „Wir wussten gar nicht, wo wir die alle unterbringen sollten“, sagte Stadtmarketing-Geschäftsführer Steffen Reeder.

Die große Resonanz der Firmen hat einen Grund: „Es gibt viele offene Stellen, aber immer weniger Schüler“, erklärte Reeder. Das würde auch an der Entwicklung der letzten Jahre deutlich. Bis jetzt gab es in jedem Jahr mehr Aussteller. In der Ansprache an die Schüler machte Reeder klar: „Ihr seid die Zukunft. Die suchen euch.“

Schüler haben jede Menge Auswahl

Dennoch: Was für die Firmen ein Problem ist, macht es für die Schüler einfacher: Sie konnten sich über neue Gesichter freuen. Es waren viele neue Firmen dabei. „Wir wollen uns vorstellen“, erklärte zum Beispiel Allianz-Ausbilder Sebastian Dorn. „Wir suchen noch keine Auszubildenden, aber in den nächsten Jahren.“ Mario Pace ist bereits in der Ausbildung und betreute den Stand mit: „Es waren schon einige interessierte Leute da“, erklärte er. Die Allianz Archondakis teilte sich einen Stand mit Hitko. „Wir haben beruflich viel miteinander zu tun. Da hat sich das angeboten“, sagte Dorn. Hitko-Chef Patrick Hayduk sucht Auszubildende in der IT und freute sich: „Der Stand wird super angenommen.“ „Gelockt“ wurden die Schüler hier unter anderem mit einem Spieltisch. „Den haben wir selber zusammengebaut und programmiert“, sagte Hayduk, dessen Firma ebenfalls eine Premiere auf der Börse feierte.

IT war ein wichtiger Punkt – auch bei der Lukad Holding: „IT ist ein großes Thema bei uns“, sagte Niclas von Seidlitz, Global HR Generalist. Er bezeichnete die Ausbildungssituation als „herausfordernd“. Es würde immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. 

Die Bilder zur 12. Plettenberger Ausbildungsbörse

Wieder mit dabei: Hiby und seine Wurf-Aktion. Bei dieser mussten Schüler Ringe auf Zapfhähne werfen. Das Ziel: Möglichst viele Klassenkameraden animieren, mitzumachen. Denn: Die Klasse mit der höchsten Punktzahl gewinnt eine Fahrt in einen Kletterpark. „Das ist gut für das Teambuilding“, erinnerte sich Hiby-Personalleiterin Susanne Lange an die letzten Jahre. Auch die Zimmerei Dieter Kahl lud zum Mitmachen ein. Es konnten zum Beispiel Nägel in einen Holzbalken geschlagen werden.

Bei der Provinzial gab es einen Tisch-Kicker. Bei Weyand konnten die Schüler Geld für die Klassenkasse gewinnen. „Aber auch das Interesse für die Berufe ist da“, sagte Azubi (Elektroniker in der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik) Tim Kuchta, der den Stand zusammen mit Azubi Kürsat Süner (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik) betreute.

Besuchermagnet war auch ein Laser von Alte. „Damit können wir Werkzeuge erfassen“, erklärte Werkstofftechniker Stefan Lieberwirth von Alte, der auch für die Ausbildung der Werkstoffprüfer zuständig ist. Den Laser konnten die Schüler an Modell-Autos und einem Play-Station-Controller ausprobieren. Das abgescannte Produkt wurde dann als 3D-Modell am Computer angezeigt.

Firmen aus der Umgebung vor Ort

Das Problem, keine Schüler zu finden, gibt es nicht nur in Plettenberg. Mehrere Firmen waren aus der Umgebung gekommen. So zum Beispiel MN Kaltformteile aus Altena. „Wir haben schon Mitarbeiter aus Plettenberg“, erklärt Prokurist Martin Dreker über das Unternehmen, das, typisch Altena, in der Drahtverarbeitung tätig ist. Das Unternehmen in Rosmart sei auch für Plettenberger interessant. „Bald kann man mit dem Bus S2 fahren“, erklärte Dreker.

Ebenfalls von außerhalb dabei: Das Amtsgericht aus Lüdenscheid. „Es haben sich einige Schüler für die Justiz interessiert. Aber für viele ist so ein reiner Büro-Job nichts“, meinte Ausbilderin Sabine Lück im Gespräch.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es 15 Stände mehr. „Die Klassen wurden immer in zwei Gruppen aufgeteilt, damit jeder Schüler überall vorbeikommt“, erklärte Reeder. Der Übergang von Ratssaal zu Schützenhalle war für die Schüler nicht weniger interessant: Unter anderem war die Feuerwehr hier.

Wieder nicht verpflichtend war der Besuch der Börse für das Albert-Schweitzer-Gymnasium. Interessierte Schüler kamen am Nachmittag privat vorbei. Denn die letzten beiden Stunden war die Börse für Jedermann geöffnet.

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