1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Gut für Klima und Geldbeutel: Stadtradel-Stars werben für den Drahtesel

Erstellt:

Von: Christos Christogeros

Kommentare

Kai Dörner und Theodora Lindner, die Plettenberger Stadtradel-Stars, sehen viele Vorteile beim Radfahren.
Kai Dörner und Theodora Lindner, die Plettenberger Stadtradel-Stars, sehen viele Vorteile beim Radfahren. © Böhmer

Immer mehr Menschen steigen derzeit auf das Fahrrad als Verkehrsmittel um. Sparen ist für die meisten dabei der Haupt-Beweggrund: Nicht nur der Geldbeutel soll in Zeiten steigender (Energie-)Preise geschont werden; für viele nimmt auch der ökologische Aspekt eine immer größere Rolle ein – so wie für Theodora Lindner und Kai Dörner, die Stadtradel-Stars.

Plettenberg - Um diesen Titel zu gewinnen, mussten die beiden Plettenberger 21 Tage auf die Mitfahrt in motorisierten Gefährten verzichten: Kein Auto, kein Bus oder Zug. Für die 54-Jährige und den 37-Jährigen kein Problem – im Gegenteil.

Durch die überwiegende Nutzung des Fahrrads als Fortbewegungsmittel möchte Theodora Lindner vor allem ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ganz nebenbei spart die 54-Jährige so auch bares Geld und profitiert nach eigener Aussage von den positiven Auswirkungen der Fahrradtouren auf ihre Gesundheit.

Die 54-Jährige lebt seit elf Jahren in Plettenberg, ist als Physiotherapeutin und Verwaltungsangestellte tätig. Singen, Wandern, Tanzen, Joggen und Ukulele spielen gehört zu ihren Hobbies, doch das Fahrradfahren nimmt einen großen Platz in ihrem Alltag und in ihrem Leben ein. So ist Lindner nach eigener Aussage bereits die 269 Kilometer lange Dachsteinrunde in Österreich gefahren. Auch den 84 Kilometer langen Sauerlandring habe sie bereits auf dem Drahtesel absolviert.

Obwohl sie bereits seit Längerem fahrradbegeistert ist, sei dies ihre erste Teilnahme am Stadtradeln gewesen. Als sie vom Aufruf zum Stadtradel-Star gelesen hat, habe sie sich sofort bei Eric Ludewig, Klimaschutzmanager der Stadt und Stadtradel-Koordinator, gemeldet. „In meiner Funktion als Stadtradel-Star möchte ich ein Vorbild sein, andere zum Radfahren motivieren und nicht zuletzt auch mein Team der Stadtverwaltung Plettenberg unterstützen, das in diesem Jahr ebenfalls an der Aktion teilnimmt“, erklärt Lindner.

Die Physiotherapeutin und Verwaltungsangestellte hat ambitionierte Ziele. „Durch meine Teilnahme möchte ich für eine bessere Fahrradinfrastruktur werben, aber auch schöne Wege aus der Region präsentieren und dadurch mehr Leuten das Radfahren schmackhaft machen“, sagt Lindner.

Aufgrund ihrer Physiotherapie-Ausbildung beschäftige sie sich viel mit den gesundheitlichen Vorteilen des Radfahrens und möchte auf diese aufmerksam machen.

Ein weiteres Thema, das ihr aufgrund persönlicher Erfahrungen sehr am Herzen liegt, sei die Sicherheit beim Fahrradfahren. Sie möchte ein positives Beispiel sein und aufzeigen, warum zum Beispiel Helmtragen und auffällige Fahrradkleidung so wichtig sind.

Der 37-jährige Kai Dörner, der seit vier Jahren in Plettenberg lebt und als Wirtschaftsingenieur arbeitet, hat ganz andere Motive, sich auf den Sattel zu schwingen. Für ihn hat das Radfahren viele Reize. „Die Entspannung nach der Arbeit, das gute Gefühl nach einem erfolgreichen Anstieg sowie die Atmosphäre in der freien Natur – all das tut mir gut“, so Dörner.

Auf die Frage, ob das Radfahren für ihn auch eine ökologisch-politische Komponente hat, sagt der 37-Jährige: „Als Student bin ich tatsächlich Rad gefahren, um Sprit und somit Geld zu sparen. Mittlerweile spielt das wieder eine Rolle, aber der Umwelt-Aspekt hat zuletzt zugenommen“.

Wie seine Stadtradel-Kollegin ist er ebenfalls den Sauerland-Radring, ergänzt durch die Hennesee-Schleife, gefahren. Das sind gut 120 Kilometer. Er unternehme regelmäßig Radtouren in der Region. Ein Erlebnis sei ihm dabei besonders im Kopf geblieben. „Eines der markantesten Erlebnisse war das Treffen einer Wildschweinrotte mitten im Wald. Glauben Sie mir, das war aufregend“, so Dörner.

Auch für Kai Dörner ist dies die erste Teilnahme an der Aktion Stadradeln. Eine besondere Vorbereitung plane er nicht. „Meine alltäglichen Strecken reichen aus“, sagt Dörner. Durch seine Teilnahme möchte er zeigen, dass Radfahren im Alltag relativ einfach umzusetzen sei und viele Vorteile habe. „Aller Anfang ist schwer, aber wenn die anfänglichen Hürden einmal überwunden sind, ist das Radfahren auf lange Sicht eine sehr gute Sache und bringt viel Spaß mit sich“, erklärt Dörner.

Bisher haben sich laut Eric Ludewig knapp 100 Radfahrer für das Plettenberger Stadtradeln registriert. Dazu zählen unter anderem auch die Plettenberger Schützengesellschaft (PSG), die Plettenberger Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) der Skiklub Oestertal und der Plettenberger Turnverein (PTV). Aber auch zahlreiche private Teams wie „Das Chaosrudel“, „Die Alten“ und die „Office Ladies“ haben sich zum gemeinsamen Radeln zusammengefunden. Mit den „Grünen Radlern“ und der SPD haben sich außerdem die ersten Parteien angemeldet. Die Firma Rentrop geht mit dem Team „Rentrop´s Rudel“ an den Start und auch die Prange Gruppe ist mit einem Team vertreten.

Interessierte Vereine, Freunde oder Arbeitskollegen können sich weiterhin unter www.stadtradeln.de/plettenberg für die Aktion anmelden und vom 15. August bis zum 4. September für die gute Sache mitradeln.

Auch interessant

Kommentare